Nessryn Atoui und Abed Khatib sammeln für Beirut
Not nach der Explosion lindern

Appelhülsen/Bösensell -

Nach der katastrophalen Explosion Anfang August in Beirut starteten Nessryn Atoui und Abed Khatib mit einer Spendenaktion. Ihre Erwartungen wurden dabei übertroffen.

Donnerstag, 05.11.2020, 16:53 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 17:05 Uhr
Nessryn Atoui und Abed Khatib riefen eine Spendenaktion für die Opfer der Explosion in Beirut ins Leben. Insgesamt 28 Familien konnten sie mit ihrer Spende in Höhe von 1100 Euro helfen.
Nessryn Atoui und Abed Khatib riefen eine Spendenaktion für die Opfer der Explosion in Beirut ins Leben. Insgesamt 28 Familien konnten sie mit ihrer Spende in Höhe von 1100 Euro helfen. Foto: anw

Als am 4. August dieses Jahres eine gewaltige Explosion den Hafen und die angrenzenden Stadtviertel von Beirut in Schutt und Asche legte, konnte Nessryn Atoui diese Nachricht kaum glauben. Auch als ihr Mann Abed Khatib ihr Videos davon zeigte, „habe ich immer noch gedacht, dass das nicht stimmen kann“, sagt die 27-jährige Inhaberin eines Nagelstudios in Appelhülsen, deren Familie genau wie die ihres Mannes aus Beirut stammt. Die Verwandten des Ehepaars hatten Glück und blieben von der Katastrophe verschont.

Während Nessryn Atoui noch Onkel, Tanten und Cousinen und Cousins in Beirut hat, ist es bei Abed Khatib die ganze Familie: „Ich bin vor sechs Jahren alleine nach Deutschland gekommen“, sagt der 27-jährige Inhaber einer Pizzeria in Bösensell. Viele andere in Beirut hatten nicht so viel Glück: Sie haben bis heute mit den Folgen dieser Katastrophe zu kämpfen.

Und so wurde die Idee geboren, den Menschen mit einer Spendenaktion zu helfen. Nessryn Atoui und Abed Khatib stellten in ihren Unternehmen Spendendosen auf und warben für die gute Sache. „Wir haben eigens dafür ein Paypal-Konto eingerichtet“, erzählt Nessryn Atoui, die ihre Geschichte von „Hilfe für Beirut“ auch auf Facebook und Instagram unter „Secretsofmybeauty“ öffentlich machte. „Von dem Ergebnis unserer Aktion waren wir total überrascht“, erklärt die in Coesfeld geborene Unternehmerin. Gerechnet hatten die beiden Initiatoren der Aktion vielleicht mit „300 oder 400 Euro“. Tatsächlich waren es nach gut vier Wochen fast dreimal so viel: „1100 Euro sind zusammengekommen“, berichtet Abed Khatib.

„Wir wollten das Geld aber nicht einfach nach Beirut schicken, sondern es den Menschen vor Ort geben“, erklärt Nessryn Atoui. Im September reiste sie zusammen mit ihrem Mann in den Libanon. Zwei Wochen blieben sie in der zerstörten Stadt, suchten und fanden Menschen, denen sie mit ihrem Geld helfen konnten. Das Ausmaß der Zerstörung sei riesig: „Man kann gar nicht beschreiben, wie groß das Leid der Menschen ist. Sie sind für jede Unterstützung dankbar.“

Mit Hilfe der Nachrichtenagentur Bintjbeil-News, die aus einem der zerstörten Stadtviertel Beiruts berichtet, wurden solche Menschen gefunden, die ganz dringend auf Hilfe angewiesen sind. Unter anderem eine Familie, die seit der Explosion auf engstem Raum in einer Tiefgarage leben muss. „Wir haben insgesamt 28 Familien helfen können“, freuen sich Nessryn Atoui und Abed Khatib. Die Unterstützer ihrer Spendenaktion hielten sie übrigens via Instagram ständig auf dem Laufenden, erzählt Nessryn Atoui, „so wussten sie immer ganz genau, was wir mit ihrem Geld machen.“

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