Engpass für Rollstuhlfahrer im Ortskern:
„Es trifft die Schwächsten“

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Vor der Bäckerei Geiping sind von der Gemeinde neue Fahrradständer aufgestellt worden. Für Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen ist ein Engpass entstanden.

Montag, 11.08.2014, 19:08 Uhr

An der Bäckerei Geiping ist der Gehweg durch Tische, Stühle, Blumenkästen und die neuen Fahrradständer eng geworden. Für Rollstuhlfahrer ist der Bereich eine Barriere.
An der Bäckerei Geiping ist der Gehweg durch Tische, Stühle, Blumenkästen und die neuen Fahrradständer eng geworden. Für Rollstuhlfahrer ist der Bereich eine Barriere. Foto: dre

Weil sich Autofahrer nicht an das extra ausgewiesene Parkverbot auf der Herrenstraße hielten, hat die Gemeindeverwaltung vor einigen Tagen Fahrradständer in Höhe der Bäckerei Geiping angebracht (WN berichteten). Der Gehweg ist nun jedoch für Rollstuhlfahrer, Sehbehinderte sowie Männer und Frauen mit Kinderwagen zu eng geworden. Ein uneingeschränktes und problemloses Laufen auf dem Bürgersteig ist für diesen Personenkreis nicht mehr möglich. „Die verbleibende Lücke ist für Behinderte oder Menschen mit Kinderwagen einfach zu schmal“, erläutert Christine Kemper-Marschall , Behindertenbeauftragte der Gemeinde Senden den Sachverhalt.

Konkret angesprochen ist der vor dem Rondell abknickende Gehweg bei Geiping. „Wenn man von der Engel-Apotheke kommt und rechts um die Ecke will, kommt beispielsweise ein Rollstuhlfahrer dort nicht vorbei“, betont Christine Kemper-Marschall. Man müsste die Blumenkübel ein Stück verrücken oder einen Tisch wegnehmen, fordert die Behindertenbeauftragte der Gemeinde. „Das ist doch kein großer Akt.“

Die Gemeindeverwaltung habe darauf hingewiesen, sagt Christine Kemper-Marschall, dass Betroffene einfach über die Fahrbahn gehen sollten, da im verkehrsberuhigte Bereich des Ortskerns sowieso Schrittgeschwindigkeit vorgeschrieben sei. Für Senioren oder Menschen mit Behinderung sei dies allerdings keine Option. „Die Leute haben Angst“, weiß die Behindertenbeauftragte. Gegenverkehr oder ausparkende Autos machten gerade diesen Personengruppen zu schaffen. „Es trifft hier die Schwächsten der Gemeinde. Das ist nicht richtig, und das geht nicht.“

Wie Bürgermeister Alfred Holz auf WN-Anfrage bestätigte, werde die Gemeindeverwaltung nun Gespräche mit der Bäckerei Geiping aufnehmen, um das Problem zu lösen.

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