Stromausfall
Eine halbe Stunde Dunkelheit

Nottuln -

Ein großflächiger Stromausfall hat die Ortsteile Nottuln, Darup, Schapdetten und das Gewerbegebiet Beisenbusch kurzfristig lahmgelegt. Schuld war ein neugieriges Tier.

Montag, 11.01.2021, 16:29 Uhr aktualisiert: 11.01.2021, 16:58 Uhr
So sieht es bei einer Entstörung aus. Ein Techniker der Westnetz GmbH an einer geöffneten Ortsnetzstation. Nach dem Stromausfall In Nottuln und Darup mussten die Fachleute am Montagvormittag „mit Mann und Maus und Messwagen“ raus.
So sieht es bei einer Entstörung aus. Ein Techniker der Westnetz GmbH an einer geöffneten Ortsnetzstation. Nach dem Stromausfall In Nottuln und Darup mussten die Fachleute am Montagvormittag „mit Mann und Maus und Messwagen“ raus. Foto: Frank Peterschroeder

Einen großflächigen Stromausfall hat es am Montagmorgen in der Gemeinde Nottuln gegeben. Bis zu einer halben Stunde fiel das Stromnetz in den Ortsteilen Nottuln, Schapdetten und Darup aus, außerdem im Gewerbegebiet Beisenbusch – zunächst hatte die Westnetz GmbH von einem Ausfall berichtet, der lediglich Nottulns Süden und Norden betrifft. Am Nachmittag dann war nicht nur das Ausmaß deutlicher, sondern auch die Ursache bekannt. Wie Pressesprecherin Ingrid Meering erklärte, habe ein Tier in einer 30 000-Volt-Umspannanlage im Ortsteil Nottuln den Ausfall eines der beiden Transformatoren ausgelöst. „Wir haben alles isoliert und geschützt, trotzdem kommt so etwas leider immer mal wieder vor.“ Danach wird – so vermutet Westnetz – der Ausfall, der um 8.24 Uhr passierte, eine Art Kettenreaktion ausgelöst haben. Am Ende waren insgesamt 133 Ortsnetzstationen betroffen, an denen Tausende von Haushalten hängen. Über den zweiten Trafo in der Umspannstation wurde das Netz ab 8.32 Uhr wieder mit Strom versorgt, gegen 9 Uhr war es wieder stabilisiert.

Fehler im Netz wie der vom Montagmorgen werden automatisch der Fernüberwachung in Arnsberg gemeldet. Dort versucht man, den Fehler dann aus der Distanz zu beheben. Funktioniert das nicht, müssen die Teams vor Ort tätig werden. In Nottuln stellten die Techniker dabei fest, dass alle Anlagen einwandfrei funktionieren, sodass man davon ausgeht, dass der Ausfall des Trafos in der Umspannanlage die weiteren Ausfälle bedingt hat. „Das wird aber noch genauer geprüft.“

Zu einem unglücklichen Zeitpunkt kam der Stromausfall für das Rupert-Neudeck-Gymnasium. Dort sollte am Morgen der Distanzunterricht starten, doch daraus wurde erstmal nichts. „Wir hatten auch kein Netz für unsere Handys, sodass wir nur mit Mühe die Kolleginnen und Kollegen erreichen konnten, die von zu Hause aus unterrichten wollten, und nicht wussten, warum das nicht funktioniert“, berichtet Schulleiterin Jutta Glanemann . Besonders getroffen hat der Stromausfall aber die Schülerinnen und Schüler, die ihre Klausuren schreiben sollten und wollten. „Die saßen dann plötzlich ohne Licht da.“ Als der Strom wiederkam, nahm alles seinen Gang, und Jutta Glanemann zeigte sich zufrieden mit dem Tag eins nach den verlängerten Ferien.

Glück im Unglück für die Liebfrauenschule. „Hier ging nichts mehr, aber wir hatten für Montag noch unseren Organisationstag anberaumt, der Online-Unterricht beginnt erst am Dienstag“, teilte Schulleiter Heinrich Willenborg mit. Passend zu den Online-Konferenzen der Kolleginnen und Kollegen sei der Strom wieder dagewesen.

„Für unsere Kinder war der Stromausfall kein Angsterlebnis, sondern eher eine kleine amüsante Episode“, schmunzelt Marion Roperz, stellvertretende Leiterin der Astrid-Lindgren-Schule. Immerhin 40 Mädchen und Jungen hatte die Schule am Montag in der Notbetreuung. Die hätten die Taschenlampen herausgeholt, die sie für die Ausleuchtung ihres Schulwegs nutzen, Elektrokerzen aus der Weihnachtsdeko zusammengetragen und die Tablets eingeschaltet und leuchten lassen. Das sei sogar ein bisschen anheimelnd gewesen, lacht Marion Roperz.

So ähnlich sah es auch ander St.-Martinus-Schule aus, wie der kommissarische stellvertretende Leiter Udo Lösel berichtet. Hier waren 26 Kinder in die Notgruppe gekommen. Dort war alles ganz entspannt. Schwierig sei allerdings gewesen, dass einige Schülerinnen und Schüler ihre Unterlagen für das Lernen zu Hause aus der Schule abholen wollten. „Da mussten wir mit den Handylichtern leuchten.“ Ein unangenehmeres Problem sei allerdings gewesen, dass die Plattform für die Unterrichtsmaterialien überlastet gewesen seien, sodass die Kinder und Eltern nicht an diese herankommen konnten (Bericht auf der ersten Seite unserer Zeitung).

Ganz kurz nur war der Strom in der Daruper Sebastianschule weg, wie deren Leiterin Ursula Wippich berichtet. Die zwölf Kinder in der Notbetreuung wären gut damit umgegangen. „Am Anfang hatten wir die Befürchtung, dass es länger dauern würde. Die Kinder sind bis 15 Uhr hier, das wäre unter Umständen für alle sehr lang geworden ...“

Notstrom im Krankenhaus

Die Christophorus-Kliniken haben an allen Standorten Notstromaggregate, um die Stromzufuhr kontinuierlich aufrecht erhalten zu können. Der Stromausfall führte daher am Standort in Nottuln zu keinerlei größeren Problemen. Das Notstromaggregat sprang direkt an und übernahm die Versorgung aller relevanten Bereiche, teilten die Christophorus-Kliniken auf WN-Anfrage mit. Die Mitarbeitenden der Technikabteilung überprüften trotzdem alle Abteilungen, Stationen und Bereiche und kontrollierten die Stromversorgung der Geräte und Anlagen. Alles funktionierte reibungslos, ebenso der Wechsel zur Regel-Stromversorgung nach circa einer halben Stunde.

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