CDU-Fraktionsvorsitzender Ulrich Röttger scheidet nach 28 Jahren aus dem Rat aus
„Christliche Werte sind Grundlage“

Senden -

Nach 28 Jahren Mitarbeit im Gemeinderat legt CDU-Fraktionssprecher Ulrich Röttger (63) zum Jahreswechsel sei Mandat nieder. In seine Fußstapfen als Ratsherr tritt Bernd Aundrup. Als Fraktionsvorsitzender fungiert Sascha Weppelmann. WN-Redakteur Siegmar Syffus sprach mit Ulrich Röttger, der seit 1976 für die CDU in Senden kommunalpolitisch aktiv ist, über dessen Anschauungen und Einschätzung der vergangenen Jahrzehnte.

Sonntag, 30.12.2012, 19:12 Uhr

Ulrich Röttger (r.) ist nach 28 Jahren aus dem Rat ausgeschieden und hat sein Amt als CDU-Fraktionsvorsitzender in die Hände von Sascha Weppelmann gelegt.
Ulrich Röttger (r.) ist nach 28 Jahren aus dem Rat ausgeschieden und hat sein Amt als CDU-Fraktionsvorsitzender in die Hände von Sascha Weppelmann gelegt. Foto: sff

Zunächst: Was hat Sie dazu bewogen, Ihr Mandat nicht bis zur nächsten Kommunalwahl fortzusetzen?

Ulrich Röttger : Schon zu Beginn dieser Ratsperiode haben wir in der CDU-Fraktion die Weichen für eine Verjüngung gestellt. Mit Jochen Keppler, Günter Wierling und mir wird diese jetzt vollzogen. Wir sind in der glücklichen Lage, dass interessierte jüngere Leute bereit stehen, sich in der CDU für unsere Gemeinde zu engagieren. Auch im Hinblick auf die Führung der Fraktion bin ich sicher, dass der Wechsel ohne Probleme vollzogen werden wird. Die CDU-Fraktion bleibt handlungsfähig und schlagkräftig. Ich freue mich, zukünftig mehr Zeit für mein Privatleben zu haben und möchte mich wieder etwas intensiver dem Sport – insbesondere dem Tennis – widmen.

Seit fast vier Jahrzehnten setzen Sie sich in der Kommunalpolitik ein. Von welchen Wertvorstellungen lassen Sie sich leiten?

Ulrich Röttger: Grundgesetze des Handelns sind für mich ganz klar die christlichen Werte. Das bedeutet für mich, den Mitmenschen im Blick zu behalten und die Politik so auszurichten, dass sie der Allgemeinheit nutzt. Insofern muss aber auch die Eigenverantwortung und das Mitwirken des Einzelnen eingefordert werden. Denn es gelingt nicht, immer allen alles recht zu machen. Es ist wichtig, dass die Politik in dieser Hinsicht ehrlich bleibt.

Sie gelten bezüglich politischer Standpunkte – um es salopp zusagen – durchaus als „harter Knochen“.

Ulrich Röttger: Mit 40 Leuten in Rat und Ausschüssen stellt die CDU eine große Fraktion, in der durchaus unterschiedliche Meinungen auftreten. Meine Aufgabe habe ich so verstanden: Jeder soll seine Meinung einbringen. Gemeinsam wird dann nach einer Lösung gesucht, die ich als Fraktionssprecher nach außen vertreten können muss. Ich hatte das Glück, dass das nie eine Problem war. Es mag sein, dass Standpunkte manchmal sehr deutlich rübergekommen sind.

Beim Rückblick auf Ihre 28 Jahre im Rat: Welche Projekte/Entwicklungen waren besonders wichtig?

Ich bin dankbar, dass ich die sehr positiven Entwicklungen unserer Gemeinde Senden bis heute entscheidend mitgestalten durfte. Nach der kommunalen Neugliederung galt es den Zusammenhang der Ortsteile auszubauen und zu stärken. Die Errichtung unseres Gymnasiums war sicherlich ein besonderes Ereignis in der Entwicklung unserer Gemeinde. Auch der Bau des Cabrio-Bades kann als voller Erfolg bezeichnet werden; nicht zu vergessen als jüngstes „Großprojekt“ der Bau der neuen Turnhalle im Ortsteil Ottmarsbocholt . Besonders wichtig war mir, dass Senden wichtige Vorhaben und Projekte immer ohne Kredite durchführen konnte. Dank unserer weitsichtigen Entscheidungen und manchmal auch unserer Beharrlichkeit, auf öffentliche Mittel zu warten, und einer sehr sparsam wirtschaftenden und gut aufgestellten Verwaltung ist unsere Gemeinde heute schuldenfrei.

Abgabe des Ratsmandates – bedeutet das, dass Ulrich Röttger nun nicht mehr politisch aktiv ist?

Nein. Ich bin ja auch weiterhin vor Ort und bleibe in der CDU aktiv – als stellvertretender sachkundiger Bürger im Schulausschuss und im Sozialausschuss.

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