Gläubiger verlangen Einstellung des Betriebs
Landbäckerei: Tradition endet nach 127 Jahren

Senden -

Die Landbäckerei Eckmann musste ihren Betrieb zum 31. März einstellen. Das hatte die Gläubigerversammlung entschieden. Rund die Hälfte der Mitarbeiter hat einen Job in derselben Branche gefunden. Die Mehrzahl der Filialen wurde übernommen, für die Produktionsstätte in Senden wird noch ein Käufer gesucht.

Donnerstag, 11.04.2013, 07:04 Uhr

Zum Verkauf steht die Produktionsstätte an der Industriestraße in Senden.
Zum Verkauf steht die Produktionsstätte an der Industriestraße in Senden. Foto: di

Das stille Ende eines Traditionsunternehmens wurde zum 31. März besiegelt. An diesem Datum endete der Betrieb der Landbäckerei Eckmann – die 1886 gegründet worden war. Am Dienstag nach Ostern (2. April) wurden die Mitarbeiter darüber informiert, dass die Gläubigerversammlung diese Entscheidung getroffen hat.

Die Belegschaft reagierte „nicht geschockt“ auf diese Nachricht, beteuert Insolvenzverwalter Dr. Frank Kreuznacht gegenüber den WN. Die Mitarbeiterversammlung sei vielmehr in „ruhiger und sehr sachlicher Atmosphäre“ abgelaufen, so der Jurist und Betriebswirt auf Anfrage weiter.

Der Versuch des Insolvenzverwalters, das Unternehmen als Ganzes zu übertragen, scheiterte. Zwei „aussichtsreiche Kandidaten“ seien abgesprungen, schildert Kreuznacht.

Es sei jedoch parallel zu dieser großen Lösung daran gearbeitet worden, einzelne Betriebsteile zu veräußern oder an Nachfolger zu übergeben. „Das hat sich ausgezahlt“, lautet das Resümee des Anwaltes.

Denn von zehn Filialen werden sieben weitergeführt. Dazu gehört der Standort in Senden als Shop in Shop des Rewe-Marktes. In Lüdinghausen (der elften Filiale) war der Mietvertrag ohnehin gekündigt worden; dort wird das Café „mit dem bewährten Personal“ ebenfalls weitergeführt.

Längst nicht alle Mitarbeiter der Landbäckerei Eckmann GmbH & Co. KG (mit zuletzt 70 Beschäftigen, darunter Teilzeitkräfte) haben aber bereits einen neuen Arbeitgeber gefunden. Rund die Hälfte von ihnen wurde von den Branchenkollegen eingestellt, die die Eckmann-Standorte übernommen haben. Darunter sei auch die Mehrzahl der Azubis.

Die Aussichten derjenigen, die seit April ohne Job dastehen, bewertet der Insolvenzverwalter als gut. Die Arbeitsagentur , die eng in das Verfahren eingeschaltet und an Betriebsversammlungen beteiligt war, betrachte die Vermittlungswahrscheinlichkeit optimistisch.

Am Produktionsstandort in Senden sind die Öfen aus. Der Maschinenpark werde verkauft. „Dafür gibt es reges Interesse.“ Gleiches gelte für die Immobilie an der Industriestraße, die vor allem eine günstige Lage auszeichne.

Die Gunst des Standortes im Herzen von Senden hat auch Martin Hosselmann überzeugt, den Backshop im Rewe-Markt weiterzuführen. Der Bäckermeister aus Hamm, der ein Netz von 190 Filialen geknüpft hat, scheut nicht die Nachbarschaft von weiteren Bäckern im Ortskern. „Das Potenzial ist da.“ Hosselmann bietet handwerklich erstellte Backwaren an – und setzt auf die Marktwirtschaft: „Der Kunde entscheidet.“

»Es gibt reges Interesse an Immobilie und Maschinenpark.«

Dr. Frank Kreuznacht, Insolvenzverwalter
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