Kein „Senden an der Stever“
„Geld brauchen wir woanders“

Senden -

Soll sich die Gemeinde künftig „Senden an der Stever“ nennen? Mit einem entsprechenden Vorstoß der Grünen konnte sich am Donnerstag im Haupt- und Finanzausschuss keine der anderen Parteien anfreunden.

Freitag, 01.07.2016, 21:07 Uhr

Senden bleibt Senden: Den Zusatz „an der Stever“ wird es nicht geben.
Senden bleibt Senden: Den Zusatz „an der Stever“ wird es nicht geben. Foto: di

Die Verwaltung sollte beauftragt werden, die Möglichkeiten für solch einen Namenszusatz zu prüfen und dabei auch „die Experten- und Bürgermeinung einholen“. Dies wurde bei einer Enthaltung der FDP abgelehnt.

Für die Grünen hatte Philipp Scholz mit einer „eindeutigen Identifizierung“ wie auch mit touristischen Vorteilen argumentiert. „Mit der Stever wird eine Flusslandschaft in Verbindung gebracht. Das weckt Neugierde.“ Auch die Stadt Haltern kommuniziere ihre Lage „am See“ bei jeder Gelegenheit.

„Das kostet Geld und bindet Kraft. Beides brauchen wir woanders.“ Damit legte Dr. Christian Vogdt den Standpunkt der CDU dar. Und der Vergleich mit Haltern hinke doch gewaltig. „Als Naherholungsgebiet für das Ruhrgebiet hat der Stausee einen ganz anderen Bekanntheitsgrad.“

Für die UWG sah Thomas Hageney die Gefahr einer falschen Erwartungshaltung, wenn die Stever im Ortsnamen geführt werde und sie im Zuge der Renaturierung in Zukunft im Sommer womöglich nur noch „ein Rinnsal“ sei. Dem pflichtete Achim Peltzer (SPD) bei. „Die Stever wird in der Ortslage nicht mehr so wahrnehmbar sein. Und die Verwechslungsgefahr mit dem bayrischen Senden halte ich für vernachlässigbar.“

Dass es solche Verwechslungen gebe, wollte Bürgermeister Sebastian Täger zwar nicht in Abrede stellen – er selbst habe dies bei E-Mails feststellen können – doch stellte er es in Frage, ob ein Namenszusatz hier nennenswert Abhilfe schaffen werde. „Und ein Autofahrer, der es auf dem Ortseingangsschild liest, der ist ja schon hier.“ Letztlich sei es wohl „eine Geschmacksfrage“.

Dass die Stever im Sommer unter Umständen nur noch spärlich fließen werde, darin sah Philipp Scholz keinen Hinderungsgrund und verwies dabei auf die Isar in München, deren Volumen bei Sommertrockenheit ja auch deutlich schrumpfe.

Von wesentlich zentralerer Bedeutung als ein Hinweis auf Sendens Lage an der Stever hält wiederum Vogdt einen höheren Bekanntheitsgrad von Sendens Bahnanschluss. „In der Internet-Reiseauskunft der Deutschen Bahn finden die Leute Senden überhaupt nicht“, so der CDU-Politiker auf WN-Nachfrage das Manko. Denn der Datenbank der Bahn ist es unbekannt, dass der Bahnhof Bösensell zur Gemeinde Senden gehört. Das einfachste Mittel zur Abhilfe wäre eine Umbenennung des Bahnhofs in „Senden-Bösensell“. Eine Nachbarkommune hat es vorgemacht: Der früher nur „Appelhülsen“ lautende Bahnhofsname wurde vor Jahren zu „Nottuln-Appelhülsen“ erweitert.

Nach Ansicht von Vogdt stellt der Bahnanschluss einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor für Senden dar. „Die Zugverbindungen sind hervorragend, und in Essen hat man direkten ICE-Anschluss.“ Aber was nütze das, wenn unbekannt bleibe, dass Senden überhaupt auf der Schiene zu erreichen ist.

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