Das Tanken wird teurer
Die Kunden bleiben dennoch locker

Nottuln -

Die Preise für Diesel und Benzin an den Tankstellen steigen. Doch die Kunden bleiben bislang locker, wie die örtlichen Tankstellenbetreiber und -pächter berichten.

Dienstag, 23.02.2021, 20:15 Uhr aktualisiert: 23.02.2021, 20:20 Uhr
Zwei Mal hingucken musste so mancher Kunde seit Anfang 2021 beim Blick auf die Benzin-Preistafel. Doch für die gestiegenen Preise gibt es Gründe.
Zwei Mal hingucken musste so mancher Kunde seit Anfang 2021 beim Blick auf die Benzin-Preistafel. Doch für die gestiegenen Preise gibt es Gründe. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Preise an der Tanke steigen. Für Benzin und Diesel müssen die Autofahrer mehr berappen als im alten Jahr. Dabei muss man nicht Rätselraten nach den Gründen. Fakt eins: Es gibt eine neue CO₂-Steuer, für die auch die Pkw-Nutzer an der Tankstelle zur Kasse gebeten werden. Fakt zwei: die neue, alte Mehrwertsteuer, die Anfang 2021 wieder auf 19 Prozent erhöht wurde. Wie reagieren die Kunden auf die gestiegenen Preise, wollten die WN von den Tankstellen-Pächtern beziehungsweise Betreibern vor Ort wissen.

Sebastian Peetz , Pächter der Westfalen-Tankstelle in Nottuln: „Bisher ist mir nicht aufgefallen, dass ein Kunde über die gestiegenen Preise gemeckert hätte. Ich glaube, dass viele von ihnen gar nicht wissen, dass eine CO₂-Steuer mit im Preis steckt, sondern glauben, dass es nur an der wieder erhöhten Mehrwertsteuer liegt.“

Josef Hoenhorst, der die Tankstelle Deim in Appelhülsen betreibt, kann sich ebenso wenig über meckernde Kunden beschweren. „Einige haben sich tatsächlich zunächst gewundert, haben es aber inzwischen akzeptiert“, sagt er. „Wir haben aber auch schon im Vorfeld über die anstehenden Preiserhöhungen informiert, vor allem unsere Stammkunden.“

Hubertus Kellermann, Gesellschafter des gleichnamigen Familienunternehmens in Nottuln, das unter anderem eine Tankstelle, eine Waschanlage und einen Containerdienst betreibt: „Aufgrund der CO₂-Steuer tankt niemand weniger. Wir haben schon vor dem Jahreswechsel gemerkt, dass die Leute weniger tanken – unter anderem, weil nun mehr im Homeoffice arbeiten und wegen der Elektromobilität. Das ist zumindest das, was wir aus den Gesprächen mit Kunden herausgehört haben.“

An steigende Preise müssen sich die Autofahrer gewöhnen – mit der Jahr für Jahr sich erhöhenden CO₂-Steuer ziehen auch sie weiter an, mindestens bis 2025. Befürchten die Tankstellenbetreiber deshalb langfristige Auswirkungen auf ihre Branche? Ein klares Nein kommt von Sebastian Peetz: „Viele sind auf das Auto angewiesen.“ Zurückhaltender ist Josef Hoenhorst: „Das kann man langfristig nicht vorhersagen, ebenso wenig wie die Auswirkungen der E-Mobilität.“

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