Flächenausweisung geht weiter
Windkraft bisher nur Vision             

Senden -

Windkraftanlagen sind in Senden bisher nicht zu finden. Die Suche nach Potenzialflächen entpuppt sich als schwierig und langwierig. Da sich die Rechtsprechung geändert hat, geht die Ausweisung erneut weiter.

Donnerstag, 04.08.2016, 19:08 Uhr

Drehende Rotoren sind in Senden noch nicht in Sicht. Die Suche nach Potenzialflächen für Windenergie wird gerade neu aufgezäumt.
Drehende Rotoren sind in Senden noch nicht in Sicht. Die Suche nach Potenzialflächen für Windenergie wird gerade neu aufgezäumt.

Beim Thema Windkraft weht kein laues Lüftchen – könnte meinen, wer bedauert, dass sich in ganz Senden noch kein einziger Rotor dreht. Die Einschätzung stimmt trotzdem nicht. Denn der Aufgabe, Standorte für die Mühlen und Masten zu finden, widmen Kommunalverwaltung und Kommunalpolitiker viel Energie. Nur mit der Effizienz hapert es.

Was aber wohl nicht an der lokalen Ebene liegt, sondern daran, dass sich die Rahmenbedingungen schon häufiger geändert und gerade wieder gewandelt haben. Darauf weisen Beigeordneter und Bauamtsleiter Klaus Stephan und Carsten Busche , Sachgebietsleiter fürs Ressort Planung, mit Blick auf das sogenannte Halterner Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Münster vom vorigen September hin. Das OVG hatte darin moniert, dass die Stadt am Stausee, einer Vorgabe aus dem Gebietsentwicklungsplan folgend, Waldfläche für eine „harte Tabuzone“ erklärt hat.

Die Argumentationslinie des Oberverwaltungsgerichtes verläuft einigermaßen kompliziert. Entscheidend sei für Senden wie für andere Kommunen die Schlussfolgerung: Nämlich, dass sie aufpassen müssen, das grundsätzliche Gebot, der Windkraft „substanziell Raum“ zu gewähren, nicht zu verletzen.

Konkret bedeutet das für Senden, dass die Waldgebiete nicht in den Blick genommen werden, ihre Fläche im Saldo aber hinzugerechnet werden muss. Dann ergibt sich, dass die bisher ausgewiesene Potenzialfläche lediglich vier Prozent des Gemeindegebietes ausmacht. Zielgröße, so die Rechtsprechung, sei ein Wert um zehn Prozent.

Der ohnehin schwierige und umstrittene Prozess, Gebiete auszuwählen, soll jetzt nicht neu bei Null beginnen. Vielmehr werden nun auch Areale geprüft, die bislang nach den Kriterien nicht die höchste Punktzahl erreicht haben. Das Verfahren, Flächen zu finden zieht sich mithin weiter hin.

Artenschutzbedenken für „Ott 6“

Die bislang ausgewiesene Potenzialfläche „Ott 6“ dürfte kaum Aussicht haben, zum geeigneten Standort für Windkraftanlagen zu werden. Darauf weist Beigeordneter Klaus Stephan mit Blick auf Artenschutz-Aspekte in diesem Areal hin. Denn dies gehöre zum Revier des Wespenbussards aus der Davert.

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