Hilfe für Menschen in Moria
„Viele werden nicht überleben“

Nottuln -

Die Friedensinitiative bittet Organisationen in Nottuln, dem hiesigen Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann einen deutlichen Brief zu schreiben.

Montag, 26.10.2020, 17:13 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 20:10 Uhr
Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf unterstützt die Kampagne von Pax Christi.
Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf unterstützt die Kampagne von Pax Christi. Foto: Bistum Mainz

„Kein Weihnachten in Moria“: Die Friedensinitiative Nottuln (FI) unterstützt eine bundesweite Kampagne mit diesem Titel. Organisiert wird diese Aktion von Pax Christi , der internationalen Friedensorganisation der Katholischen Kirche, die jedoch ökumenisch aufgestellt ist. Die FI bittet nun Organisationen in Nottuln, sich ebenfalls zu beteiligen und den hiesigen Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann anzuschreiben.

Eindringliche Bitte

Die Kernbotschaft an den Abgeordneten soll lauten: „Wir möchten Sie eindringlich bitten, mit einem interfraktionellen oder fraktionsübergreifenden Antrag des Deutschen Bundestages die Bundesregierung aufzufordern, aus dringenden humanitären Gründen alle Menschen aus den Flüchtlingslagern auf den griechischen Ägäis-Inseln so schnell wie möglich in Deutschland aufzunehmen. Die Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen Flüchtlingspolitik ist ganz unbestritten, bis heute fehlt sie leider. In dieser Frage zu einer Verständigung unter den EU-Mitgliedsstaaten zu kommen, wird umso leichter sein, wenn die wirtschaftlich stärkste Macht mit gutem Beispiel vorangeht.“

Alle Flüchtlinge aufnehmen

Die Friedensinitiative stehe schon lange mit Henrichmann in dieser Frage in Kontakt, habe jedoch keine für sie zufriedenstellende Antwort bekommen, heißt es im Pressetext. Die Position von Henrichmann entspreche der Position der Bundesregierung: Ohne eine europäische Lösung sei Deutschland nicht in der Lage und bereit, umfassend Geflüchtete aus den Lagern in Griechenland aufzunehmen.

Pax Christi wendet in dem Aufruf ein: „Zu lange haben wir auf ein Handeln der EU gewartet. Wenn nicht jetzt etwas geschieht, werden viele Menschen den nächsten Winter und die Corona-Pandemie in den griechischen Flüchtlingslagern nicht überleben. Damit die Menschen kein weiteres Weihnachten in Moria erleben müssen, muss die Bundesregierung jetzt endlich handeln.“

Deutschland hat Aufnahmekapazität

Deutschland habe die Aufnahmekapazitäten und die finanziellen und personellen Kapazitäten, diese Menschen aufzunehmen, so Pax Christi weiter. Viele Kommunen hätten sich bereiterklärt, Geflüchtete von den griechischen Inseln aufzunehmen. Es fehle die Genehmigung der Bundesregierung.

Kirche steht bereit

Auch der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf unterstütze die Forderungen von Pax Christi: „Die Menschen in Moria brauchen dringend Hilfe. Wir müssen ihnen helfen – und wir können ihnen helfen. Wir als Kirche stehen bereit, uns für die Geflüchteten zu engagieren – etwa mit unserer Caritas und mit unseren zahlreichen ehrenamtlichen Initiativen“, wird Kohlgraf zitiert.

 

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