Hospizbewegung: Fragebogenaktion zum Thema Sterbehilfe
Solidarität bis zuletzt

Nottuln -

Sterbehilfe und Beihilfe zum Suizid – ein schweres Thema. Die Hospizbewegung Nottuln greift es mit einer Fragebogenaktion auf.

Donnerstag, 08.10.2020, 07:34 Uhr aktualisiert: 08.10.2020, 18:30 Uhr
Die Hospizbewegung Nottuln ist seit über 20 Jahren für die Begleitung schwerst kranker und sterbender Menschen da.
Die Hospizbewegung Nottuln ist seit über 20 Jahren für die Begleitung schwerst kranker und sterbender Menschen da. Foto: Felix Kästle/dpa

Am 10. Oktober (Samstag) ist Welthospiztag. Unter dem Motto „Solidarität bis zuletzt“ ist die Hospizbewegung Nottuln am Donnerstag (8. Oktober) von 14 bis 18 Uhr auf dem Markt präsent. Mit einer Fragebogenaktion wird auf das Thema Sterbehilfe und Beihilfe zum Suizid aufmerksam gemacht.

„Schwerst kranken und sterbenden Menschen die letzte Zeit ihres Lebens ihren Vorstellungen entsprechend zu gestalten, genau hinzuhören und sie einfühlend zu begleiten, dafür sind wir von der Hospizbewegung Nottuln seit über 20 Jahren da“, so die Vorsitzende Dagmar Exner-Kasnitz in einer Pressemitteilung der Hospizbewegung.

Die Menschen in Nottuln sollen über die konkreten Angebote und Möglichkeiten der hospizlichen Begleitung und palliativen Versorgung informiert werden, nicht zuletzt mit Blick auf die aktuellen Debatten zu Sterbehilfe und Beihilfe zum Suizid.

Am 26. Februar hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe das seit 2015 bestehende „Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“ für verfassungswidrig erklärt. „Wir möchten mit den Menschen ins Gespräch kommen und ihre Sicht, Ängste und Wünsche in Beziehung auf das Sterben und die Sterbehilfe erfragen“, erklären die verantwortlichen Koordinatorinnen. „Es darf nicht zu einer Entsolidarisierung mit schwerst kranken und sterbenden Menschen in unserer Gesellschaft kommen!“

„Wir wissen aus unserer täglichen Arbeit, dass die Angst vor Schmerzen und schweren Symptomen, vor Einsamkeit und Apparatemedizin sowie die Befürchtung, auf Hilfe angewiesen zu sein und seinen An- und Zugehörigen zur Last zu fallen auch Suizidwünsche nach sich ziehen können“, so die Koordinatorinnen. „Unsere Aufgabe ist es, diese Ängste wahrzunehmen, da zu sein und in einem Netzwerk gemeinsam nach Lösungen zu suchen.“

Hospizarbeit und Palliativversorgung bieten umfassende Möglichkeiten zur Unterstützung eines würdevollen, weitgehend schmerzfreien, durchaus selbstbestimmten und eher am „natürlichen Ablauf“ ausgerichteten Sterbens. Diese Möglichkeiten müssen in der Öffentlichkeit mehr Gehör finden, heißt es abschließend.

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