Entwurf des Schulentwicklungsplans
Inklusion fordert Grundschulen heraus

Senden -

Die Grundschulen in Senden sind nicht gefährdet, aber sie müssen sich verändern. Das ist die Botschaft des Schulentwicklungsplans, der im Schulausschuss vorgelegt wurde. Inklusion und jahrgangsübergreifender Unterricht sollten an allen Standorten eingeführt werden, so der Experte.

Samstag, 29.11.2014, 08:11 Uhr

Erstklässler werden keine Mangelware. Da die Zahl der i-Männchen (Archivfoto) aber schwankt sowie aus pädagogischen Gründen, regt der Schulentwicklungsplan die Einführung von jahrgangsübergreifendem Unterricht an allen Grundschulen an.
Erstklässler werden keine Mangelware. Da die Zahl der i-Männchen (Archivfoto) aber schwankt sowie aus pädagogischen Gründen, regt der Schulentwicklungsplan die Einführung von jahrgangsübergreifendem Unterricht an allen Grundschulen an. Foto: di

Auf die Grundschulen kommen Herausforderungen zu, sie sind dafür aber gewappnet und nicht im Bestand gefährdet. In seinem Entwurf des Schulentwicklungsplans erkennt Gutachter Rainer Hendrichs die Inklusion als schwierigste Aufgabe für die Primarstufe.

Er regt deshalb an, dass alle Grundschulen in Senden und den Ortsteilen als Standorte des Gemeinsamen Unterrichts fungieren sollten. Bisher hat diesen Part für Schüler, bei denen offiziell Förderbedarf attestiert wurde, die Marienschule übernommen.

Die Schlussfolgerung des beauftragten Experten, dass die Marienschule deshalb von Eltern nunmehr bei den Anmeldungen „abgestraft“ werde, bescherte in der Sitzung des Schulausschusses Widerspruch. Ulrich Röttger ( CDU ), ehemaliger Rektor dieser Schule, wandte ein, dass sich die Eltern selbst für diese Ausrichtung der Schule „positioniert“ hätten.

Bei der Wahl der Grundschule sei überdies der „geografische Faktor“, die Lage zu den Wohngebieten, zu berücksichtigen, unterstrichen Röttger und Parteikollege Heinz Kratt.

Dass der Gemeinsame Unterricht mit Kindern, die Einschränkungen oder Auffälligkeiten aufweisen, den Pädagoginnen und Pädagogen viel Kraft abverlangt, darin bestand Einigkeit im Ausschuss. Was keine prinzipielle Absage an dieses Modell bedeutete, sondern mit dem Pochen auf eine angemessene Versorgung mit Personal, Räumen und Ausstattung verbunden wurde.

Dass selbst für die Kinder, deren Förderbedarf anerkannt wurde, zu wenig ausgleichende Unterstützung geboten werde, hob Klaus Gilleßen als Fachbereichsleiter Bildung hervor. „Die Kollegien haben die Grenze der Belastbarkeit erreicht beziehungsweise gehen darüber hinaus“, so Gilleßen wörtlich.

Während die Schülerstruktur die Arbeit in den Grundschulen wohl schwieriger macht, dürfte in Senden in den nächsten zehn Jahren kein Mangel an i-Männchen herrschen, ergibt sich aus der Untersuchung von Rainer Hendrichs. Die Zahl der Geburten (210 im Jahr 2014) steige auf 220 im Jahr 2018 an und liege 2025 immer noch bei 214. Damit trotze Senden dem Trend, der andernorts spürbar nach unten zeige.

Für die Grundschule werde also nicht Mangel das Problem, sondern die Schwankungen bei den i-Männchen. Deshalb plädiert der Gutachter für jahrgangsübergreifenden Unterricht in allen Sendener Grundschulen.

Die Größe der Marien- und Bonhoeffer-Schule werde sich angleichen.

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