Nonnenbach Nottulner Berg
Naturschutz mit ganz viel Handarbeit

Nottuln -

Für den Naturschutz muss man auch manches Mal kräftig zupacken können. Die Einsatzgruppe vom Naturschutzzentrum kann das nur zu gut. Auch im Bereich Nonnenbach Nottulner Berg hat sie Handarbeit geleistet.

Dienstag, 17.11.2020, 19:00 Uhr
Die Einsatzgruppe Naturschutz mit Gartenbaumeister Alexander Breitkopf sorgt für die Pflege des Naturschutzgebietes.
Die Einsatzgruppe Naturschutz mit Gartenbaumeister Alexander Breitkopf sorgt für die Pflege des Naturschutzgebietes. Foto: Frank Vogel

Wie viel Arbeit die Pflege der Flächen im Naturschutzgebiet Nonnenbach Nottulner Berg macht, das ist am Beispiel der jüngsten Mahd­gutübertragung zu sehen, die das Naturschutzzentrum Anfang September auf der Fläche am Schmittler durchgeführt hat. Zusätzlich hat die Einsatzgruppe Naturschutz Pflanzensamen von heimischen Blütenpflanzen ausgebracht, die bereits im Frühsommer die Samenreife erreicht hatten, wie etwa die Margerite und der Weinbergslauch. Gesammelt hatte die Einsatzgruppe den Samen von Hand oder mit dem neu angeschafften, vom Kreis finanzierten „Wiesefix“, einer Maschine, mit der das Saatgut schonend gesammelt werden kann.

Die Schmittlerfläche wird seit drei Jahren extensiv ohne Düngung von einem Landwirt im Rahmen des Vertragsnaturschutzes bewirtschaftet. Das Heu (Mahd­gut) wurde von der Einsatzgruppe Naturschutz mit einem handgeführten Einachsenmäher von einem nahe gelegenen Spendersaum gewonnen. Der historische, seit Jahren ungedüngte Saum beherbergt die Pflanzengesellschaft „Artenreiche Glatthaferwiese“ mit Wiesen-Flockenblume, Knautie, Margerite und zahlreichen weiteren typischen Wiesen-Blütenpflanzen, erklärt Diplom-Biologin Kerstin Wittjen vom Naturschutzzentrum.

Zuvor wurden auf der Schmittlerfläche (Empfängerfläche) schmale, etwa ein Meter breite und bis zu 50 Meter lange Streifen gefräst. Auf diese vorbereiteten Flächen wurde das Mahdgut des Spendersaums aufgebracht. „Das Fräsen zerstört den oberflächennahen Wurzelfilz und öffnet den Boden. So wird den frisch keimenden Pflanzen aus dem übertragenen Mahd­gut die Ansiedlung erleichtert“, so Kerstin Wittjen.

Anschließend wurden das Mahdgut und die per Hand gesammelten Samen von der Einsatzgruppe Naturschutz und dem Bundesfreiwilligendienstler des Naturschutzzentrums auf den gefrästen Streifen verteilt. „Wir sind sehr gespannt, wie sich die so vorbereiteten Streifen im nächsten Jahr präsentieren werden“, sagt Wittjen, die allerdings auch weiß, dass der trockene Sommer das Gelingen verhindern könnte. Klar ist: „Sollten sich die Blütenpflanzen des Spendersaumes zeigen, war die Maßnahme erfolgreich. Sie würden sich dann durch die Wiesennutzung weiter auf der Fläche ausbreiten.“

Auf diese Weise könne der stark bedrohte FFH-Lebensraumtyp „Artenreiche Glatthaferwiese“, für den Deutschland aktuell nach EU-Vorgabe Optimierungsmaßnahmen umsetzen muss, in der Gemeinde Nottuln gefördert werden, so Wittjen abschließend.

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