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Zwischen Kitsch und Abstraktion

Sonntag, 23.11.2008, 19:11 Uhr

-cw- Bösensell . „Das macht man aber nicht!“, „Das gehört sich aber nicht!“ oder „Das ist aber nicht normal!“, wären Sätze, die Birgit Greshake bestimmt zu ihren Kunstwerken schon einmal gehört hat – oder die sich Betrachter gedacht haben. Mit einem Zwinkern nannte die Künstlerin die generellen Ermahungen über ihre Kunst. Am Samstag präsentierte die Bösensellerin zum ersten Mal im ehemaligen Backhaus auf dem Hof Hellmann ihre Arbeiten.

Zwischen dem originalen Holzfußboden, den hölzernen Dachbalken und der frisch verputzten Wand, die teilweise das Mauerwerk durchscheinen lässt, zeigte die Hauptschullehrerin allen Interessierten und Freunden „die Kunst, die man eigentlich nicht macht“: „Von inneren Bildern und der Realität ausgehend, immer weiter auf dem Weg der Abstraktion , entstehen Neuinterpretationen, deren Visualisierung in einem neuen Gesamtzusammenhang gebunden wird“, erklärte Birgit Greshake selbst den kreativen Impuls, der nötigt ist, damit der Schöpfungsprozess beginnen kann.

Aus den inneren Bildern vermischt mit der Realität sind Gehörne, die mit Gold überzogen wurden, entstanden. In den prägnanten Farben Pink und Grün wirken sie besonders auffällig. Ein Schädel mit Geweih hat zudem rote Augen aus Weihnachtsbaumkugeln erhalten.

Alte Geräte wie eine Klappmühle, eine Zentrifuge sowie eine Getreidemühle dienten zum einen der Atmosphäre und zum anderen als Ausstellungsfläche.

Eine alte Waschmaschine ist in dem Spieker in der Alvingheide in der einjährigen Aufräum- und Renovierungsphase von Birgit Greshake ebenfalls zum Vorschein gekommen. Was sie mit dem Backen zu tun gehabt hat, weiß die Künstlerin nicht, aber sie ergänzt das Bild perfekt.

Das jetzige Atelier der skurille Kunst liebenden Frau lag am Samstag inmitten von eingeschneiten Feldern. Die romantische Wirkung übertrug sich gut auf die Bildsprache zwischen dem goldenen Kitsch und den kuriosen Materialien, wie beispielsweise einer Pfote eines Wildtieres als Kleiderhaken.

„Normale“ Kunst wurde den Gästen der Ausstellung aber auch präsentiert: Blumenbilder, Farbenspiele in Blau, Orange, Rot und Grün sowie ein Porträt des Sohns kompletierten das bunte Bild.

„Es ist mein Atelier, in dem ich mich austoben kann“, freute sich Birgit Greshake. Der Arbeitsprozess der dargebotenen Werke, die auch erworben werden konnten, zog sich von einem bis zu drei Jahren hin.

Im heimischen Wohnzimmer entstanden auch eine Büste, mit römischen Gesichtszügen und moderner Haarfarbe und ein Gartenstuhl, der eigentlich eine Frau ist.

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