Förderverein nimmt Sanierung in Angriff:
Neue Hoffnung für Schloss Senden

Senden -

Sieben Sendener Bürger haben einen Förderverein gegründet, um das Schloss als kulturhistorisches Erbe und Wahrzeichen Sendens der Nachwelt zu erhalten und der breiten Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen.

Donnerstag, 02.04.2015, 15:04 Uhr

Eine gesicherte, gemeinnützig Zukunft möchten die Vorsitzenden Dr. Franz Waldmann (kl. Foto, l.) und Wolfgang Voosholz gemeinsam mit ihren Mitstreitern im Förderverein für Schloss Senden schaffen.
Eine gesicherte, gemeinnützig Zukunft möchten die Vorsitzenden Dr. Franz Waldmann (kl. Foto, l.) und Wolfgang Voosholz gemeinsam mit ihren Mitstreitern im Förderverein für Schloss Senden schaffen. Foto: di

Leerstehend und dem drohenden Verfall preisgegeben schlummert Schloss Senden seit nunmehr 15 Jahren einem ungewissen Schicksal entgegen.

Doch jetzt endlich sind Wiederherstellung , Erhaltung und Nutzung in greifbare Nähe gerückt: Sieben Sendener Bürger haben einen Förderverein gegründet, um das kulturhistorische Erbe und Wahrzeichen Sendens der Nachwelt zu erhalten und der breiten Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen.

Dazu soll Schloss Senden in Kürze der Gemeinnützigkeit zugeführt werden. Der Förderverein habe bereits erste „dazugehörige Anlagen erworben“, berichten die beiden Vorsitzenden Wolfgang Voosholz und Dr. Franz Waldmann auf Anfrage unserer Zeitung.

Gleichwohl haben die Schloss-Retter noch einen langen Weg vor sich. Denn allein mit dem Eigenkapital des Vereins ist die aufwendige Sanierung des denkmalgeschützten und in Teilen aus dem 15. Jahrhundert stammenden Gebäudes nicht zu stemmen. Der Verein muss sich in den kommenden Jahren um Fördergelder aus Städtebau- und Denkmalschutzprogrammen bemühen.

„Bisher scheiterten öffentliche Förderungen in erster Linie an der Entscheidung, dass Privateigentum nicht subventioniert werden solle. Mit der Übertragung der Liegenschaft für gemeinnützige Zwecke machen die bisherigen Eigentümer, die Erben der Familie Funnemann, nun den Weg für eine Sanierung auch mit externen Mitteln frei“, erläutert Franz Waldmann. Dies sei eine große Chance, das „historisch bedeutendste Bauwerk der Gemeinde Senden als positives Wahrzeichen zu nutzen“. Denn mit seiner über 600-jährigen Geschichte sei es den Bürgern ein „besonders identitätsstiftender Ort“.

In einem ersten konkreten Schritt geht es um den Erhalt der Bausubstanz: „Wir werden aus Eigenmitteln des Vereins das Dach sanieren und die beschädigten Fenster ersetzen lassen“, kündigt Wolfgang Voosholz an. „Das Gebäude soll von außen dicht gemacht, das Areal vor Vandalismus gesichert werden. Das wird jetzt ganz kurzfristig geschehen“, so der 1. Vorsitzende des Fördervereins weiter.

Die Pläne zur dauerhaften Rettung des historischen Gebäudes sind weitreichend: „Wir wollen ein nachhaltiges Nutzungskonzept schrittweise konkretisieren. Es wird auf die gesamte Schlossanlage zugeschnitten und soll ein Gewinn nicht nur für Senden, sondern für die ganze Region sein“, umreißt Franz Waldmann das Vorhaben des Fördervereins. Es basiere auf einer über Jahre dauernden modularen Sanierung, sodass Teilabschnitte aufeinander aufbauend zur Verfügung stehen. Der Bevölkerung sollen „attraktive Veranstaltungen und eine einladende Gastronomie“ geboten werden.

Nach Auskunft der beiden Vorsitzenden laufen bereits Gespräche „auf allen Ebenen“, um in breiter Übereinstimmung das vordringliche Ziel zu erreichen – den Erhalt sicherzustellen. Erste Aufräum-, Notsicherungs- und Sanierungsarbeiten sind bereits ab Juni geplant. Der Status der Kunstschule Senden als derzeitigem Nutzer soll erhalten bleiben.

Wir wollen ein nachhaltiges Nutzungskonzept schrittweise konkretisieren. Es soll ein Gewinn nicht nur für Senden, sondern für die ganze Region sein.

Dr. Franz Waldmann 2. Vorsitzender des Fördervereins Schloss Senden
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