Spendenaktion „Hilfe für Shahin Chowdhury“
Freunde kämpfen für die Rückkehr

Nottuln -

Das Schicksal von Shahin Chowdhury lässt seinen Freunden keine Ruhe. Sie sind weiter aktiv und versuchen eine Rückkehr ihres nach Bangladesch abgeschobenen Freundes zu erreichen.

Freitag, 18.09.2020, 20:19 Uhr aktualisiert: 20.09.2020, 19:36 Uhr
Shahin Chowdhury bei einem Treffen im Freundeskreis in Nottuln. Den jungen Mann kennen viele Nottulner. Obwohl integriert und mit einem Arbeitsplatz ausgestattet, wurde er abgeschoben. Sein Freundeskreis setzt sich für seine Rückkehr ein.
Shahin Chowdhury bei einem Treffen im Freundeskreis in Nottuln. Den jungen Mann kennen viele Nottulner. Obwohl integriert und mit einem Arbeitsplatz ausgestattet, wurde er abgeschoben. Sein Freundeskreis setzt sich für seine Rückkehr ein. Foto: Sammlung Anke Zandman

Die Freunde von Shahin Chowdhury , der vor Kurzem nach Bangladesch abgeschoben wurde (wir berichteten), bemüht sich weiter darum, eine Wiedereinreise zu ermöglichen. Zudem arbeitet der Freundeskreis daran, Shahin Chowdhury Hilfe vor Ort in Bangladesch zukommen zu lassen. All diese Bemühungen erfordern einen finanziellen Aufwand, weshalb der Freundeskreis nun ein Spendenkonto eingerichtet hat und um Hilfe aus der Bevölkerung bittet.

„Hier mit uns lebte seit 2014 Shahin Chowdhury, der als sehr junger Mann aus seinem Heimatland Bangladesch floh, indem er auf sich gestellt und zu Fuß dieses Land verließ, weil er mit seiner Familie nicht nur wiederkehrend Repressalien ausgesetzt war, sondern aufgrund der regierungskritischen Haltung seines Vaters auch zunehmend um sein Leben fürchten musste“, schildert der Freundeskreis.

Shahin, den zahlreiche Nottulner kennen, weil er viele Jahre bei Antonio Carluccio im „Incontro“ in Nottuln arbeitete, nach dessen plötzlichem Tod in der „Auszeit“ und zuletzt wieder mit einem festen Arbeitsvertrag im „Gasthof Kruse “ seinen Lebensunterhalt ohne staatliche Zuwendungen verdiente, habe nachweislich alle Kriterien der sozialen Integration erfüllt. „Er identifizierte sich mit den Werten seines neuen Heimatlandes, er fand viele Freunde, eine Wohnung und feste Arbeitsstellen. Seine Freunde und auch Arbeitgeber loben seine außerordentliche Zuverlässigkeit und Höflichkeit sowie seinen Fleiß“, berichtet der Freundeskreis.

Am 17. August wurde Shahin Chowdhury im Beisein seiner Arbeitgeber Dorothee Jacob-Kruse und Ingo Jacob sowie deren Anwalt während eines Termins bei der Ausländerbehörde festgenommen und sofort nach Bangladesch abgeschoben. Gegenwärtig ersuchen seine Freunde mit den beiden Vertretern der Katholischen und der Evangelischen Kirchengemeinde den Petitionsausschuss des Landtages, die Aufhebung der Wiedereinreisesperre von drei Jahren zu erwirken, sodass Shahin Chowdhury mit einem Arbeitsvisum zurückkehren kann. Binnen eines Tages sammelten die Freunde 200 Unterschriften; mittlerweile sind es 500.

Auf formaljuristischem Wege muss diese Petition unterstützt werden, sodass hier in Nottuln mittlerweile die ersten Gerichts- und Anwaltskosten entstanden sind, berichtet der Freundeskreis. Doch viel wichtiger sei: „Shahin muss in Bangladesch aus Angst im Untergrund leben und kann ergo nicht für seinen Lebensunterhalt sorgen. Die Unterstützung in das 8000 Kilometer entfernte Land sowie die juristischen Kosten hier vor Ort werden von Freunden, Kollegen und dem Ehepaar Kruse finanziert.“

Seine Freunde haben nun ein Treuhandkonto eröffnet, mit welchem sie Spenden sammeln. Das Konto wird nach dem sogenannten „Vier-Augen-Prinzip“ verwaltet. „Alle Buchungen sind zweckgebunden und werden nachvollziehbar dokumentiert“, betont der Freundeskreis. Wer Shahin Chowdhury unterstützen möchte, kann Spenden auf folgendes Konto einzahlen: „Hilfe für Shahin“, Volksbank Nottuln, IBAN: DE43 4016 4352 0034 1083 00; BIC: GENODEM1CNO.

Bei Fragen oder Ideen für ein eigenes Engagement kann man sich an den Freundeskreis unter der Mail-Adresse anke.zandman@gmail.com wenden.

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