Literarischer Silvesternachmittag
Schwere Kost zum Jahresausklang

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Sprachlich schwere Kost mit einem wie Sekt prickelnden Inhalt kredenzte Jürgen Janning am Silvestertag. Zum 13. Mal ließen die KuKiS ein Jahr literarisch ausklingen.

Freitag, 01.01.2016, 16:01 Uhr

Alexander Zinowsky  begleitete Jürgen Janning mit fein abgestimmter Gitarrenmusik bei seinem Ausflug in Werke Goethes.
Alexander Zinowsky  begleitete Jürgen Janning mit fein abgestimmter Gitarrenmusik bei seinem Ausflug in Werke Goethes. Foto: sff

Sprachlich schwere Kost mit einem wie Sekt prickelnden Inhalt kredenzte Jürgen Janning am Silvestertag. Denn mit Goethes „Römischen Elegien“ stand beim musikalisch-literarischen Nachmittag „Das Jahr geht um“ ein Klassiker mit erotisch freizügigen Motiven auf dem Programm. Musikalisch begleitet wurde der Vortrag von Alexander Zinowsky, der mit fein abgestimmter Gitarrenmusik für weitere sinnliche Momente sorgte.

Die Römischen Elegien seien etwas „Schlüpfriges“, aber das Beste, was Goethe gemacht habe, lobte einst Friedrich Schiller den Zyklus von 20 Gedichten. Goethe verfasste sie nach der Rückkehr von seiner Italienreise (1788 bis Ende 1790). In den Gedichten beschreibt der Schriftsteller die Liebe zu Rom und die Liebe zu einer Unbekannten, die ihn die Nächte zum Tage werden lässt.

All dies geschieht in klassischer Versform und mit vielen Bezügen auf die griechische und römische Mythologie. Auf ebenso „klassische“ Weise wurden die Elegien vom Rezitator vorgetragen: Ganz im Sinne des Werkes, klar artikuliert, im rechten Maße die Stimme hebend und senkend, sparsam in Gestik und Mimik.

So hingen am Silvestertag rund 50 Literaturinteressierte an Jannings Lippen. Ein Großteil von ihnen gehört bereits seit Jahren zum Stammpublikum des zum 13. Mal von den KuKiS präsentierten „Das Jahr geht um“. Für so manchen ist der literarische Silvesternachmittag mittlerweile zu einem guten Brauch geworden.

Wissend um die Herausforderung, derer sich das Publikum dieses Mal stellte, hatte Jürgen Janning Handzettel zur Programmfolge verfasst. Auf ihnen fanden die Literaturinteressierten kurze Erläuterungen zu jeder einzelnen der 20 vorgetragenen Elegien Und zum Versmaß.

„Schwere literarische Kost“ am Nachmittag des Silvestertages. Das räumt Iris Weintz ein. „Wir sind aber der Auffassung, dass den deutschen Klassikern wieder ein größerer Stellenwert eingeräumt werden sollte“, sagt die Vorsitzende der KuKiS. Gleichwohl rundeten Goethes „Römische Elegien“ das Jahresprogramm der Kunst- und Kulturinitiative Senden „auf schöne Weise ab“.

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