Gewitter beim Lichterabend
„Auf alle Eventualitäten vorbereitet“

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Der Lichterabend ist trotz des Gewitters mit kleineren Veränderungen über die Bühne gegangen. Die WN sprachen mit dem Leiter des Kulturamtes über die Freiluftfeier und den Faktor Wetter.

Montag, 29.08.2016, 17:08 Uhr

Faszinierende Effekte: Der Lichterabend fand viel Zuspruch und Lob bei den Besuchern. Das Feuerwerk wurde aber nur zum Teil gezündet.
Faszinierende Effekte: Der Lichterabend fand viel Zuspruch und Lob bei den Besuchern. Das Feuerwerk wurde aber nur zum Teil gezündet. Foto: Dieter Klein/Siegmar Syffus

Der Lichterabend setzte Glanzpunkte. Doch am späteren Abend zuckten Blitze am Himmel – das Wetterspektakel wetteiferte nicht nur um Aufmerksamkeit, sondern überschattete auch die faszinierende Feier. WN-Redakteur Dietrich Harhues sprach mit Kulturamtsleiter Günter Melchers über den Lichterabend als Open-Air-Großereignis.

Wie lautet das generelle Fazit des Lichterabends?

Melchers: Wir sind mit dem Verlauf des Lichterabends grundsätzlich sehr zufrieden. Die von uns geplanten Aktionen von der Kirche übers Cabrio bis in den Königspark sind wie geplant umgesetzt worden und haben bei einer breiten Besuchermasse sehr guten Anklang gefunden. Besondere Anerkennung haben wir für die Beleuchtungen der Kirche und das Szenario in der Obstwiese des Königsparks erhalten. Diese beiden Aktionen gehörten zu den wesentlichen Neuerungen dieses Lichterabends. Noch schöner wäre es natürlich gewesen, wenn der Regen und das Gewitter gar nicht oder zumindest viel später gekommen wären.

War der Wettereinbruch absehbar?

Melchers: Wir hatten gegen 18.30 Uhr direkten Kontakt zum Wetteramt Essen. Von dort wurde uns mitgeteilt, dass die Wahrscheinlichkeit eines Gewitters beziehungsweise Regens für Senden vor Mitternacht unwahrscheinlich sei.

Farbspiele und Kultur inmitten der Natur: Der Lichterabend begeistert seine Besucher.

Farbspiele und Kultur inmitten der Natur: Der Lichterabend begeistert seine Besucher. Foto: sff

Wie geht ein Veranstalter organisatorisch mit diesem Unsicherheitsfaktor um?

Melchers: Für den Lichterabend wurde, wie in den Jahren zuvor, ein rund 20-seitiges Sicherheitskonzept erstellt, an dessen Umsetzung neben dem Veranstalter (Kulturamt Senden) das Ordnungsamt , die Polizei, das DRK, die Freiwillige Feuerwehr und der B-A-K Sicherheitsdienst als gemeinsamer Krisenstab beteiligt waren. Dieses Team führte um 19 Uhr eine Lagebesprechung durch und war einheitlich der Meinung, dass der Lichterabend bei dieser Wetterprognose grundsätzlich uneingeschränkt durchgeführt werden könne.

Stand der Lichterabend kurz davor, abgebrochen zu werden?

Melchers: Alle Eventualitäten sind bereits im Vorfeld geregelt. Wir standen während der Veranstaltung regelmäßig mit dem Wetteramt Essen in Kontakt. Das Gewitter hat uns nur gestreift. Bei einer konkreten Gefahr, hätte eine Räumung des Geländes stattgefunden.

Ist es überhaupt schon mal vorgekommen, dass der Lichterabend vorzeitig beendet werden musste?

Melchers: Nein, der Lichterabend ist bisher noch nicht während der Veranstaltung abgesagt worden; allerdings hat der Regen schon mal bei dem ein oder anderen Termin entsprechenden Einfluss genommen. Mitte der 90er Jahre ist er einmal am Vortag abgesagt worden, weil die Wetterprognose für den Veranstaltungstag katastrophal war. Die Grünflächen und Wege standen zudem unter Wasser. Was war aber am Veranstaltungsabend? Gegen 17 Uhr erstrahlte die Sonne und es war trocken, zumindest in der Luft. Nasse Füße hätte man trotzdem bekommen.

Kulturamtsleiter Günter Melchers.

Kulturamtsleiter Günter Melchers. Foto: di

Wie hat sich das Wetter in diesem Jahr auf den Ablauf des Programms ausgewirkt?

Melchers: Aufgrund des starken Regens und der Windböen konnte das Feuerwerk nur zum Teil abgebrannt werden. Es wurde kurz nach Beendigung eines Regenschauers bei Windstille gegen 23 Uhr gestartet. Kaum waren die ersten Feuerwerkskörper gezündet, kam starker Wind auf, der uns veranlasste, das Feuerwerk nach knapp der Hälfte zu stoppen. Die Sicherheit der Besucher war nicht mehr gegeben; daher konnte und durfte es keine andere Entscheidung geben. Diese wurde von den Feuerwerkern empfohlen/getroffen und vom Krisenstab selbstverständlich mitgetragen. Ansonsten haben viele Besucher die Veranstaltung schnell verlassen. Die Gäste auf dem Schulhof haben irgendwo Regenschutz gesucht und die Band hat ihr Programm unterbrochen. Nach der Regenphase wurde das Programm auf dem Schulhof bis gegen 1 Uhr fortgesetzt. Aufgrund der angenehmen Temperaturen haben hier noch viele Besucher den Abend genossen.

Sind Lehren aus dem Wetter zu ziehen, die das nächste Mal in die Planung einbezogen werden?

Melchers: Eigentlich nicht, denn wir sind aufgrund unseres Sicherheitskonzeptes auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Trotz des widrigen Wetters harrten viele Besucher des Lichterabends aus.

Trotz des widrigen Wetters harrten viele Besucher des Lichterabends aus. Foto: sff

Hat es sich bewährt, die Kirche von außen und innen mit einzubeziehen?

Melchers: Wie gesagt, die Kirchbeleuchtung gehörte zu den Highlights des Abends. Hier haben Denis Felix-Klostermann, des alles entsprechend in Szene gesetzt hat, und ich schon erste Gedanken bezüglich einer Beleuchtung in 2018 ausgetauscht. Aber hier müssen auch noch Gespräche mit der Kirche stattfinden.

Der Aufwand, den Lichterabend auf die Beine zu stellen, ist enorm. Wie ist das immer wieder zu schaffen? (Wird es schwieriger, freiwillige Helfer zu finden).

Melchers: Mein Kollege Volker Sowade und ich arbeiten schon lange im Voraus an dem Konzept und führen viele Gespräche mit allen Beteiligten über Monate bis hin zum Veranstaltungstag. Allein am letzten Samstag hatte ich rund 100 Telefon-Kontakte. Wir haben einen bewährten Helferstamm, der uns regelmäßig unterstützt. Dazu gehören Vereine, die Feuerwehr, der Bauhof, einige Privatleute und nicht zuletzt die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen. Allen, die aktiv zum Gelingen des Lichterabends beitragen, möchte ich an dieser Stelle ganz, ganz herzlich danken. Ohne deren Unterstützung wäre der LA nicht zu stemmen. Für viele ist der Lichterabend noch immer eine Art „Institution“. Das ist schön, denn er entwickelt sich ja auch immer weiter. Den Besuchern wird immer wieder etwas Neues geboten. Enttäuscht bin ich allerdings über die Besucher, die sich über den Kostenbeitrag von sechs Euro beschweren. Wir haben den Preis seit vielen Jahren erstmals um einen Euro erhöht und sind uns ganz sicher, dass dieser Preis verglichen mit ähnlichen Veranstaltungen andernorts allemal gerechtfertigt ist. Wir haben 18 verschiedene Beiträge geliefert, die mit enormen Kosten verbunden sind, wie zum Beispiel die Lichtinstallationen, die mit hohem Personalaufwand zum Teil über zwei Tage aufgebaut werden. Die Preise für Lichter, Becher und Lampions steigen ebenfalls.

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