ADFC Nottuln
Nutzung des Fahrrads steigern

Nottuln -

In der aktuellen Debatte über den Fahrradverkehr meldet sich auch der ADFC Nottuln zu Wort. „Es geht hier nicht um Verteufelung des Kraftfahrzeugs“, betont der ADFC. „Wir müssen und wollen jedoch die Nutzung des Fahrrades im Nahverkehr steigern. Der CO

Montag, 03.05.2021, 07:00 Uhr
Der ADFC Nottuln will weiter das Ansinnen zur rad- und fußgängerfreundlichen Umgestaltung im Ort vorantreiben.
Der ADFC Nottuln will weiter das Ansinnen zur rad- und fußgängerfreundlichen Umgestaltung im Ort vorantreiben. Foto: Niklas Tüns

Die Diskussion über die Entwicklung des Radverkehrs nimmt in Nottuln Fahrt auf. Die ADFC-Ortgruppe Nottuln äußert sich in einer Presseerklärung kritisch zu den Positionen der FDP zum Thema (wir berichteten). Es sei erfreulich, so der ADFC , „dass die FDP die tatsächlich sehr renovierungsbedürftigen Radwege sanieren will und auch von Neubauten spricht. Woher der dafür notwendige Straßenraum kommen soll, wenn dies nicht zulasten des Autoverkehrs geschieht, ist offensichtlich nicht Teil der Überlegungen gewesen. Auch die Förderung von Dienstbikes ist begrüßenswert. Was aber ist darunter zu verstehen? Viele Arbeitgeber ermöglichen bereits die Anschaffung eines Jobrades. Ist hier nur die Gemeindeverwaltung gefragt?“

„Im gesamten Gemeindegebiet und insbesondere im Ortskern von Nottuln soll die Verkehrsführung durch eine Fußgänger- und Radfahrvorrangregelung gestaltet werden.“ Diesen Satz zitiert die ADFC-Ortsgruppe, aus einer Antwort der FDP an die FI Nottuln, die die Parteien anlässlich der Kommunalwahl um Stellungnahme gebeten hatte. „War das nur leeres Wahlkampfgetöse?“, fragt der ADFC.

Die jetzigen Radwege sind aus Sicht des ADFC isolierte Solitäre in einer ansonsten autogerechten Umgebung. Man benötige aber ein Radwegenetz, wie es auch vom Landesgesetzgeber vorgesehen sei. Nur so seien gefahrlosere und den Anforderungen des Radverkehrs gerecht werdende Wege im Ort, in den Teilorten und dazwischen möglich.

Eine klare Position nimmt der ADFC Nottuln zum Thema „Fahrradstraße“ ein: Bereits jetzt sei nach Rechtslage in den allermeisten Straßen ein Überholen von Radfahrern untersagt, da die verbleibende Fahrgasse, Fahrbahnbreite minus Parkraum, ein Überholen mit dem nötigen Seitenabstand von 1,50 Meter zum Fahrradfahrenden unmöglich macht. Die Einrichtung von Fahrradstraßen oder quartiersweise von Fahrradzonen mit Freigabe von anderem Verkehr schaff hier nur mehr Sicherheit und sei daher keine unnötige oder unverhältnismäßige Einschränkung des übrigen Verkehrs. „Es geht hier nicht um Verteufelung des Kraftfahrzeugs“, betont der ADFC. Der weitaus überwiegende Teil der Radfahrer ist auch Kraftfahrzeughalter. „Wir müssen und wollen jedoch die Nutzung des Fahrrades im Nahverkehr steigern. Der CO-Ausstoß des Pkw ist gerade auf diesen Distanzen besonders hoch und belastet damit die Umwelt unverhältnismäßig.“

Der ADFC Nottuln werde weiter das Ansinnen zur rad- und fußgängerfreundlichen Umgestaltung im Ort vorantreiben, unterstützt von einer Vielzahl von Bürgern, wie die kürzlich beendete Umfrage in der Nottulner Bevölkerung eindrucksvoll belegt habe. „Wir sind noch in der Auswertung der Umfrage und werden nach unserer Videokonferenz zu dem Thema am 8. Mai (Samstag) um 11 Uhr unsere Vorschläge und Forderungen detaillierter darstellen können und Politik und Verwaltung zur Verfügung stellen“, berichtet Günter Dieker, Pressesprecher des ADFC Nottuln. Zugangsdaten zu der Videokonferenz sind per Mail an nottuln@adfc-ms.de zu erhalten und werden zeitnah auch auf der Homepage http://nottuln.adfc.de eingestellt.

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