Sondersitzung des Gemeinderates
Keine Mehrheit für den Schloss-Kauf

Senden -

Der Vorstoß von SPD, FDP und Grünen, im Rat eine Mehrheit für den Ankauf von Schloss Senden zu erhalten, scheiterte. In der Debatte vor der geheimen Abstimmung wurden viele Argumente Für und Wider ausgetauscht.

Montag, 17.02.2014, 22:02 Uhr

Dass die Schloss-Debatte jetzt vorüber ist, darauf deutet nichts hin. Dass die Sendener dieses Themas überdrüssig sind, zeichnet sich ebenfalls nicht ab. Das lässt das große Interesse durch Zuschauer erkennen, die Montagabend die Sondersitzung des Rates verfolgten. Einziger Tagesordnungspunkt: Die Mandatsträger sollten über den gemeinsamen Antrag von SPD , FDP und Grünen entscheiden, der die Gemeinde auffordert, Schloss Senden zu kaufen. Der Vorstoß der Opposition scheiterte – erwartungsgemäß.

An der Leidenschaft, mit der die Antragsteller Gründe für ihre Initiative vortrugen, änderte das freilich nichts. Der von Bürgermeister Alfred Holz beschworene gemeinsame Nenner war nicht immer spürbar: „Der Erhalt von Schloss Senden ist allen wichtig. Nur die Ansichten über den Weg sind unterschiedlich“, hatte der Rathaus-Chef zu Anfang der Diskussion betont. Holz ergänzte, dass auch die Verwaltung (trotz des von ihr so empfundenen „Halbherzigkeits“-Rüffels) bei diesem Thema am Ball bleibe und weitere Gespräche führe.

Wohl erstmals in diesem Forum mischte sich Bernd Sparenberg, FDP-Ratsherr und Vorsitzender der Initiative Schloss Senden (ISS), in die Debatte ein. Er warb für die 1,5-Millionen-Lösung, die Kauf und grundlegende Sanierung umfassen würde.

Ob sich aus Sparenbergs Rolle eine Befangenheit ergebe, sei noch zu prüfen, sagte Holz, der keine abschließende rechtliche Einschätzung äußern mochte.

Der ISS-Vorsitzende sowie seine Fraktionskollegen Uwe Kasten und Peter Moll versuchten die finanziellen Bedenken der CDU zu zerstreuen. Denn beim Kauf handele es sich um ein Paket samt Grundstück, von dem ein Teil separat verkauft werden könne. Somit ergebe sich quasi ein Nullsummenspiel. Kasten: „Geschenkt ist nicht zu teuer.“ Zudem verfüge die Gemeinde über erhebliche liquide Mittel (laut FDP rund 18 Millionen Euro) von denen etwas investiert werden könne.

Dass es sich tatsächlich um eine Investition handeln würde, hob Anneliese Pieper (Grüne) hervor. Das Geld werde nicht zu Lasten von Standards in Schulen, Kitas oder Sportvereinen ausgegeben. Hinzu komme, dass sich touristische Attraktivität auch in barer Münze auszahlen und Erträge zurückfließen könnten.

Dass die SPD die Sparpolitik bisher mitgetragen habe, betonte Achim Peltzer. Der Fraktionschef unterstrich jedoch, dass die Entwicklung Sendens auch etwas kosten dürfe. Wenn die „Kosten überschaubar bleiben“.

Rolf Schwietring (SPD) hob die geschichtliche und identitätsstiftende Bedeutung des Denkmals hervor. „Ich vermisse historisches Bewusstsein und Fantasie bei Ihnen“, wandte er sich an die CDU. Dort werde ausschließlich nach finanziellen Kategorien entschieden.

Sascha Weppelmann, Sprecher der CDU-Fraktion, bekräftigte, dass insgesamt ein Kostenvolumen von zehn Millionen Euro zu stemmen sei. Eine Stückelung führe höchstens noch zu Mehraufwand.

Fraktionskollege Hans-Otto Kramer regte die Gründung einer Bürgerstiftung an, die das erste finanzielle Fundament legen könne, während die SPD für eine Anschubfinanzierung durch die Kommune plädierte und Geschlossenheit in der Politik anmahnte, um die Bürger überhaupt abholen zu können.

Die geheime Wahl endete mit 15 Stimmen für den Schloss-Kauf, 17 Nein-Stimmen und einer Enthaltung.

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