Kirchengemeinde St. Martin
Ein Dienst an den Toten für die Lebenden

Nottuln -

Die Pfarrgemeinde St. Martin bekommt zwei neue Beauftragte für den Trauer- und Begräbnisdienst. Margret Hattrup und Ulrich Suttrup haben sich intensiv auf die neue Aufgabe vorbereitet.

Mittwoch, 30.09.2020, 14:00 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 19:48 Uhr
Pfarrdechant Norbert Caßens beauftragt am Sonntag Margret Hattrup und Ulrich Suttrup (von links) für den Trauer- und Begräbnisdienst in der Pfarrei St. Martin.
Pfarrdechant Norbert Caßens beauftragt am Sonntag Margret Hattrup und Ulrich Suttrup (von links) für den Trauer- und Begräbnisdienst in der Pfarrei St. Martin. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Michaela Kiepe

Ein Liebesdienst am Nächsten. So verstehen Margret Hattrup und Ulrich Suttrup ihr neues Ehrenamt in der Pfarrei St. Martin in Nottuln. Am Sonntag (4. Oktober) erhalten sie die Beauftragung für den Trauer- und Begräbnisdienst sowie den Segen für ihre künftige Aufgabe von Pfarrdechant Norbert Caßens im Gottesdienst um 11.15 Uhr in St. Martinus.

„Als mich unser Pfarrer gefragt hat, ob ich mir diese Aufgabe vorstellen kann, habe ich länger nachgedacht“, berichtet Margret Hattrup. Die 67-Jährige, die bis zum Ruhestand als Kinderkrankenschwester in der Universitätsklinik in Münster gearbeitet hat, engagiert sich bereits in verschiedenen Bereichen von der Eine-Welt-Arbeit bis zur Ökumene. „Ich war zwiegespalten. Auf der einen Seite finde ich es gut, die weibliche Seite in diesem Dienst zu vertreten, auf der anderen Seite unterstütze ich als Laie den Mangel. Letztendlich war für mich entscheidend, dass der Trauer- und Begräbnisdienst ein Dienst am Nächsten ist“, berichtet sie von ihrer Entscheidungsfindung.

Aber auch das Wissen um ein offenes Seelsorgeteam, mit dem sie zukünftig arbeiten werde, habe ihre Entscheidung beeinflusst. „So konnte ich ‚Ja‘ zu der neuen Aufgabe sagen. Ich möchte Nähe geben, einen würdevollen Abschied gestalten und Trost spenden – das macht meinen Glauben aus.“

Auch Ulrich Suttrup hat nach der Anfrage seines Pfarrers zunächst um Bedenkzeit gebeten. „Ich habe einen Freund gefragt, ob er es sich vorstellen könne, von mir beerdigt zu werden. Seine Antwort war: ‚Ja‘. Außerdem habe ich lange mit meiner Ehefrau darüber gesprochen. Sie ist meine beste Beraterin“, verrät der pensionierte Schulleiter und Religionslehrer, der sich im Pfarreirat engagiert. Aber auch persönliche Gründe, Erfahrungen mit Tod und Trauer hätten ihn schlussendlich bewegt, zuzusagen. „Das ist ein Feld, auf dem ich mich weiterentwickeln kann“, sagt der 68-Jährige und fügt hinzu: „Die Anfrage habe ich als Herausforderung gesehen und sie angenommen.“

Beide sind sich einig, dass diese Aufgabe ein Dienst am Toten für die Lebenden sei. „Damit sie gestärkt werden. Zudem ist es ein Dienst für das Team und die Pfarrei, in der wir leben dürfen“, betont Hattrup. Sie möchte ein positives Bild von Kirche weitergeben, Trost spenden und Hoffnung geben in einer schwierigen Situation.

Die fundierte Ausbildung für den Trauer- und Begräbnisdienst, die vier dreitägige Module, drei Tagesveranstaltungen sowie drei Eignungsgespräche verteilt auf acht Monate umfasste, habe ihnen ein gutes Rüstzeug gegeben. Zu den Inhalten gehörte es, sich mit dem eigenen Glauben sowie mit dem christlichen Verständnis von Tod und Auferstehung auseinanderzusetzen. Ebenso standen beispielsweise rechtliche Grundlagen, der Ablauf von Begräbnisfeiern als auch Rollenspiele, in denen sie sich praktisch auf Trauergespräche und -ansprachen vorbereiten konnten, auf dem Programm.

Pfarrdechant Norbert Caßens ist glücklich, dass sich Margret Hattrup und Ulrich Suttrup für diese anspruchsvolle Aufgabe entschieden haben. „Wir sehen uns als selbstsorgende Gemeinde und wollen den Beerdigungsdienst auf breitere Füße stellen“, berichtet der Pfarrdechant. Bereits seit einem Jahr leiten Elisabeth König und Heinz Hoffschröer Begräbnisse. „Mit ihnen haben wir erste Erfahrungen gesammelt. Die Gemeinde hat die beiden Ehrenamtlichen sofort akzeptiert“, freut sich Caßens über die vielen positiven Rückmeldungen. Das beträfe besonders die Trauergespräche, für die sich die Aktiven viel Zeit nähmen.

„Unsere Ehrenamtlichen geben mit ihrem Dienst ein wirkliches Glaubenszeugnis. Für mich sind das pfingstliche Erlebnisse, wenn sich Ehrenamtliche bereit erklären, eine solche verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen. Aber auch, dass die Menschen, die von einem Trauerfall betroffen sind, so offen und gern diesen Dienst annehmen. So gehen wir auf einem pfingstlichen Weg in die Zukunft“, ist Caßens überzeugt.

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