Senden
Klingende Brücke der Integration

Montag, 13.10.2008, 12:10 Uhr

-cw- Senden. Freudig überrascht waren Elvira Penner und Helena Kehm : Mit rund 100 Besuchern hatten sie beim Begegnungsnachmittag für russlanddeutsche und „einheimische“ Familien gerechnet. Dass sich aber über 200 Interessierte zum bunten Programm bei Kaffee und Kuchen in der Steverhalle zusammenfinden würden – das war für die beiden Frauen und ihre Mitstreiterinnen vom Chor „ Heimatglocken “ dann doch eine enorme Bestätigung.

Der Name „Heimatglocken“ hat für die Sängergemeinschaft eine große Bedeutung: Glocken symbolisieren für sie Tradition und Verbundenheit mit der Herkunft. Sie stehen aber auch für das Verkünden von Nachrichten und Rufen von Personen. Diese Gedanken wurden mit dem Eröffnungslied „Heimatglocken“ am Sonntag sogleich auf singend klingende Weise transportiert. „Es soll durchs ganze Land klingen und die Menschen wachrütteln, aufeinander zu achten und einander zuzuhören“, lautete das Anliegen des Chores.

Das Akkordeon Orchester Senden unter der Leitung von Tatjana Scheck präsentierte dann einige deutsche Stücke und gemeinsam mit den „Heimatglocken“ russische Lieder. Ergänzt wurde das musikalische Programm durch Vorführungen von Tanz- und Kampfsport. Der Wushu Sportclub Senden unter der Leitung des Vater-Sohn-Gespanns Denis und Sergej Sasikin gab einen eindrucksvollen Einblick in asiatische Kampfsportarten. Der Club bemüht sich ebenfalls durch das Miteinander im Verein, Brücken für die Integration zu schlagen (WN berichteten). Luisa und Marina Ferber aus Dülmen trainieren als Mutter-Tochter-Team sechs DJK Tanzgruppen. Zwei davon traten am Sonntag in der Steverhalle auf: Die sieben- bis achtjährigen Tänzerinnen der „Pinkies“ zeigten in rot-weißen Kostümen einen Tanz mit akrobatischen Einlagen. Bei den Tänzerinnen der Gruppe „Distanz“ ist die jüngste Teilnehmerin erst drei Jahre alt. Die älteren Mädchen wirbelten mit ihr gemeinsam als Frösche über die Tanzfläche und sorgten für viel Freude im Publikum. In den DJK- Gruppen sind 75 Tänzerinnen aktiv, von denen rund 20 Prozent aus Spätaussiedlerfamilien stammen. Das Ziel der Integration wird auch hier groß geschrieben.

Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken an den herbstlich dekorierten Tafeln sangen die „Heimatglocken“ gemeinsam mit ihren Gästen einige Lieder.

Das bunt unterhaltsame Programm sowie die entspannte Atmosphäre dürften dazu beigetragen haben, dass sich Menschen verschiedener Herkunft in Senden wieder etwa näher gekommen sind. Der überwältigende Besucherandrang spricht für sich.

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