Liebfrauenschule
Engagement ist ungebrochen

Nottuln -

Corona hat die Menschen in Afrika noch härter getroffen als die Menschen hierzulande. Auch das Internat La Cristo Rei in Jecua, Mosambik, ist betroffen. Die Liebfrauenschule setzt sich deshalb besonders intensiv für die Einrichtung ein.

Sonntag, 11.10.2020, 16:51 Uhr aktualisiert: 13.10.2020, 17:54 Uhr
Beim Sponsorenlauf legten sich die Schülerinnen und Schüler der Nottulner Liebfrauenschule in ihren Sportstunden mächtig ins Zeug.
Beim Sponsorenlauf legten sich die Schülerinnen und Schüler der Nottulner Liebfrauenschule in ihren Sportstunden mächtig ins Zeug. Foto: Liebfrauenschule

Der traditionell am Tag vor den Sommerzeugnissen von der Liebfrauenschule durchgeführte „Tag für Afrika“ musste corona-bedingt ausfallen. „Leider war an die Durchführung in der eingespielten Form auch nach den Sommerferien nicht zu denken“, schreibt die Schule in einer Pressemitteilung. „Denn wenn ca. 250 Schülerinnen und Schüler gemeinsam auf die Laufstrecke starten, sind die Hygienevorschriften nicht einhaltbar.“

Allerdings sei die Not, die durch die Pandemie ausgelöst wurde, in Afrika unbeschreiblich größer als alle Beschränkungen, die hierzulande hinzunehmen waren und sind. So ist die Arbeit des Internats La Cristo Rei in Jecua, Mozambik, zu dem die Liebfrauenschule eine jahrelange Verbindung pflegt, in der Basis gefährdet. Vor allem die Zukunft der Internatsschülerinnen aus dem Umland und deren Verbleib an der Schule ist nicht gesichert. „Hierzu bedarf es der regelmäßigen Unterstützung durch das Engagement unserer Schule – in diesem Jahr mehr denn je.“

Vor diesem Hintergrund hat sich das Organisationsteam, bestehend aus Christoph Ihmenkamp, Christiane Schabos und Michael Nieborg (seit diesem Jahr ergänzt durch Michael Drewes), bereits frühzeitig zu Beginn des Schuljahres auf den Weg gemacht, um eine alternative Unterstützungsmöglichkeit zu planen und mit Beteiligung der Schulleitung in die konkrete Umsetzung zu starten.

Es wurde ein Weg gefunden, der alle Schülerinnen und Schüler ohne Unterrichtsausfall aktiviert und dennoch der Corona-Schutzverordnung gerecht wird: Die Klassen haben eine Doppelstunde ihres regulären Sportunterrichts genutzt, um auf 400-Meter-Runden ihren Beitrag zu leisten. Für diese Distanzen hatten sie im Vorfeld Sponsoren gesucht. Damit nahm in diesem Jahr erstmalig die ganze Schulgemeinschaft am Lauf teil. In den zurückliegenden Jahren liefen traditionell nur die Fünfer– bis Siebener-Klassen, die Achter und Neuen engagierten sich im häuslichen Umfeld oder in Firmen, die Zehner-Klassen waren wegen ihrer Entlassung sozusagen „außen vor“.

Aufgrund der diesjährig notwendigen Veränderung wurden und werden somit gut 540 Schülerinnen und Schüler aktiviert (ein paar wenige Klassen, die aus unterschiedlichen Gründen den Lauf in den vergangenen Wochen nicht hatten durchführen können, wollen dies direkt nach den Ferien nachholen). Bislang erliefen sie eine Strecke von über 6600 Runden.

Ein großer Dank gilt somit allen Aktiven an der Liebfrauenschule und den Sponsoren. „Es ist schön festzustellen, dass unser Anliegen von einer großen Gemeinschaft gemeinsam getragen wird“, so Schulleiter Heinrich Willenborg.

In den Herbstferien werden die Jugendlichen die zugesagten Sponsorengelder einsammeln, damit möglichst zeitnah das dringend benötigte Geld nach Afrika geschickt werden kann.

Um ebenfalls ein Zeichen zu setzen, ließen es sich die Lehrerinnen und Lehrer nicht nehmen, ebenfalls eine Spendenbox aufzustellen. Es wurden Festbeträge gegeben, aber auch die Motivation der Klasse dadurch beflügelt, dass pro Kind und Runde 10 Cent als Anreiz fürs Laufen zugesagt wurden. Auch diese Aktion ist noch nicht abgeschlossen.

Das Gesamtergebnis aller gesammelten Gelder wird vermutlich Anfang November bekannt gegeben werden können. Dann kann Lehrerin Susana Martins den regelmäßig von ihr geführten Austausch mit dem Internat in Mozambik durch eine hoffentlich erfreuliche Nachricht ergänzen.

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