20 Jahre Kunst- und Kulturinitiative Senden (KuKiS)
Neue Zugänge zur Kunst

Senden -

Das Angebot, die eigene Kreativität einzubringen und sich zu bilden, ist in Senden höher, als es die Größe der Gemeinde vermuten lässt. Einen Anteil daran hat die Kunst- und Kulturinitiative Senden (KuKiS), die ihren 20. Geburtstag begeht.

Freitag, 01.06.2012, 17:06 Uhr

20 Jahre Kunst- und Kulturinitiative Senden (KuKiS) : Neue Zugänge zur Kunst
Neue Perspektiven für das altbekannte Umfeld: Die Kunst- und Kulturinitiative Senden (KuKiS) beteiligt sich stets mit einer spektakulären Installation am Lichterabend. Zuletzt wurde der Architrav inszeniert. Foto: Weintz

Immer neue Impulse, Ideen und Perspektiven: Die Kunst- und Kulturinitiative Senden (KuKiS) regt zur Kreativität an und bietet dazu die fachliche Begleitung an. Das Spektrum umfasst die Bereiche bildende Kunst, Musik, Literatur, Theater und Tanz. Zum 20. Geburtstag der Initiative sprachen die WN mit Iris Weintz und Susanne Nagel-Eckey vom KuKiS-Vorstand.

Was war damals Motivation/Impuls, die KuKiS zu gründen?

Susanne Nagel-Eckey: Es hatte sich eine Gruppe von Kunst-Interessierten in Senden gefunden, die vor Ort Aktionen mit experimentellem Charakter starten wollte. Hoch motiviert begann der erste vierköpfige Vorstand offiziell am 5. Mai 1992. Doch erst musste der neu gegründete Verein eine Schar von Skeptikern überzeugen. Mit dem neu erarbeitetem Konzept gelang es. In Senden sollte eine Plattform entstehen, die Kunst, Bildung, Angebote vor allem für Jugendliche sowie spannende Projekte im Bereich Kleinkunst möglich machte und förderte. Heute sind wir mit über 500 Mitgliedern der größte Kunstverein in Senden.

Wie hat sich die kulturelle Landschaft in Senden durch die KuKiS verändert?

Iris Weintz: Durch die Gründung unseres Vereins bekamen die Sendener die Gelegenheit, Kunst und Kultur vor Ort zu genießen. Der direkte Austausch zwischen gleich gesinnten Kunstfreunden wurde möglich. Die Räumlichkeiten in der Friedenskapelle, die uns seit Januar 1993 von der Gemeinde zur Verfügung gestellt wurden, standen für viele neue und außergewöhnliche Aktivitäten zur Verfügung, wie zum Beispiel Kindermusical, Kunstgruppen für Kleinkinder, Kinderzirkus, Schwarzlichttheater, Grafikkurse und Raku-Brand. Auch über die Grenzen Sendens hinaus fand die KuKiS reges Interesse.

Was sind die wichtigsten Projekte in den bisherigen zwei Jahrzehnten?

Nagel-Eckey: Zu den wichtigsten Projekten gehört auf alle Fälle unsere Jahresausstellung „Kunst-Stücke“ im Rathaus. Hier wird ein vielfältiges Spektrum aus unserem aktuellen Kursangebot präsentiert. Außerdem bieten wir Künstlern aus der Region ein- bis zweimal im Jahr die Gelegenheit, ihre Werke in unseren Räumlichkeiten auszustellen. Ein Projekt, bei dem alle aktiven Mitglieder eingebunden sind, ist das Lichterfest. In Gemeinschaftsarbeit sind in den letzten Jahren beeindruckende Lichtobjekte entstanden, die den Bürgerpark in besonderem Glanz erstrahlen ließen. Beim Fahnenprojekt der Gemeinde können zur Zeit wieder die unterschiedlichsten Fahnen im Ortskern bewundert werden. Auch aus den Sparten Musik, Tanz, Theater und Literatur werden der Öffentlichkeit immer wieder kulturelle Spezialitäten geboten. In Zusammenarbeit mit den Tanzschulen werden Kurse für Jugendliche und Erwachsene im Foyer der Steverhalle durchgeführt. Die Museumsfahrten und Wanderreisen werden immer wieder gerne angenommen. Die vielfältige Angebotspalette kann an dieser Stelle nur angerissen werden, das Gesamtprogramm wird in den zweimal jährlich erscheinenden Programmheften ausführlich dargestellt, im aktuellen Jubiläumsheft sogar in farbiger Aufmachung.

KuKiS und Kunstschule Senden – was unterscheidet diese beiden Akteure?

Weintz: Beide leisten einen großen Beitrag für die kulturelle Vielfalt in Senden. Wir haben uns allerdings bewusst für unser Kurssystem entschieden, um den Teilnehmern zeitlich und thematisch begrenzte Einheiten anbieten zu können. Das schließt ein gemeinsames Arbeiten im Kursverband über einen längeren Zeitraum nicht aus, in einigen Kursen wird sogar seit mehreren Jahren zusammen gearbeitet. Neueinsteiger sind dabei jederzeit willkommen. Außerdem wird durch die verschiedenen Veranstaltungen ein breites Spektrum aus den Bereichen Kunst und Kultur präsentiert. Damit bieten wir allen Bevölkerungsgruppen die Möglichkeit, an unserem Kulturprogramm teilzuhaben, ohne dem Verein als Mitglied beitreten zu müssen.

Kulturförderung ist eine freiwillige Aufgabe, fürchtet die KuKiS um öffentliche Förderung?

Weintz: Wir sind dankbar für die Unterstützung der Gemeinde, die uns die Räumlichkeiten der Friedenskapelle zur Verfügung stellt und auch den Unterhalt unterstützt. So können die Vereinsbeiträge und die Kursgebühren für die Teilnehmer bezahlbar gehalten werden. Im Falle einer Kürzung müssten Gebühren und Beiträge neu berechnet werden und somit höhere finanzielle Belastungen auf die Teilnehmer zukommen. Ob dann die kulturelle Vielfalt im bisherigen Rahmen noch aufrecht erhalten werden kann, bleibt fraglich.

Kinder sind durch eine Vielzahl Angebote und längere Schultage eingebunden. Wirkt sich das auf dieses Arbeitsfeld der KuKiS aus?

Nagel-Eckey: Kinderkurse im Bereich Malerei und Zeichnen werden nach wie vor angeboten, allerdings nicht mehr in dem Umfang wie noch vor wenigen Jahren. Da in Schulen und Kindergärten das Nachmittagsangebot immer mehr ausgeweitet wird, auch auf künstlerische Aktivitäten, haben wir uns inzwischen eher auf Wochenend- und Ferienkurse sowie kreative Geburtstagsprogramme verlegt. Der Strukturwandel ist wie in anderen Vereinen auch bei uns deutlich spürbar.

Mit welchen Wünschen / Visionen geht die KuKiS in die nächsten Jahre?

Weintz: Wir wünschen uns auch für die Zukunft eine so vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Gemeinde, insbesondere mit dem Kulturamt, wie bisher. Der Verein möchte das vielfältige Veranstaltungsspektrum beibehalten und auch weiterhin eine wichtige Rolle im Sendener Kulturleben erfüllen. Dafür hoffen wir weiterhin auf bleibendes Interesse und eine zahlreiche Beteiligung aller Kulturinteressierten in der Region an unseren Kursen und Veranstaltungen.

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