„Orgelmusik zur Marktzeit“
Viel Lob für eine gelungene Premiere

Nottuln -

Das neue Kulturangebot „Orgelmusik zur Marktzeit“ erlebte eine glänzende Premiere. Der Beifall gab dem Programm das verdiente Echo und enthielt gleichzeitig die Ermunterung: Dieses Musikformat muss weitergeführt werden.

Freitag, 19.02.2021, 17:57 Uhr aktualisiert: 19.02.2021, 19:04 Uhr
Kantor Heiner Block präsentierte zur Premiere der „Orgelmusik zur Marktzeit“ ein abwechslungsreiches Programm. Viele Zuhörer waren gekommen und zeigten durch ihr Interesse, wie wichtig Kulturveranstaltungen in Pandemie-Zeiten sind.
Kantor Heiner Block präsentierte zur Premiere der „Orgelmusik zur Marktzeit“ ein abwechslungsreiches Programm. Viele Zuhörer waren gekommen und zeigten durch ihr Interesse, wie wichtig Kulturveranstaltungen in Pandemie-Zeiten sind. Foto: Ludger Warnke

Die Zuhörer waren sich einig: Es ist hoffentlich der Auftakt zu einer vielversprechenden Reihe geworden – die „Orgelmusik zur Marktzeit“ in der Nottulner St.-Martinus-Kirche. Für die Premiere am Donnerstag hatte Heiner Block , Organist und Kantor der katholischen Pfarrgemeinde St. Martin, ein attraktives Programm zusammengestellt und präsentierte sich selbst als Virtuose.

Das Konzept – etwa 20 bis 30 Minuten Orgelmusik zur besten Marktzeit – erwies sich als Publikumsmagnet: Unter Corona-Bedingungen war die Kirche gut besetzt. Heiner Block saß an dem „neuen“, dem vorderen Spieltisch in der Nähe des Altarbereiches.

Wie anders hätte man das Programm bei dem ersten dieser Konzerte beginnen können als mit einem Präludium von Johann Sebastian Bach? Diese bewegte Komposition führte geschickt von der Unruhe der „Außenwelt“ in die spirituelle Atmosphäre des Kirchenraumes.

Den Schwerpunkt des Programmes bildeten (neben einer Choralbearbeitung von Josef Rheinberger) zwei hochromantische französische Kompositionen von Marcel Dupré und Léon Boëllmann. Beiden Werken gemeinsam sind die feinen romantischen Harmonien, in ihrer Klanglichkeit typisch für die französische Orgelmusik dieser Epoche.

Heiner Block wählte mit sensiblem Gespür die hierfür passenden Registerkombinationen. Unauffällig und sehr gekonnt setzte er dabei die klangliche Vielfalt ein, die erst durch die Kombination der beiden Orgeln möglich geworden ist.

Während die Komposition von Dupré eher von intimen Klängen geprägt ist, zeigt die „Gotische Suite“ von Boëllmann ausdrucksstark und wirkungsvoll die unterschiedlichen Möglichkeiten des Instrumentes. Das Werk entstand 1893, vier Jahre vor dem tragischen Tod des Komponisten, der nur 35 Jahre alt wurde.

Der Schlusssatz der Suite, eine „Toccata“, gehört zu den Paradestücken jedes Konzertorganisten, und sie steht an Wirkung ihrer „Schwester“, der Toccata von Charles-Marie Widor, nicht nach. Heiner Block zeigte sich als überzeugender Interpret dieses großen Werkes und meisterte die mitreißende Virtuosität.

Der Beifall gab dem Programm das verdiente Echo und enthielt gleichzeitig die Ermunterung: Dieses Musikformat muss weitergeführt werden.

„Und das wird es auch“, wie Heiner Block im WN-Gespräch erklärte. Am kommenden Donnerstag (25. Februar) folgt die nächste „Orgelmusik zur Marktzeit“.

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