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Bullenball: „So lustig sind Verbrechen nicht“

Donnerstag, 14.07.2011, 13:07 Uhr

Senden - Ein kleines, schmuckloses Pult. Darauf eine Flasche Mineralwasser und ein Glas. Dahinter der Schriftsteller Stefan Holtkötter - ein etwas schlaksiger, jugendlich wirkender End-30er. Mit ruhiger, fester Stimme liest er vor. In seinem Buch „ Bullenball “ geht es gerade um einen angekündigten, angeblichen Amoklauf am Nottulner Gymnasium, um Mobbing und den ersten Auftritt seines Helden, Hauptkommissar Hambrock.

Ab und zu sackt dem Vorleser die Stimme ein wenig weg. Hin und wieder wirkt sein Vortrag etwas monoton - ein Mann des geschriebenen Wortes ist eben nicht zwangsläufig auch ein brillanter Rezitator.

Und trotzdem war die Autorenlesung in der Buchhandlung „Schwalbe“ für die rund 40 Literaturinteressierten ein überaus anregendes und amüsantes Erlebnis. Dafür sorgte Stefan Holtkötter durch seine frisch und humorvoll vorgetragenen Schilderungen rund um die Entstehungsgeschichte seines mittlerweile vierten Münsterland-Krimis.

„Ich kenne die Ecken hier, und kann von daher gut darüber schreiben“, so der aus dem Münsterland stammende „Sohn eines Bauern“, der seit 1995 in Berlin lebt. Personen und Orte seines Krimis seien jedoch erfunden.

„Der Verlag ist auf mich zugekommen: Schreiben Sie mal was Lustiges. Aber so lustig sind Verbrechen nicht, darum haben meine Krimis einen ernsten Ton“, erzählte Stefan Holtkötter. „Lustig“ sei nur der Ort - der „Bullenball“, der seit 1926 - ursprünglich als Züchterball - jährlich in der Halle Münsterland stattfindet. „Es war auch so ein bisschen ein Heiratsmarkt, ist aber zu einer Landjugendparty und zu einer riesen Fete geworden“, umriss der Autor die Stätte des Geschehens.

Als Recherche zu seinem neuen Krimi hat er selbst die Luft des „Bullenballs“ geschnuppert: „Wir haben eine große Familie - alles Bauern. Und ich bin mit drei Cousinen mit dem Bus zur Halle Münsterland gefahren. Es war ein sehr lustiger Abend. Und auf der Rückfahrt mit dem Nachtbus haben wir gemeinsam über einen neuen Krimi nachgedacht. Meine Cousinen hatten sofort Ideen mit Blut und Leichen. Tja - so lernt man seine Verwandtschaft kennen. . .“

Die Autorenlesung war der Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe anlässlich des Jubiläums „25 Jahre Bücher Schwalbe“.

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