Sendener Orgelherbst
Kantor von St. Joseph zieht Publikum in seinen Bann

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Das Publikum begeisterte Winfried Müller in der dritten Folge der Reihe „Sendener Orgelherbst“ mit seinem Können und mit humorvollen Erläuterungen.

Dienstag, 03.11.2015, 11:11 Uhr

Kantor Winfried Müller beim Orgelherbst.
Kantor Winfried Müller beim Orgelherbst. Foto: Bausch

Ein Glanzpunkt: Das dritte Konzert des diesjährigen „Sendener Orgelherbstes “ gestaltete der Organist und Kantor Dr. Winfried Müller aus Münster. Mit der langjährigen Erfahrung aus den Konzerten „Orgelherbst St. Joseph “ hat der Konzertant auch die Sendener Liebhaber der Orgelmusik in seinen Bann gezogen.

Die „Suite im II. Ton“ von J.A. Guilian aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts stimmte die Zuhörer auf die Melancholie des Herbstes ein. Der dritte Satz dieser Suite war die „Blaupause“ für viele Kompositionen des Barock. Das Werk „An den Wasserflüssen von Babylon“ von J.S. Bach brachte zu Gehör, wie viele Tränen der Trauer die Israeliten in der Babylonischen Gefangenschaft vergossen haben. L. Vierne ´s Stück „Epitaphe“ betonte die große Variationsvielfältigkeit des Organisten. Max Regers „Scherzo“, das sehr selten gespielt wird, ließ die Melancholie zurück und endete mit einem temperamentvollen Schlussakkord.

Bei J. Alain´s Komposition „Le Jardin Suspendu“ kam die barock gestimmte Orgel an ihre Grenzen. Die Akkorde waren so gesetzt, dass sich die Töne unbeabsichtigt zu einem Tremolo vermischten. Den Höhepunkt hatte der Konzertant mit der „Vater unser“ Sonate von F. Mendelssohn-Bartholdy in das Programm gestellt. Der Schlusssatz, der häufig bei Trauungen gespielt wird, ist so ergreifend, dass es nicht schwerfällt sich vorzustellen, wie das Brautpaar ergriffen zum Altar schreitet.

Da das Konzert am Vorabend des Reformationstages gegeben wurde, lag es nahe, dem Wunsch des Publikums nachzukommen und „Ein feste Burg ist unser Gott“ zu intonieren. Der Solist dieses Abends überzeugte mit vielen Variationen des von Martin Luther 1529 komponierten Liedes. Das rasante Spiel auf beiden Manualen und den Pedalen begeisterte die Zuhörer, so die Mitteilung aus dem Kreis Kirchengemeinde.

Den Abschluss des Konzerts bildete die Zugabe „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius. Dieser Choral wurde vom Publikum enthusiastisch mitgesungen und ließ deutlich werden, in welcher hauskonzertähnlichen Atmosphäre dieser Abend ausklang, dem die humorvollen Erläuterungen von Dr. Müller noch eine zusätzliche Würze verliehen.

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