Christophorus-Kliniken
Labor testet mit Hochdruck

Nottuln -

Dr. Mark Lönnies, Geschäftsführer der Christophorus-Kliniken mit Standorten in Nottuln, Coesfeld und Dülmen, erläutert, welche Maßnahmen getroffen werden, um Personal und Patienten im Krankenhaus vor einer Corona-Infektion zu schützen

Sonntag, 02.05.2021, 19:14 Uhr aktualisiert: 02.05.2021, 19:20 Uhr
Dr. Mark Lönnies, Geschäftsführer der Christophorus-Kliniken.
Dr. Mark Lönnies, Geschäftsführer der Christophorus-Kliniken. Foto: Christophorus-Kliniken

Im Klinikum Dortmund soll ein Besucher mehrere Patienten mit dem Corona-Virus angesteckt und damit für einen Corona-Hotspot gesorgt haben. Der Besucher soll allerdings einen negativen Schnelltestgehabt haben. Vor dem Hintergrund dieses Vorfalls hat unser Redaktionsmitglied Manuela Reher mit Dr. Mark Lönnies , Geschäftsführer der Christophorus-Kliniken, über die Situation hier vor Ort gesprochen.

 

Wie stellt sich die Situation in den Christophorus-Kliniken dar?

Dr. Lönnies: Die Christophorus-Kliniken haben zum Glück noch keinen Corona-Ausbruch solchen Ausmaßes durch einen Besucher erlebt, wie er in Dortmund ausgelöst worden sein soll.

Welche Vorkehrungen treffen die Christophorus-Kliniken, damit Patienten und Personal vor einer Infektion mit dem Corona-Virus geschützt sind?

Dr. Lönnies: Wir führen seit Monaten verschiedenste Maßnahmen durch, um Patienten und Mitarbeitende vor einer Infektion durch Corona-Viren zu schützen. Alle Patienten werden bei der Aufnahme ins Krankenhaus und dann weiter regelmäßig getestet. Zusätzlich wird bei der Aufnahme ein spezielles Screening durchgeführt (Risikobefragung und Temperaturmessung). Patienten mit bestätigter Corona-Infektion, diejenigen mit einem Infektionsverdacht sowie alle anderen Patienten sind voneinander getrennt untergebracht. Das Tragen von Masken sowie die Einhaltung der Hygieneregeln ist für Patienten und deren Angehörige Pflicht.

Wie sieht der Umgang der Mitarbeitenden mit den Patienten aus?

Dr. Lönnies: Der Umgang der Mitarbeitenden mit den Patienten ist besonders geregelt mit den entsprechenden Abstands- und Schutzmaßnahmen inklusive Maske. Auch der Kontakt der Mitarbeitenden untereinander ist von der A-H-A-C-L-Regel (Abstand-Hygienemaßnahmen-Alltagsmaske-Corona-Warn-App-Lüften) bestimmt. Symptomlose Mitarbeitende aus Risikobereichen können sich in den klinikeigenen Testzentren zweimal in der Woche testen lassen, alle übrigen symptomlosen Mitarbeitenden einmal in der Woche. Mitarbeiter mit Krankheitsgefühl/unklarer Situation können sich jederzeit testen lassen. Diese Regeln werden streng eingehalten, obwohl inzwischen fast alle Mitarbeitenden der Kliniken zumindest erstgeimpft werden konnten.

Welche Regelungen gibt es für Besuche von Patienten?

Dr. Lönnies: Der Besuch in den Kliniken ist drastisch eingeschränkt, nur mit einem speziellen Besuchsausweis sowie einem negativen Schnelltest, der weniger als 48 Stunden alt ist, können die Kliniken betreten werden. Auch andere externe Personen, die die Kliniken betreten müssen, zum Beispiel Mitarbeitende von Sanitätshäusern, benötigen einen negativen Schnelltest. Unser klinikeigenes Labor testet mit Hochdruck innerhalb weniger Stunden die Abstriche und stützt somit die schnelle Diagnostik von Patienten und Mitarbeitenden.

Wie reagieren Angehörige auf das generelle Besuchsverbot?

Dr. Lönnies: Die meisten Angehörigen reagieren mit Verständnis. Sie wissen, dass wir diese Maßnahme aus Sorge um Patienten und Mitarbeitende durchführen.

Gibt es für Besucher eine Möglichkeit, sich unmittelbar vor einem Krankenbesuch in oder vor der Klinik testen zu lassen?

Dr. Lönnies: Den Schnelltest führen die Angehörigen in einem der zahlreichen öffentlichen Teststellen durch, in Ausnahmefällen – zum Beispiel bei einer Schwangeren und ihrer Begleitung – ist ein Test vor Ort möglich.

Worauf sollten Menschen achten, die sich selbst testen möchten?

Dr. Lönnies: Man sollte vorher genau die Produktbeschreibung der Tests lesen.

Welche Schnelltests gelten als geeignet?

Dr. Lönnies: Es gibt keine gravierenden Unterschiede zwischen den Schnelltests, eines haben sie alle gemeinsam: Kein Schnelltest gibt eine hundertprozentige Sicherheit, zusätzlich ist das Ergebnis immer nur eine Momentaufnahme. Ein negatives Ergebnis kann eine Corona-Infektion nicht sicher ausschließen. Daher ist es umso wichtiger, dass die Hygienestandards beachtet und kontrolliert werden, die Besuche zeitlich begrenzt sind und diese Tests regelmäßig auch wiederholt werden.

Wie viele Besucher hat es seit der Registrierung im Zuge der neuen Besuchsregelung gegeben?

Dr. Lönnies: Wir sind seit März 2020 verpflichtet, Besucher zu registrieren. Die Unterlagen müssen vier Wochen aufbewahrt und anschließend aus Datenschutzgründen vernichtet werden. Daher können wir eine Gesamtanzahl von Besuchern nicht benennen. Wir können aber jeden Besuch nachverfolgen und stehen im ständigen Austausch mit dem Gesundheitsamt, um so Infektionsketten schneller durchbrechen zu können.

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