Erst Deutsche Glasfaser, dann Telekom
„Das ist ein Schildbürgerstreich“

Bösensell -

Die Deutsche Glasfaser hat ihre Arbeiten im Bösenseller Ortskern beendet – nun reißt die Telekom die Bürgersteige erneut auf, um selbst auf Glasfaser nachzurüsten. „Das ist in meinen Augen ein Schildbürgerstreich“, so ein Anwohner.

Freitag, 22.07.2016, 20:07 Uhr

Kein schönes Bild: Die Telekom hat, wie hier an der Bahnhofstraße, Bürgersteige in Bösensell erneut aufgerissen, nachdem die Deutsche Glasfaser ihre Arbeiten beendet hat.
Kein schönes Bild: Die Telekom hat, wie hier an der Bahnhofstraße, Bürgersteige in Bösensell erneut aufgerissen, nachdem die Deutsche Glasfaser ihre Arbeiten beendet hat. Foto: chrb

„Der Bürgersteig war schon komplett aufgerissen.“ Anwohner Horst Reincke zeigt auf den Bürgersteig an der Bahnhofstraße, Ecke Roxeler Straße. Der Bürgersteig ist erneut aufgerissen – nur nicht komplett, sondern an zwei verschiedenen Stellen.

Die Deutsche Glasfaser hat ihre Anschlussarbeiten in diesem Bereich beendet. Nun hat die Telekom den Bürgersteig erneut aufgerissen, hat ihrerseits mit Verlegungsarbeiten begonnen. Das Unternehmen, so Reincke, habe Angst, ihre Kunden an die Konkurrenz zu verlieren und rüste nun selbst mit eigener Glasfaserversorgung nach – und das nicht nur an der Bahnhof- und an der Roxeler Straße, sondern überall in Bösensell.

Gegen Konkurrenz hat Horst Reincke nichts, wohl aber gegen die schlechte Abstimmung zwischen den Unternehmen: „Nun kommt die Telekom und reißt alles wieder auf. Das ist in meinen Augen ein Schildbürgerstreich .“ Dabei wäre es kein Problem gewesen, die Arbeiten gleichzeitig und parallel zu erledigen.

Die Gemeinde Senden bestätigt das: „Wir haben in den vergangenen Jahren versucht, alle Anbieter an einen Tisch zu bringen“, sagt Erwin Oberhaus , Technischer Mitarbeiter im Tiefbauamt. Doch es habe nichts genutzt.

Verbieten könne die Gemeinde der Telekom das nochmalige Aufreißen des Bürgersteiges nicht, sagt der Mann aus dem Tiefbauamt: „Die Telekom muss nachfragen, und wir müssen ihnen dann eine Trasse anbieten.“ Solange aber eine Trasse unter dem Bürgersteig zur Verfügung stehe, würde diese genutzt. Das Aufreißen einer Straße sei die letzte Option, so Oberhaus – Pflaster vor Asphalt, heißt die Devise.

Horst Reincke hofft, dass das Pflaster an der Bahnhofstraße und an den anderen Orten nach den Arbeiten der Telekom unbehelligt bleibt. Sicher ist er sich jedoch nicht: Der Bösenseller befürchtet, dass dann die Vodafone ein weiteres Mal die Bürgersteige im Ort aufreißen könnte, um ihrerseits auf Glasfaser nachzurüsten.

Ob die Vodafone schon bei der Gemeinde angeklopft hat? „Im Moment noch nicht“, antwortet Erwin Oberhaus auf Nachfrage der WN.

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