Malermeister Matthias Eschhaus leitet ab Jahresende den Familienbetrieb
Die vierte Generation übernimmt

Nottuln -

Matthias Eschhaus führt damit nun Ende des Jahres eine Familientradition fort – mit ihm übernimmt die vierte Generation das Ruder.

Montag, 02.11.2020, 05:58 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 06:01 Uhr
Familienbande: Herbert Eschhaus (v.l.) mit Sohn Matthias, Schwiegertochter Sandra, Enkelin Clara, Ehefrau Marie-Theres und Mutter Elisabeth Eschhaus.
Familienbande: Herbert Eschhaus (v.l.) mit Sohn Matthias, Schwiegertochter Sandra, Enkelin Clara, Ehefrau Marie-Theres und Mutter Elisabeth Eschhaus. Foto: Bettina Laerbusch

Er wollte es schon immer – fast immer. Zehn Jahre war er gerade einmal alt, als er seine Eltern, erzählen diese, und Lehrer wissen ließ: Ich will nicht aufs Gymnasium, ich möchte das machen, was Papa macht, Malermeister werden und später einmal Papas Betrieb übernehmen. Das Gymnasium hätte er locker geschafft, war seine Lehrerin überzeugt. Doch Matthias Eschhaus ging ganz offensichtlich schon sehr früh in seinem Leben seinen Weg – offensichtlich auch unbeirrt und mit Unterstützung seiner Eltern. Denn: Jetzt, 21 Jahre später, übernimmt er.

Zum Jahresende wird Herbert Eschhaus den Familienbetrieb, die Malerwerkstätten, an seinen Sohn übergeben. Nein, traurig, dann nicht mehr selbst Chef zu sein, sei er überhaupt nicht. „Ich bin stolz auf ihn – sehr.“

Matthias Eschhaus führt damit nun Ende des Jahres eine Familientradition fort – mit ihm übernimmt die vierte Generation das Ruder. Mit der Übergabe gibt die Familie das Geschäft an der Straße Auf der Heide auf und konzentriert sich auf den Standort Otto-Hahn-Straße. Dort wird erweitert, ein Schauraum entsteht unter anderem.

Die Kunden werden sich allerdings nicht nur an einen neuen Ort, sondern auch an andere Öffnungsmodalitäten gewöhnen müssen: Reguläre Öffnungszeiten wird es nicht mehr geben, Beratung, Betreuung und Verkauf erfolgen ab 2021 nur nach vorherigem telefonischen Kontakt.

„Es passt jetzt“, antworten Marie-Theres und Herbert Eschhaus fast gleichzeitig auf die Frage, warum sie sich gerade jetzt zurückziehen. Ganz, das wird im Gespräch sehr schnell klar, wird das aber nicht geschehen. Diese Familie hält zusammen; das Vertrauen von Marie-Theres und Herbert Eschhaus in ihren Sohn ist groß, das Bedürfnis, ihn zu unterstützen aber auch.

Die Kunden werden also nach wie vor auch noch auf die dritte Eschhaus-Generation stoßen.

Was war es eigentlich – und was ist es nach wie vor –, das Matthias Eschhaus dazu brachte, den Beruf seines Vaters zu ergreifen? „Die Wohnung eines Kunden zu verschönern, zu sehen, was man erschaffen hat, das, sagt er, sei das Schönste an seinem Beruf. Und ganz bestimmt auch das: „Man kann den Kunden glücklich machen.“ 2005 bis 2008 absolvierte der heute 31-Jährige seine Ausbildung bei Terbeck in Coesfeld. 2010 machte er den Meister, besuchte die Meisterschule in Münster, hat damit Fachabitur. „Er war Jahrgangsbester 2008 bei der Gesellenprüfung“, erzählt Herbert Eschhaus.

Sieben Gesellen und eine Auszubildende gehören zum Team. Sie streichen Wände, kümmern sich um Fassaden, um Böden; Vergoldungsarbeiten an historischen Gebäuden gehören ebenso dazu. „Spannend und interessant“, sagt der 31-Jährige, sei es, die Familiengeschichte weiterzuführen.

Mutter Marie-Theres Eschhaus hat – wie es so schön heißt – eingeheiratet. Wenn sie über Tapeten, Wände, die Wirkung von Farben spricht, merkt der Zuhörer, dass auch sie mit Leidenschaft Kunden berät – und das, obwohl sie ursprünglich einen ganz anderen Beruf ausübte. „Meine Schwiegermutter hat mir den Weg geebnet – ich habe alles aufgesogen, was sie mir gesagt hat – und gefragt, gefragt, gefragt“, erzählt sie lachend. Die Tapeten-Beratung wird sie nach wie vor machen. „Dazu habe ich gar keine Zeit“, sagt Sohn Matthias entspannt. Familienbande eben.

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