„Swingin´Affair“ in Steverhalle
Exquisiter Genuss: Jazzstandards in lebendigem Gewand

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Die Big Band „Swingin´Affair“ besann sich in der Steverhalle ihrer musikalischen Wurzeln. Instrumentalisten und Sängerinnen eroberten die Herzen des Publikums.

Sonntag, 26.10.2014, 16:10 Uhr

Auf musikalische Wurzeln besannen sich Swingin´ Affair in der Steverhalle.
Auf musikalische Wurzeln besannen sich Swingin´ Affair in der Steverhalle. Foto: www.axelengels.de

Im exquisiten Sound der Big Band „Swingin‘ Affair “ aus Münster verwandelte sich am Freitag die Steverhalle in einen der legendären amerikanischen Glaspaläste, in denen Musiker wie Duke Ellington und Count Basie mit ihrer Musik große Erfolge erzielt hatten. Vor 24 Jahren gründete David Handsley in Münster das Ensemble, das mittlerweile von Karl-Heinz Stiebler geleitet wird und sich ein ganz abwechslungsreiches Repertoire erarbeitet hat, in dem auch Raum für modernere Kompositionen wie die von Peter Herbolzheimer ist.

Aber bei aller stilistischer Vielfalt besinnt sich „Swingin‘ Affair“ gerne auf seine musikalischen Wurzeln, so dass dieser Abend für die vielen Liebhaber bester von Hand gemachter Big-Band-Musik zu einem swingenden Erlebnis wurde. Rein instrumental bestach „Swingin‘ Affair“ bei Broadway-Klassikern wie „On the street whrere you live“ aus dem Musical „My Fair Lady“ von Frederick Loewe durch eine klare Stimmgruppentrennung, einen exquisiten Bläsersatz und eine jederzeit groovenden Rhythmusgruppe. Bei Ausflügen in die Filmwelt bei „Mannix“ oder bei dem temperamentvollen „Bundle of funk“ von Count Basie war das Ensemble mit seiner spritzigen Spielweise ganz in seinem Element.

Die sehr klangfarbenreichen Arrangements verliehen jedem Jazzstandard ein lebendiges Gewand. Die beiden Sängerinnen Rosa Latour und Christiane Brambrink konnten bei starker Bühnenpräsenz mit ihren ausdrucksstarken Stimmen sowohl solistisch als auch im Duo an diesem Abend die Herzen des Publikum im Sturm erobern. Sie fügten dem Klang der „Swingin‘ Affair“ inspirierende Facetten hinzu, wussten die bekannten Liebeslieder mit Leidenschaft und Esprit zu interpretieren. Sei es bei „I‘m beginning to see the light“ von Duke Ellington, dem Frank Sinatra-Klassiker „For Once In My Life“ oder „When I fall in love“ von Nat King Cole, jederzeit wusste Rosa Latour ihre warm timbrierte Stimme sehr gefühlvoll einzusetzen.

Die beiden Sängerinnen Rosa Latour und Christiane Brambrink bewiesen starke Bühnenpräsenz.

Die beiden Sängerinnen Rosa Latour und Christiane Brambrink bewiesen starke Bühnenpräsenz. Foto: www.axelengels.de

Christiane Brambrink verfügt über eine ebenso markante Stimme. Sie begeisterte das Publikum bei „Makin‘ whoopee“ von Ray Charles und bei „If you could see me now“ von Tadd Dameron, die bei ihr vom Staub der Jahrzehnte befreit lebendig und temperamentvoll erklangen.

Aber als Duo waren Rosa Latour und Christiane Brambrink unschlagbar. Ihre Stimmen harmonierten wunderbar miteinander, durchzog der Glanz des Swing wie bei Duke Ellingtons „Satin Doll“ die Steverhalle. Ungezügeltes brasilianisches Temperament zeigten die beiden Sängerinnen beim rasanten „Tico tico“, rissen das Publikum bei solch spritziger Musik mit.

Für die Zugabe hatte sich „Swingin‘ Affair“ noch ein besonderes musikalisches Präsent für das Publikum aufgehoben. Duke Ellington hat 1931 mit „It don‘t mean a thing“ eine der wohl innigsten Liebeserklärungen überhaupt an den Swing geschrieben. Rosa Latour und Christiane Brambrink wussten den Text von Irving Mills mit der wunderbaren Melodie sehr innig umzusetzen.

Hoffentlich kann man sich von „Singin‘ Affair“ bald wieder einmal verzaubern lassen, der Weg auch von Münster aus ist ja nicht so weit.

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