Feuerwehrbedarfsplanung
Einstimmiges Ja zum bewährten Standort

Nottuln -

Die Empfehlung des Sachverständigen hat die Politik im Haupt- und Finanzausschuss überzeugt. Der Feuerwehrstandort im Ortsteil Nottuln wird beibehalten.

Donnerstag, 26.11.2020, 22:25 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 17:30 Uhr
Das Feuerwehrgerätehaus in Nottuln bleibt weiterhin an der Appelhülsener Straße. Allerdings muss investiert werden.
Das Feuerwehrgerätehaus in Nottuln bleibt weiterhin an der Appelhülsener Straße. Allerdings muss investiert werden. Foto: Ludger Warnke

Das Feuerwehrgerätehaus in Nottuln soll unverändert an seinem jetzigen Standort an der Appelhülsener Straße verbleiben. Das hat am Mittwochabend der Haupt- und Finanzausschuss einstimmig beschlossen. Die Politiker folgten damit einer klaren Empfehlung von Dipl.-Ing. Jochen Siepe , Sachverständiger für Feuerwehrbedarfsplanung. Dieser hatte in der Überarbeitung des Brandschutzbedarfsplanes für die Gemeinde Nottuln festgestellt, dass eine Verlagerung des Gerätehauses an die Schapdettener Straße oder weiter ortsauswärts an der Appelhülsener Straße zu deutlichen Verschlechterungen bei den Einsatzzeiten führt.

Mit dem Ja zum bewährten Standort ist es aber nicht getan. Auch das Feuerwehrgerätehaus Nottuln muss „ertüchtigt“ werden, wie Siepe es formulierte. Heißt: Das Gebäude muss umfassend erneuert werden, damit es den heutigen Feuerwehranforderungen gerecht wird. Dafür werden dann auch Flächen des angrenzenden Bauhofes benötigt, weshalb die Politik ebenfalls einstimmig beschloss: „Die Verwaltung wird beauftragt, ein für die Auslagerung des Bauhofes geeignetes Grundstück zu suchen und alsdann ein Ergebnis im zuständigen Fachausschuss vorzustellen.“

Den Beschlüssen vorausgegangen war eine Information über die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes der Gemeinde Nottuln. Dieser Plan dokumentiert Standorte, Personalbestand, Ausrüstung, Rahmenbedingungen, Einsätze, Schutzziele und vieles mehr und gibt Orientierung für die nächsten Jahre.

„Sie habe eine junge, sehr gut ausgebildete Feuerwehr “, lobte Jochen Siepe. Er verwies auf gute Ausrückzeiten und einen hohen Zielerreichungsgrad von 90 Prozent. Alle vier Gerätehäuser seien notwendig und ausreichend. Allerdings weisen alle Gerätehäuser Mängel auf, weshalb hier in den nächsten Jahren investiert werden muss.

Siepe wies darauf hin, dass die Freiwillige Feuerwehr von Jahr zu Jahr mehr Einsätze zu leisten habe. Ein Problem sei dabei die Tagesverfügbarkeit der Wehrleute. Von den insgesamt 154 Aktiven haben 115 ihren Arbeitsplatz außerhalb der Gemeinde (rund 75 Prozent). Aufgrund von Schichtdiensten und Ähnlichem gelinge es dennoch, dass etwa 55 Aktive tagsüber im Zeitraum von Montag bis Freitag zur Verfügung stehen. Dennoch bleibe es eine fortwährende Aufgabe, die Tagesverfügbarkeit weiter zu verbessern, zum Beispiel durch die Einbindung von Aktiven externer Feuerwehren, die ihren Arbeitsplatz in der Gemeinde Nottuln haben.

Ein weiteres Handlungsfeld ergibt sich aus dem stark steigenden Arbeitsaufkommen der Freiwilligen Feuerwehr. Neben den relevant gestiegenen Einsatzzahlen muss die Feuerwehr auch immer mehr Aufwand betreiben für Gerätewartung, Dokumentation, Aus- und Fortbildung, Brandschutzerziehung und Administration. Udo Henke, Leiter der Feuerwehr, verdeutlichte das in der Sitzung am folgenden Beispiel: Die Gerätewarte der Feuerwehr leisten neben den Stunden bei Einsätzen und Übungsabenden weitere 1500 Stunden, um die Gerätschaften der Feuerwehr einsatzbereit zu halten.

Schlussfolgerung und Empfehlung des Sachverständigen Jochen Siepe: Die Gemeinde sollte sich mit dem Thema „hauptamtliche Feuerwehrkräfte“ beschäftigen. Das könnte auch in Kooperation mit anderen Kommunen erfolgen.

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