Klage gegen Ausländerbehörde des Kreises Coesfeld
Junger Libanese soll wegen Straftaten abgeschoben werden

Senden -

Einem jungen Libanesen, der in Senden wohnt, droht die Abschiebung. Der Mann war wiederholt kriminell aufgefallen. Er wehrt sich gegen die Maßnahmen der Ausländerbehörde.

Montag, 15.10.2012, 18:10 Uhr

Klage gegen Ausländerbehörde des Kreises Coesfeld : Junger Libanese soll wegen Straftaten abgeschoben werden
Die Richter müssen prüfen, ob die Klage des Libanesen gegen Ausweisung und Abschiebung gerechtfertigt ist. Foto: dpa

In das Land, dessen Personalausweis er besitzt, will er nicht zurück. Auf keinen Fall! Der junge Mann fürchtet aber, dass er das Land, in dem er aufgewachsen ist, jetzt verlassen muss. Die Ausländerbehörde des Kreises Coesfeld hat ihn ausgewiesen und ihm die Abschiebung angedroht. Denn: Der Libanesische Staatsbürger (Jahrgang 1992), der in Senden wohnt, ist wiederholt als Krimineller aufgefallen.

Klage gegen den Kreis Coesfeld

Gegen die Maßnahmen der Ausländerbehörde wehrt sich der mehrfach verurteilte Heranwachsende juristisch – er klagt vor dem Verwaltungsgericht Münster gegen den Kreis Coesfeld. Am Donnerstag sollte darüber verhandelt werden, ob der Libanese in Deutschland bleiben kann. Der Termin wurde aber auf Antrag der Ausländerbehörde aufgehoben, so das Verwaltungsgericht auf Anfrage. Dies bestätigte am Montag auch der Kreis. Er habe beantragt, die Verhandlung auszusetzen, weil vor einem Amtsgericht noch Strafverfahren anhängig sind, deren Ergebnis abgewartet werden soll.

Betrug, Diebstahl und Körperverletzung

Wie es dort hieß, muss sich der junge Libanese wegen Betrugs und Diebstahls sowie wegen Körperverletzung verantworten. Die beiden Strafverfahren sollen im Dezember abgeschlossen werden. Die vorgeworfenen Taten datieren von November 2010 bis November 2011. Sie setzen den bisherigen Schlusspunkt unter eine kriminelle „Karriere“, die mit einer zweijährigen Haftstrafe verbunden war. Seine Hemmschwelle, Gewalt einzusetzen, sei niedrig. „Wenn ihm was nicht passt, schlägt er zu“, hieß es in Justizkreisen.

Die Klage wird geprüft

Der Mann gilt für die Polizei als Intensivtäter. Seit 2007 wurde er mehrfach wegen einer Vielzahl von Straftaten verurteilt. Unter anderem wegen unerlaubten Waffenbesitzes, Raub, Körperverletzung, Diebstahl, Hausfriedensbruch und Beleidigung, lauten die Angaben des Verwaltungsgerichtes. Dort haben die Richter weiterhin zu prüfen, ob die Klage des Libanesen gegen Ausweisung und Abschiebung gerechtfertigt ist. Der junge Mann macht geltend: Er habe die Straftaten als Jugendlicher begangen und beteuert, dass er nicht mehr mit den Gesetzen seines Gastlandes in Konflikt kommen werde.

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