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Kunst ist Freiheit und Freude

Freitag, 10.10.2008, 20:10 Uhr

Bösensell . „Ich liebe skurrile Sachen. Da stehe ich drauf“, gibt Birgit Greshake unumwunden mit offenem Lachen zu. So hat die 47-jährige Hauptschullehrerin – Fächer Kunst, Religion und Deutsch – auch einen Heidenspaß an ihrer lebensgroßen Kunststoff-Sau „Cordula“. Die steht im Garten der Greshakes – doch immer wieder an anderer Stelle, um neue Perspektiven zu eröffnen und Irritationen zu schaffen. „Solche Späße gefallen mir“, sagt die Künstlerin, die sich zurzeit auf ihre erste Einzelausstellung vorbereitet, die sie am 22. November in dem ehemaligen Backhaus des Hofes Hellmann in der Alvingheide eröffnen möchte. Dort hat sie sich vor kurzem ein Atelier mit einer ganz eigenen Atmosphäre und Blick in die offene Landschaft eingerichtet.

„Cordula“ ist nicht das einzige tierische Vergnügen, das die Künstlerin sich und dem Betrachter gönnt. So finden sich an einigen Zimmerwänden ihrer Wohnung mit Blattgold überzogene Geweihe, Gehörne und Zähne – mal auf rotem Samt, mal auf einem wunderbar mit Blümchenmuster verzierten Untergrund. Manchmal weiß man nicht so recht, ob man über die bei EBay oder auf Flohmärkten erworbenen, verfremdeten Fundstücke schaudern oder schmunzeln soll.

„Das sind alles Dinge, an denen ich mich künstlerisch austoben kann. Denn ich hab’ den Kopf voller Ideen und Freude an der Kunst. Und die lebe ich aus. Ich freue mich über das Lachen der Anderen und hab’ dann richtig Spaß in den Backen“, sagt die Mutter von drei Söhnen, die – wie sie scherzhaft sagt – nach einer Phase für „Kinder, Küche und Kirche“ als „Spätberufene“ zur Kunst (zurück) gefunden habe. Denn nach dem Kunststudium an der PH in Münster brachte die Familienphase einen Einschnitt in ihren künstlerischen Schaffensdrang mit sich.

Auffällig sind zwar die verschrobenen Objekte der Bösensellerin, doch viele Ideen und Auftragsarbeiten für Freunde und Kollegen setzt sie malend in Acryl, Pastell und Aquarell um. Zumeist handelt es sich um Gegenständliches wie Portraits und Stillleben. „Mit Verfremdungen können viele – vor allem Männer – nichts anfangen. Bei einem naturgetreuen Portrait, ja, da sagen die Leute: Die kann das“, scherzt Birgit Greshake, die sich künstlerisch weder auf eine bestimmte Stilrichtung noch auf bestimmte Materialien festlegen will. Für sie ist Kunst Freude und Freiheit, eine Erweiterung des Horizonts und etwas ganz Individuelles, in das die Anderen nicht zu viel hineininterpretieren sollten.

„Leute im Dorf sprechen mich an: Zeig doch mal, was Du machst“, nennt die Bösensellerin, die schon zusammen mit Otmar Alt, in einer Ausstellung vertreten war, einen Beweggrund für ihre erste eigene Ausstellung vor heimischen „Publikum“. Gleichzeitig räumt sie ein: „Ich bin natürlich auch extrovertiert und möchte zeigen, was ich mache.“ So dürfen sich die Gäste am 22. November auf Kunst der besonderen (Eigen-)Art freuen.

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