Moritz Hegemann
Leben in einer größeren Stadt

Nottuln/Recklinghausen -

Moritz Hegemann war bis Juli 2016 Fraktionssprecher der Grünen im Rat der Gemeinde Nottuln. Dann verließ er das Stiftsdorf. Was macht der 34-Jährige heute? Die WN haben nachgefragt.

Montag, 11.01.2021, 09:09 Uhr
Das Gitarrespielen hat seit einem guten halben Jahr eher Seltenheitswert bei Moritz Hegemann. Was den Lehrer und Lokalpolitiker jedoch nicht traurig macht, denn stattdessen genießt er sehr die Beschäftigung mit Sohn Emil.
Das Gitarrespielen hat seit einem guten halben Jahr eher Seltenheitswert bei Moritz Hegemann. Was den Lehrer und Lokalpolitiker jedoch nicht traurig macht, denn stattdessen genießt er sehr die Beschäftigung mit Sohn Emil. Foto: Sammlung Hegemann

Es gibt Menschen, die in Nottuln viele Jahre arbeiteten, ein Geschäft führten oder sich politisch engagierten und dadurch markante Spuren hinterließen. Was aber machen diese Menschen jetzt, nachdem sie Nottuln den Rücken gekehrt, das Geschäft verkauft, in Ruhestand gegangen sind oder sich aus anderen Gründen zurückgezogen haben? Die Westfälischen Nachrichten haben sich auf die Suche gemacht und mit den Menschen gesprochen.

Heute: Moritz Hegemann , ehemaliger Fraktionssprecher der Grünen im Rat der Gemeinde Nottuln. Von April 2007 bis Juli 2016 war der junge Nottulner Fraktionssprecher seiner Partei. Inzwischen ist der 34-Jährige stolzer Papa von Sohn Emil und wohnt mit seiner Lebensgefährtin Kristina in Recklinghausen. Das Lehramtsstudium für Mathematik und Sozialwissenschaften absolvierte der Nottulner in Münster, bevor es ihn vom Land in die Großstadt zog.

Wann sind Sie aus Nottuln weggegangen und warum?

 

Moritz Hegemann: Am 1. August 2016 bin ich nach Dortmund gezogen. Das hatte neben schwarzgelben Fußballfan-Gründen auch praktische Gründe. Ich zog näher an meinen Arbeitsplatz im Ruhrgebiet. Außerdem hatte ich wirklich den Wunsch, mal in einer größeren Stadt zu leben. Mittlerweile wohne ich in Recklinghausen – die Stadt ist etwas kleiner und ohne Signal Iduna Park (das Stadion von Borussia Dortmund, die Red.), dafür noch näher an der Arbeit. Jetzt kann ich mit dem Fahrrad zur Schule fahren.

Was vermissen Sie aus der Zeit in Nottuln?

Hegemann: Hier im Ruhrgebiet kommt man ja schnell mit vielen Menschen ins Gespräch. Auch wenn man sich gar nicht kennt. In Nottuln bin ich auch oft ins Gespräch gekommen. Aber da kannte ich die Menschen. Das Überschaubare, die vertrauten Straßen, den Ortskern. In Nottuln bin ich groß geworden. Nottuln ist meine Heimat – kein Zweifel.

Welche Kontakte haben Sie nach Nottuln, und besuchen Sie die Baumberge-Gemeinde noch?

Hegemann: Meine Eltern wohnen in Nottuln. Ich bin daher regelmäßig zu Besuch. Ich freue mich immer über Spaziergänge und die vertraute Umgebung.

Was machen Sie jetzt beruflich? Wie sieht ihr Alltag aus?

Hegemann: Ich bin Lehrer an einer Gesamtschule und unterrichte die Fächer, die ich auch studiert habe: Mathematik und Sozialwissenschaften. Das bereitet mir wirklich große Freude. Meine Hobbys sind Lesen und Gitarre spielen, was momentan eher zu kurz kommt, aber dafür gibt es ja einen richtig schönen Grund: meinen Sohn Emil. Ich verbringe viel Zeit mit meiner Familie und mache auch endlich wieder Kommunalpolitik.

Wie sind Sie mit der Pandemie und den Einschränkungen umgegangen?

Hegemann: Wir versuchen die lokalen Geschäfte und Restaurants zu unterstützen. Die Einschränkungen sind aber schon hart.

Welche Zukunftspläne haben Sie?

Hegemann: Meine Oma würde jetzt erzählen, dass ich seit meinem sechsten Lebensjahr Bundeskanzler werden wollte. Aber im Ernst: Wir bauen nächstes Jahr ein Haus, und da sind schon viele Zukunftspläne geschmiedet.

Halten Sie eine Rückkehr nach Nottuln für möglich?

Hegemann: Das ist natürlich alles andere als ausgeschlossen! Aber jetzt sind die Wurzeln erstmal im Ruhrgebiet geschlagen und können hier wachsen.

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