Corona-Schutzverordnung
Wie ein Blick in die Glaskugel

Nottuln -

Was gilt - und wenn ja, wann gilt es? Die Corona-Schutzverordnung sorgt für viele Fragen. Auch die Gemeindeverwaltung muss sich immer wieder mit den Aktualisierungen befassen.

Montag, 29.03.2021, 19:19 Uhr
Shoppen nach Terminbuchung – hier eine Aufnahme aus Berlin – ist auch in Nottuln ab sofort verpflichtend. Ausgenommen bleiben Geschäfte für den täglichen Bedarf wie Lebensmittelläden und Drogerien.
Shoppen nach Terminbuchung – hier eine Aufnahme aus Berlin – ist auch in Nottuln ab sofort verpflichtend. Ausgenommen bleiben Geschäfte für den täglichen Bedarf wie Lebensmittelläden und Drogerien. Foto: Christoph Soeder/dpa

Die Verunsicherung ist riesengroß. „Wir werden immer wieder angesprochen, weil die Leute nicht wissen, was wann wo gilt.“ Stefan Kohaus, Rechtsrat der Gemeinde Nottuln und für die Umsetzung der Corona-Schutzverordnung zuständig, gibt zu, dass auch er selbst immer wieder in die Verordnung und ihre Aktualisierungen schauen muss, um genau zu wissen, wie der Stand der Dinge ist. Seit Montag gilt die aktuelle Fassung nun erstmal bis zum 18. April.

„Um den Einzelhändlern die neuen Regeln zu erläutern, werden wir noch mal rumfahren und vor Ort mit ihnen sprechen“, kündigte Kohaus an. Und versprach: „Wir werden dabei nicht mit dem Bußgeldbescheid winken.“ Für den Einzelhandel ist wichtig zu wissen, dass er weiter geöffnet bleiben kann. Allerdings sind Terminbuchungen („click and meet“) notwendig. Ausnahme sind Geschäfte für den täglichen Bedarf wie Lebensmittelläden, Drogerien und so weiter. Körpernahe Dienstleistungen, bei denen keine Maske getragen werden kann, dürfen in Anspruch genommen werden, wenn die Kundin oder der Kunde einen tagesaktuellen negativen Schnell- oder Selbsttest vorlegen kann.

Verwirrung in der Bevölkerung

Diese Regelungen gelten im Kreis Coesfeld indes nur deshalb, weil der Inzidenzwert unter der bekannten 100er-Marke liegt. Das Landeszentrum Gesundheit NRW meldete für den Montag einen Wert von 75,3. Diesen jeweils tagesaktuellen Wert findet man auf der Homepage des Landeszentrums (www.lzg.nrw.de). Der in der Bevölkerung bekanntere Wert ist zwar der, den das Robert-Koch-Institut meldet, letztlich entscheidend ist jedoch der des LZG. „Die Werte unterscheiden sich aber in der Regel nicht oder nur sehr geringfügig“, weiß Stefan Kohaus.

Also: Steigt die Inzidenz im Kreis an drei Tagen hintereinander auf über 100, dann wird die Notbremse gezogen. Das heißt aber nicht, dass alles wieder geschlossen wird, sondern dass man zusätzlich zur Terminbuchung auch noch einen negativen Corona-Test vorweisen muss. Wie sich der Inzidenzwert, der zuletzt bundesweit und auch im Kreis deutlich gestiegen ist, entwickelt, „das ist ein Blick in die Glaskugel“, sagt Stefan Kohaus.

Auf jeden Fall biete die Gemeinde an, dass sich Bürgerinnen und Bürger, wenn sie im Zweifel sind, jederzeit per Mail an das Ordnungsamt wenden können (ordnungsamt@nottuln.de). Man werde auch am Karfreitag und am Ostersamstag in den Mailordner schauen und helfen.

Ordnungsamt hilft bei Fragen

Das gilt auch für Fragen zum privaten Bereich. Klar ist für zu Hause: Partys sind verboten! Im öffentlichen Raum gilt das bekannte Abstandsgebot. Es ist aufgehoben, wenn sich zu einem Hausstand – auch Paare, die nicht zusammenwohnen, gelten als ein Hausstand – eine weitere Person aus einem anderen Hausstand gesellt. Kinder, die jünger sind als 15 Jahre, werden nicht gezählt. Zweite Regel: Aus zwei Hausständen können jeweils zwei oder drei Personen zusammenkommen, wenn es insgesamt nicht mehr als fünf Personen werden (auch hier werden Kinder nicht mitgezählt).

Das ist noch relativ überschaubar. Was ist aber, wenn die Inzidenz auf über 100 steigt? Dann gilt nur noch die erste Regel, nach der im öffentlichen Raum nur ein Hausstand mit einer externen Person zusammenkommen darf. Nicht mehr erlaubt sind je zwei oder drei Personen aus unterschiedlichen Hausständen (also die zweite Regel).

Zum Osterfest gilt in ganz Nordrhein-Westfalen allerdings ausnahmsweise: Auch wenn die Inzidenz über 100 liegt, gelten trotzdem dieselben Kontaktregeln wie in Kreisen und Kommunen, in denen der Wert unter der kritischen 100er-Marke liegt.

Run auf die Baumberge

Sicher ist jetzt schon, dass es – sofern das Wetter gut ist – an den Feiertagen zu einem Run auf die Baumberge kommen wird. Auch das wird das Ordnungsamt im Auge behalten. Abhängig von Inzidenz und Wetterlage werde man neben der ohnehin zu stellenden Rufbereitschaft auch noch an den möglichen Hotspots unterwegs sein, erklärt Kohaus.

Unverändert bleiben übrigens die Regeln für die Gas­tronomie. Der Außerhausverkauf ist zwar weiterhin möglich, ansonsten bleiben die Gaststätten, Restaurants und anderen gastronomischen Einrichtungen aber geschlossen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7892236?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F164%2F
Nachrichten-Ticker