Aktionskreis Pater Beda
Doppelte Hilfe für die Ärmsten

Nottuln -

Einmal spenden – zweimal helfen. Der Aktionskreis Pater Beda hilft in Brasilien gleich doppelt. Und das ist dringend notwendig, denn die Situation vor Ort ist dramatisch.

Mittwoch, 31.03.2021, 19:13 Uhr aktualisiert: 31.03.2021, 19:20 Uhr
Der Aktionskreis Pater Beda kauft den von ihm geförderten Kleinbauern ihre Bio-Ernte ab. Danach werden diese Lebensmittel über die Sozialprojekte der Umgebung wiederum an die Bevölkerung verteilt.
Der Aktionskreis Pater Beda kauft den von ihm geförderten Kleinbauern ihre Bio-Ernte ab. Danach werden diese Lebensmittel über die Sozialprojekte der Umgebung wiederum an die Bevölkerung verteilt. Foto: Aktionskreis Pater Beda

Über 35 Jahre engagierte sich Erich Rump als 1. Vorsitzender für den Verein „ Kindernothilfe Nottuln“ und unterstützte Projekte in Süd- und Mittelamerika. 2019 wurde der Verein aufgelöst, da der Nottulner keine Nachfolger finden konnte, die den Verein fortführen wollten. Doch Erich Rump ist auch seit 30 Jahren 2. Vorsitzender des Aktionskreises Pater Beda und arbeitet weiter mit daran, den ärmsten Menschen in Brasilien bei der Bewältigung der Covid-Pandemie zu helfen.

„Das Projekt Escola Sao Tiago in Joao Pessoa haben wir von der Kindernothilfe Nottuln lange mit Spenden der Nottulner unterstützt. Vor einigen Jahren habe ich das Projekt auch besucht“, erzählt Erich Rump. Dort werde in einer Favela gute Arbeit geleistet.

Projekt in Joao Pessoa

Der Aktionskreis Pater Beda hat allen Grund, Dank zu sagen für die große Spendenbereitschaft aus dem Vorjahr. Hiermit konnten an vielen Stellen den betreuten Menschen in den Partnerprojekten in Nordost-Brasilien der Hunger und die schlimmste Not gelindert werden, schreibt der Aktionskreis in einer Pressemitteilung. „Jedoch reißen die Sorgen und Nöte der Partner vor Ort nicht ab. Zunächst dachte man, zu Beginn dieses Monats die Häuser wieder öffnen zu können, aber die Inzidenzwerte steigen und steigen.“

Trotzdem werde ein Lockdown von der brasilianischen Regierung abgelehnt. Schlimmer noch: Die Menschen in den Armenvierteln können nicht mehr auf die finanzielle Unterstützung durch den Staat hoffen. Seit Jahresbeginn sind die Zahlungen der Corona-Nothilfen für Arme in Brasilien eingestellt worden, so der Aktionskreis.

Inzwischen sind seit dem Ausbruch von Covid-19 rund 300 000 Menschen in Brasilien am Virus verstorben, schon über 12 Millionen Menschen sind infiziert. „Wie können wir helfen, wo es am dringendsten nötig ist?“, fragt sich Udo Lohoff, Geschäftsführer des Aktionskreises Pater Beda.

Dramatische Corona-Lage

„Dank der gut organisierten Partnerorganisationen des Aktionskreises im Netzwerk SoliVida ist es möglich, mit einer Spende gleich doppelt zu helfen. Zum Teil sind die Volksmärkte wegen der Corona-Einschränkungen geschlossen. Wir können den von uns geförderten Kleinbauern aber ihre Bio-Ernte abkaufen, die zum Beispiel aus Salaten, Möhren, Paprika, Mais, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Bohnen, Zwiebeln und vielerlei Obst besteht. Danach können diese wertvollen Lebensmittel über die bestehenden Sozialprojekte der Umgebung wiederum an die Bevölkerung verteilt werden, die aufgrund fehlender Kaufkraft und des Nahrungsmittelmangels Hunger leidet“, berichtet Lohoff über diese doppelte Unterstützung mit einer einzigen Spende.

Zurzeit seien Reisen nach Brasilien zu den Partnern undenkbar, jedoch bestehe ein sehr intensiver Austausch über verschiedene Online- und WhatsApp-Verbindungen, berichtet der Aktionskreis. Zuletzt schrieb Dona Francisca aus João Pessoa vom Kleinkinderförderprojekt „Escola São Tiago“ über die ernste Lage vor Ort: „Im Moment ist die Situation sehr kompliziert, es gibt viele Tote, und viele Familien müssen hungern, auch hier bei uns. Der Hunger und das Elend trifft die Familien. Wir sind sehr besorgt und haben keine Möglichkeit zu helfen. Die Angst ist groß, und die Regierung demütigt das Volk – Gott möge uns alle segnen!“

Der Aktionskreis Pater Beda bittet deshalb weiterhin um Spenden für diese Lebensmittelpakete und damit gleichzeitig um die Unterstützung der familiären Landwirtschaft. Jedes dieser Pakete kostet umgerechnet rund 30 Euro.

Spendenkonto: DKM - Darlehenskasse Münster, IBAN: DE51 4006 0265 0022 4442 00 Stichwort: Doppelt helfen.

 

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