„Ars Westfalica“ aus Warendorf bietet vor dem Schloss Senden allerbeste Unterhaltung
So waren die alten Rittersleut‘

Senden -

Ja so warn’s, ja so warn’s – die alten Rittersleut…“ Wie sie waren, wie in dem Schlager besungen, offenbarten sie den vielen Besuchern bei ihrem mittelalterlichem Heerlager am Wochenende vor Schloss Senden auf drastisch fröhliche Weise. Denn stieg ein Besucher über die unendlich vielen Spannseile der vielen Ritterzelte und stand so ungewollt plötzlich in einem abgesteckten Claim, konnte so ein Ritter auch schon mal fuchsteufelsungemütlich werden.

Montag, 13.08.2012, 06:08 Uhr

„Ars Westfalica“ aus Warendorf bietet vor dem Schloss Senden allerbeste Unterhaltung : So waren die alten Rittersleut‘
Gespielte Kämpfe gehörten für die Rittersleut‘ vor dem Sendener Schloss natürlich zum Programm, des Vielfältigkeit die Besucher begeistertet. Foto: dk

Kam der gleiche Adlige dann wenig später in metallischem Rüstzeug eingefasst (Zitat: „Fleisch in Dosen“) zum Schwerterkampf in die Arena, konnte der gleich dreimal hintereinander „sterbend“ zu Boden sinken und dennoch lachen.

Kurzum: das ganze Ritterspiel, veranstaltet von der „Ars Westfalica“ aus Warendorf , bot so gesehen ein Wochenende feinster Unterhaltung . Zudem noch bei viel Sonnenschein.

Und – zwischen viel Klamauk, Kommerz und Show erfuhr der aufmerksame Besucher eine ganze Menge an Informationen über das adlige Landleben vergangener Jahrhunderte. Denn zwischen den Zelten des Heerlagers der Ritter-Familien, die aus weiten Teilen der Republik angereist waren, boten Handwerker jener Epochen originale wie originelle Einblicke in die Schaffenskunst von damals. Ob Schmied oder Leineweber, ob Hornschnitzer, Bogenbauer oder Glasmacher – sie alle öffneten mit ihrer Fertigkeit ein kleines, aber umso spannenderes Zeitfenster längst vergangener Zeiten. Hinzu kam noch, dass die Edelleute und (Raub)-Ritter zum Großteil mit historisch echt nachempfundenden Techniken Brokat, Seide, Leinen oder Fell zu kunstvollen Eigenkreationen zusammen genäht und gestellt hatten.

So zeigte die Familie des „Pfalzgrafen von Frankonan“ (im Zivilleben ein Oberkommissar der Polizei aus Oer-Erkenschwick), in eindrucksvoller Weise einen Haushalt des 12. Jahrhunderts, der an Gemütlichkeit und Funktionsfähigkeit durchaus zweitgemäß erschien.

Auch das Massage-Zelt des Sendener „ Magnus Medicus “ erschien in seiner Zweckmäßigkeit so gelungen, dass hier – so ließe sich vermuten - sogar die (fürstliche) Betriebskrankenkasse die Kosten übernommen hätte.

Bis ins letzte Detail stand auch die Sippe derer von „Amicorum Gratia“, (einem Altenpfleger aus Essen) und seiner Freifrau, der Fürsten-Äbtissin Berta von Arnsberg, den vielen Amateur-Fotografen geduldig Modell. „Unsere Kleidung haben wir in jahrelanger Arbeit nach umfassenden Recherchen selbst hergestellt. Jetzt treffen wir uns, wie die meisten der Rittersleut‘ bis zu sechs-, siebenmal im Jahr auf solch historischen Meetings.“

So zeigte Ars-Westfalica-Chef und Veranstalter Ralf Damke – auch wegen des tollen Wetters – eine sehr zufriedene Miene. Denn sein Rezept, mittelalterliches Geschehen an historisch sehenswerten Plätzen wieder aufleben zu lassen, ist voll aufgegangen. Und dazu gehörte sicher auch der derbe Spaß, mit dem die „Freie Bruderschaft vom Tempel Salomon“ ungebetene Gäste an den Füßen aufhängen ließ.

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