Feldbegehung der Verbände Senden und Ottmarsbocholt
Landwirte weisen „Hysterie“ zurück

Senden -

Die Landwirte wehren sich gegen Stimmungsmache gegen ihren Berufsstand. Sachlicher Prüfung hielten viele Vorwürfe nicht stand, die sich gegen die Arbeit der Bauern richten, hieß es bei der Feldbegehung.

Sonntag, 18.05.2014, 13:05 Uhr

Wie sehr doch die öffentliche Diskussion um die Landwirtschaft allzu oft an der Wirklichkeit vorbeigehe, das wurde am Donnerstagabend auf der Feldbegehung der landwirtschaftlichen Ortsverbände Senden und Ottmarsbocholt auf dem Hof Hernzel in Gettrup zur Sprache gebracht. „Nicht die Landwirtschaft ist das Problem, sondern der Umgang der Gesellschaft mit ihren Bauern“, so kommentierte einer der 50 Teilnehmer die Thesen, die Bernhard Wiesmann , Pflanzenschutzberater der Landwirtschaftskammer für den Kreis Coesfeld, zu den Streitthemen Nitrat und Glyphosat verlauten ließ.

Unter diesen beiden Gesichtspunkten liefere die Beratung der Bauern durch seine Behörde in den vergangenen 20 Jahren eine wahre Erfolgsgeschichte. In der Öffentlichkeit würden aber Ängste geschürt, die jeder Sachlichkeit widersprächen, hieß es. Diese Hysterie sei unverantwortlich.

Was die immer wieder angeprangerte Nitratbelastung des Trinkwassers angehe, zitierte Bernhard Wiesmann die Gelsenwasser AG, wonach es bei der Trinkwasserversorgung „kein Nitratproblem“ gebe. In der Stever als Zufluss des Halterner Stausees, aus dem die Gelsenwasser AG das Trinkwasser für das Münsterland entnimmt, sei der Nitratgehalt in den zurückliegenden 20 Jahren nicht etwa gestiegen – sondern gesunken. „Und das, obwohl die Viehbestände auf den Höfen in dieser Zeit rapide gewachsen sind“.

Die Düngeberatung der Kammer mit ihrem „Gülle-Papst“ Dr. Ludger Laurenz zahle sich nach Aussage Wiesmanns doppelt aus: Für die Landwirte im Portemonnaie und für die Bevölkerung beim Umweltschutz.

Noch extremer floriere das Geschäft mit der Angst bei der Unkrautbekämpfung mit dem Totalherbizid Glyphosat, lautete seine Auffassung. Die damit von einigen Naturschutzverbänden heraufbeschworenen Gesundheitsgefahren bezeichnete Wiesmann als unhaltbare Horrorszenarien, mit denen eine „geistige Vergiftung“ der Bevölkerung betrieben werde. Er zitierte den Pflanzenbauexperten Dr. Laurenz, der 1600 wissenschaftliche Gutachten zum Glyphosat studiert habe und dabei nirgendwo irgendwelche gesundheitlichen Risiken fand.

In der Öffentlichkeit werden Ängste geschürt.

Bernhard Wiesmann

 

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2457217?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F166%2F2580305%2F2580306%2F
Auch im Münsterland werden Unternehmen tagtäglich attackiert
Die Cyberkriminalität nimmt deutlich zu – und sie betrifft auch kleine Mittelständler im Münsterland.
Nachrichten-Ticker