Werbe-Offensive für Glasfaser
Kampagne provoziert Fragen

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Die Werbe-Offensive eines Glasfaser-Providers stößt bei manchen Sendenern auf Unverständnis. Sie wundern sich über die massive Kampagne, die mit bunten Fahnen bis in die Wohngebiete reicht. Nicht nötig und nicht schön, lautet Kritik. Andere erwidern, dass die Bedeutung des Themas den Aufwand rechtfertigt.

Sonntag, 15.02.2015, 09:02 Uhr

Die Werbe-Offensive reicht bis in die Wohngebiete.
Die Werbe-Offensive reicht bis in die Wohngebiete. Foto: di

Ein leuchtendes Fahnenmeer, das bis in die Wohngebiete schwappt – nicht bei allen Sendenern weckt das Begeisterung. Im Gegenteil: Die massive Werbe-Offensive des Glasfaser-Providers HeLiNet stößt bei einigen auf Skepsis bis hin zu frank und frei geäußerter Empörung. Von „muss das sein?“ bis „Wieso dürfen die das überhaupt?“, reichen die Fragen, die von der Kampagne provoziert werden.

„Sie“ dürfen, weil die Gemeinde die Aktion genehmigt hat. Die HeLiNet Telekommunikation GmbH mit Sitz in Hamm hat den Dienstweg beschritten und bei der Kommunalverwaltung eine Genehmigung für die Beflaggung Sendens beantragt. Dass das Ausmaß dieser Außenwerbung über das übliche Maß hinaus reicht, räumt auch das Rathaus ein. Einzig bei Wahlkämpfen seien ähnlich flächendeckende Botschaften zu finden. Den „Segen“ der Gemeindeverwaltung zu erhalten, stellte offenbar kein Problem dar. „Wir stehen ja hinter dem Projekt“, sagt Wirtschaftsförderer Sebastian Täger den WN, warum die Behörden dem Privatunternehmen den Weg frei gemacht haben. Immerhin habe die Gemeinde großes Interesse, dass der Anschluss an den Daten-Highway gelingt. Deshalb müsse ordentlich getrommelt werden.

Nicht nur in der Lokalredaktion, sondern auch vereinzelt im Rathaus sei indes Unbehagen über die geballte Fahnenpracht geäußert worden, räumt Täger ein. „Das sind Einzelstimmen“, betont der Wirtschaftsförderer. Er habe auch Feedback bekommen, das diese Art begrüßt, den Nachfrage-Kick off zu begleiten.

Als „Guerilla Marketing“ bezeichnet Ralf Schütte , Geschäftsführer von HeLiNet, das Aufhängen von 200 bis 250 Fahnen, das eine beauftragte Firma übernommen habe. „Ziel ist, dass es auffällt“, betont Schütte. In anderen Regionen habe sein Unternehmen damit gute Erfahrungen gemacht. Der HeLi-Net-Chef gesteht zugleich, die Hinweise auf die Befindlichkeiten in Senden sehr ernst zu nehmen. Wenn sich der Eindruck erhärten sollte, dass sich Bürger und damit Kunden belästigt bis bedrängt fühlen, werde er künftig vorsichtiger mit diesem Marketing-Mittel umgehen. Schütte ließ auch durchblicken, dass das Hammer Unternehmer und die Deutsche Glasfaser unter erheblichen Erfolgsdruck stehen und deshalb generalstabsmäßig um Kunden buhlen. Denn: Sollte die 40-Prozent-Quote nicht erreicht werden, würden die gesamten bisherigen Kosten der Investition in den Sand gesetzt.

Danach sieht es aber eigentlich nicht aus. Denn die Stimmung und das Interesse in Senden an Glasfaser sei „sehr gut“, so Schütte.

Ziel ist, dass es auffällt.

Ralf Schütte, Geschäftsführer HeLiNet über die Werbe-Offensive mit leuchtend bunten Flaggen
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