Eziden und Christen wollen gemeinsam Flüchtlingen helfen:
Hand in Hand für Menschlichkeit

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Deutsch-kurdischer Freundeskreis, die Kirchengemeinden und Bürgermeister Alfred Holz rufen zu einer Hilfsaktion für Flüchtlinge des IS-Terrors auf. Die Spenden sollen vom stellvertretenden Generalvikar Dr. Jochen Reidegeld persönlich überbracht werden.

Freitag, 26.09.2014, 18:09 Uhr

Gemeinsam stehen der Deutsch-kurdischer Freundeskreis, Bürgermeister Alfred Holz (r.) und die beiden Kirchengemeinden zusammen, damit den religiös bedrohten Flüchtlingen aus Syrien und dem Nordirak geholfen wird.
Gemeinsam stehen der Deutsch-kurdischer Freundeskreis, Bürgermeister Alfred Holz (r.) und die beiden Kirchengemeinden zusammen, damit den religiös bedrohten Flüchtlingen aus Syrien und dem Nordirak geholfen wird. Foto: sff

„Brutalität und Barbarei des Islamischen Staats (IS) sind unvorstellbar. Mit Religion hat der Terror gar nichts zu tun.“ Tief betroffen und aufgewühlt berichtet Orhan Atalan von seinen Erkenntnissen, die er auf einer 1500 Kilometer langen Reise in den Flüchtlingscamps an der türkischen Grenze zum Irak und zu Syrien gewonnen hat.

„Hilflose Menschen, Eziden und Christen, werden getötet. Kinder werden verkauft. Sie vergewaltigen Frauen auf brutalste Art, köpfen und begraben lebende Menschen. Das ist mir berichtet worden. Man kann sich das nicht vorstellen“, schildert das Mitglied des Deutsch-kurdischen Freundeskreises (DKFK). Mit am Tisch sitzen Bürgermeister Alfred Holz , Pfarrer Klemens Schneider, Pfarrer Stefan Benecke und sechst Frauen des DKFK. So sehr sich alle in Herkunft, Alter, Glauben und Weltanschauung auch unterscheiden mögen, sind sie sich einig: Gemeinsam soll den bedrohten und leidenden Menschen geholfen werden – gleich welcher Religion sie angehören. Denn die IS Terrormiliz mordet wahllos: Christen, Eziden sowie schiitische und andere Muslime sind gleichermaßen bedroht. „130 000 Menschen sind an einem Tag in die Türkei geflohen. Das ist dramatisch und kaum vorstellbar“, appelliert der katholische Pfarrer Klemens Schneider an die christliche Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft der Sendener. Auch Stefan Benecke sicher die Unterstützung der evangelischen Kirchengemeinde zu. „Wir müssen durch Taten unterstützen. Als Bürgermeister habe ich einen gewissen finanziellen Spielraum, den werde ich nutzen“, verspricht Alfred Holz.

In Zusammenarbeit mit der Kolping-Kampagne „Aktiv gegen religiöse Verfolgung“, dem internationalen Caritasverband und voraussichtlich auch der evangelischen Diakonie sollen Spenden für die Flüchtlinge gesammelt werden. Um sicherzustellen, dass das Geld die Notleidenden vor Ort erreicht, werden die Spenden von Dr. Jochen Reidegeld persönlich überbracht. Der stellvertretende Generalvikar des Bistums Münster war sieben Jahre lang Kaplan in Senden.

„Der Nordirak ist 5000 Kilometer entfernt. Aber viele Terroristen kommen aus europäischen Staaten. Ihre Ideen sind auch hier verbreitet“, mahnt Orhan Atalan,

Zur Erinnerung an den Terror des IS und das Schicksal der Flüchtlinge sollen vom 6. bis zum 18. Oktober Mahnwachen in Senden gehalten werden. Ein Informationsstand des DKFK mit Unterschriftenlisten der Kolping-Kampagne „Aktiv gegen religiöse Verfolgung“ soll werktags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 11 bis 13 Uhr gegenüber der Sparkasse stehen.

Spenden für die gemeinsame Hilfsaktion des Deutsch-kurdischen Freundeskreises (DKFK), der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde sowie der Gemeinde Senden können auf das Konto des DKFK überwiesen werden:

Konto 36 28 58 23 bei der Sparkasse Westmünsterland (BLZ 401 545 30), Stichwort „Hilfe für Flüchtlinge“.

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