Moonlighshopping im Ortskern
Warme Atmosphäre – kühles Wetter

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Windlichter wiesen leuchtend den Weg, Live-Musik schallte durch den Ortskern. Beim Moonlightshopping stimmte die Atmosphäre – aber nicht das Wetter.

Montag, 02.04.2012, 08:04 Uhr

Moonlighshopping im Ortskern : Warme Atmosphäre – kühles Wetter
Windlichter oder auch ein Schaf sorgten für Atmosphäre auf der Straße. In den Geschäften – wie hier bei Brox – wurden die Kunden von den Mitarbeiterinnen mit einem Sekt begrüßt. Live-Musik lockte zum Brunnen. Foto: epr

Shoppen, bis auch die letzte Kerze ausgeht. Am Freitagabend hatten viele Geschäfte im Ort bis 22 Uhr geöffnet, damit die Leute nach Feierabend mal richtig Zeit zum Bummeln und Einkaufen haben. „Wir nehmen uns mehr Zeit“ – so das Motto des Gewerbevereins Senden , der nicht nur für stimmungsvolle Windlichter an den Straßenrändern sorgte, sondern auch mit Cocktails und Live-Musik am Laurentius-Brunnen Frühlingsstimmung herbeizaubern wollte.

Klappte leider nur bedingt, denn, so schön die Atmosphäre auch war, das Wetter spielte leider nicht mit. Auch die Musiker der „Fez Session Blues Band” hatten mit kalten Fingern zu kämpfen, was man der rockigen Musik aber nicht anhörte. Das Publikum auf dem Platz fing entsprechend früh an, sich zumindest warm zu wippen.

Hedwig Brox und ihre Mitarbeiterinnen hatten in diesem Jahr nur die Nebentür sperrangelweit auf. „Das ist sonst viel zu kalt“, sagt die Chefin des Geschäfts an der Herrenstraße und bringt jeden Besucher mit ihrem Sektglas-Trick zum Lachen: „Die sind unkaputtbar und zufällig zu verkaufen”, lacht sie und lässt das leere Glas erstmal auf den Tisch plumpsen. Tatsache, es hält. Auf den Schreck macht sie dann das Glas aber auch randvoll. Die Kolleginnen verbreiten ebenfalls gute Laune und müssen die Kelche natürlich auch noch mal ausprobieren . . .

Und war schon viel los bisher? „Gleich ab 19 Uhr war schon ein Bus voll Besucher hier”, resümiert Brox, „dann gab`s eine kleine Durststrecke. Das liegt wohl am kalten Wetter. Der Abend ist ja aber noch nicht zu Ende.” In diesem Moment kommt schon die nächste Frauentraube hereinspaziert, dann sogar ein, zwei Männer.

Keine Angst, dass die Post ausgeraubt wird? „Wir sind gut abgesichert und zur Not hab ich meinen Baseballschläger hier hinter der Theke”, kommt die wahrlich schlagfertige Antwort.

Brox findet das Moonlightshopping gut, es sei nur „schade, dass die anderen Geschäfte, die nicht mitmachen, nicht zumindest ihre Beleuchtung anlassen”, bedauert die Einzelhändlerin, die aber Verständnis hat, dass es sich das Feierabend-Shopping nicht für jede Art Geschäft lohnt.

Weibliche Kundschaft dominiert. Bei Mode und Chic, das Geschäft von Marina Kreklau , Vorsitzende des Gewerbevereins Senden, finden sich auch einige Männer. Mit einem Sektglas in der Hand, sehen sie ihren Frauen beim Stöbern zu. „Es ist wirklich etwas weniger los als letztes Jahr”, bilanziert Kreklau ganz ehrlich. Die Ursache: „Das liegt wohl größtenteils am Wetter. Letztes Jahr haben wir Tische rausgestellt, da war gleich viel mehr los auf den Straßen.” Aber trotzdem ist die Stimmung gut, und das Moonlightshopping geht weiter, verrät sie. „Man braucht meist ein paar Jahre, um eine neue Aktion zu etablieren. Wir sind jetzt erst im zweiten Jahr. Das wird schon”, äußert sich die Gewerbevereins-Vorsitzende zuversichtlich.

Die Shopping-Wütigen störte die Kälte zwar, aber ansonsten fanden viele es gerade angenehm, nicht im Gedränge stöbern zu müssen und tatsächlich mehr „gefühlte” Zeit zu haben.

Ganz so kalt war es dann aber alles in allem wohl doch nicht, denn am Laurentius-Brunnen, dem heimlichen „Parkplatz für Männer”, ging bei super Live-Musik das kühle Blonde trotzdem gut weg.

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