Besonderes Gedenken
Hiroshima bleibt unvergessen

Nottuln -

75 Jahre nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima wird die Gemeinde Nottuln in besonderer Weise der Opfer gedenken. Und sich für den Frieden starkmachen.

Montag, 03.08.2020, 18:41 Uhr aktualisiert: 07.08.2020, 17:45 Uhr
„Bodennullpunkt“ heißt dieses Bild von Laurenz E. Kirchner, das der Kunstinstallation am 6. August den Namen gab.
„Bodennullpunkt“ heißt dieses Bild von Laurenz E. Kirchner, das der Kunstinstallation am 6. August den Namen gab. Foto: Sammlung Laurenz E. Kirchner

Zum 75. Mal jährt sich am Donnerstag (6. August) der Atombombenabwurf auf Hiroshima. Wie in den vergangenen Jahren auch, wird die Gemeinde Nottuln an diesem Donnerstag an die fürchterliche Katastrophe erinnern. Bürgermeisterin Manuela Mahnke und die Friedensinitiative Nottuln (FI) laden alle Bürgerinnen und Bürger um 20.45 Uhr zu einer besonderen Gedenk- und Mahnaktion auf dem Stiftsplatz ein, schreiben die beiden Veranstalter in einer gemeinsamen Presseinformation.

Auf dem Stiftsplatz wird der Maler, Bildhauer und Aktionskünstler Laurenz E. Kirchner ein einmaliges öffentliches Kunstprojekt zum 75. Jahrestag des Atombombenabwurfs präsentieren.

Die Installation enthält unter anderem den Nachbau einer beweglichen V1-Rakete, eine 250 Kilogramm schwere Friedensglocke, die eigens für dieses besondere Kunstevent in Gescher gegossen wurde, ein Live-Oboe-Spiel und meterhohe Holztableaus, die das Grauen des Zweiten Weltkrieges vor allem auch für die Zivilbevölkerung zeigen: in Hiroshima, Conventry und im Münsterland.

Der Titel der Installation „Bodennullpunkt Hiroshima“ erinnert an den Bombenabwurf um 8.15 Uhr, als in Europa der Zweite Weltkrieg beendet schien, aber im Pazifik noch ein unrühmliches „Finale“ bekam. 45 000 Menschen verglühten am Angriffstag, weitere Zehntausende starben später. Übrig blieben am 6. August 1945 nur wenige Materialien, etwa aus Metall, wie zum Beispiel Armbanduhren. Dieses Detail inspirierte Laurenz E. Kirchner zu seinem Bild einer verrosteten „Hiroshima-Uhr“.

Kirchner erinnert auch daran, wie Kriege und Gewalt unser Leben bis heute in unserem Alltagsleben prägen. „Bodennullpunkt“ (englisch: „Ground Zero“) meint den Ort, über dem eine nukleare Bombe oder Rakete explodiert.

Für die Aktion hat der Künstler Nottuln gezielt ausgewählt: „Die Gemeinde ist seit vielen Jahren Mitglied im Solidaritätsbündnis mit Hiroshima und Nagasaki, und Bürgermeisterin Manuela Mahnke ist Mitglied der internationalen Organisation ‚Mayors for Peace‘. Die Aktionen der Friedensinitiative und der Gemeinde sind voller Nachhaltigkeit, als Motor für eine Zivilgesellschaft ohne Krieg und Gewalt, ob national, regional oder im eigenen Lebens- und Wohnort.“

Laurenz E. Kirchner hat neben Ausstellungen und Aufträgen auch Objekte für das Museum „Haus der Geschichte“ in Bonn angefertigt. Er arbeitete auch für das Fernsehen und stattete zum Beispiel TV-Shows von Thomas Koschwitz, Rudi Carrell und Jürgen von der Lippe aus.

Im Anschluss an die Kunstaktion findet ab circa 21.15 Uhr das traditionelle Hiroshima-Gedenken am Brunnen statt. Lichter werden auf das Wasser ausgesetzt, Bürgermeisterin Manuela Mahnke, Pfarrer Franz Anstett und eine Schülerin des Rupert-Neudeck-Gymnasiums werden kurze Ansprachen halten. Jutta Schmalenbach wird mit der Querflöte das Gedenken musikalisch umrahmen. Daran mitzuwirken, sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen.

  • Die Gemeinde Nottuln weist darauf hin, dass ein Mund-Nasen-Schutz auch im Freien zu tragen ist, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.
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