Birken fallen für den Klimaschutz:
Das Venner Moor wird „wiederbelebt“

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Das Venner Moor wird derzeit für den Klimawandel fit gemacht: Das „Ringeln“ von Birken und die Erneuerung eines Dammes sollen dem unkontrollierten Wasserabfluss entgegenwirken.

Freitag, 12.08.2016, 12:08 Uhr

Mitarbeiter einer Fachfirma „ringeln“ derzeit Birken im Venner Moor. Sie sollen absterben, damit sie keine Feuchtigkeit mehr aus dem Boden ziehen.
Mitarbeiter einer Fachfirma „ringeln“ derzeit Birken im Venner Moor. Sie sollen absterben, damit sie keine Feuchtigkeit mehr aus dem Boden ziehen. Foto: ds

Motorsägen dröhnen derzeit durchs Venner Moor. Und schweres Gerät in Form eines Baggers wird in den nächsten Wochen hinzustoßen. Der Grund: Das Naturschutzgebiet soll für den Klimawandel fit gemacht werden. In Mooren ist weltweit doppelt soviel Kohlenstoff gespeichert wie in Wäldern. „Wenn aber – wie im Venner Moor – unkontrolliert Wasser abfließt, wird der gespeicherte Kohlenstoff abgebaut und an die Atmosphäre abgegeben“, erläutert Michael Elmer von der Nabu-Naturschutzstation Münsterland die Problematik, der nun in dem Gebiet am Dortmund-Ems-Kanal mit gezielten Maßnahmen entgegengewirkt werden soll.

Mitarbeiter einer Fachfirma haben damit begonnen, Bäume zu „ringeln“, das heißt, die Rinde rundherum anzusägen, um sie zum Absterben zu bringen. Vor allem Birken ziehen viel Feuchtigkeit aus dem Moor heraus. Fachleute sprechen von einer „Transpirationspumpe“. Am Torfstich 1 wird zudem ein Damm neu abgedichtet, um den Wasserabfluss zu verhindern. Außerdem soll an mehreren Stellen das Wasser in Gräben angestaut werden. „Übergeordnetes Ziel ist die Wiederbelebung des Venner Moors“, bringt es Kerstin Wittjen von der Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld auf den Punkt. Wenn das Torfmoos wieder weiter wachsen kann, wird auch noch mehr Kohlenstoff gebunden.

Die Maßnahmen kosten rund 30 000 Euro. Das Geld kommt aus dem „Waldklimafonds“ des Bundes und vom Land NRW. Für die Durchführung des Projektes zeichnet die Nabu-Station in Kooperation mit dem Landesbetrieb Wald und Holz verantwortlich. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster . Beteiligt sind auch das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld und das Regionalforstamt Münsterland, die das Gebiet fachlich betreuen.

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