Erneuter Beutezug an Milchtankstelle
Filmreife Verfolgungsjagd mit Polizei, Nachbar und Spürhund

Senden -

Die Milchtankstelle von Familie Lenfers wurde zum zweiten Mal Opfer von Automatenknackern. Obwohl der Hofherr die Ganoven noch ertappte, gelang ihnen die Flucht zu Fuß. Daran änderte auch die Polizei nichts.

Donnerstag, 17.11.2016, 15:11 Uhr

Zum zweiten Mal ärgern sich Marc, Heinrich und Marie-Theres Lenfers, dass ihre Milchtankstelle von Dieben heimgesucht wurde.
Zum zweiten Mal ärgern sich Marc, Heinrich und Marie-Theres Lenfers, dass ihre Milchtankstelle von Dieben heimgesucht wurde. Foto: di

Vierbeiner Anton hat treue Augen und hellwache Sinne. Seinen Job als Wachhund erledigt er mit Bravour. In der Nacht zu Donnerstag hat der Jack Russel angeschlagen, weil sich verdächtige Gestalten an der Milchtankstelle zu schaffen gemacht haben. Zum zweiten Mal wurde Familie Lenfers von Kriminellen heimgesucht. Erbeutet haben sie im jüngsten Fall nichts. Wohl aber einen erheblichen Schaden am Automaten beschert. Bei der Verbrecherjagd spielten sich filmreife Szenen in der Bauerschaft Wierling ab, wobei auch die Polizei alle Hebel in Bewegung setze.

Landwirt Heinrich Lenfers stürmte 20 Minuten nach Mitternacht aus dem Schlafzimmer in Richtung Milchtankstelle, denn Anton, der auch mal wegen für ihn unsympathischer Katzen bellt, hatte nachhaltig Laut gegeben. Zwei Männer, die sich in dem Holzhäuschen am Automaten zu schaffen machten, bemerkten den Hofherrn und flüchteten zu Fuß in ein Wäldchen mit Tannenschonung, das dem Hof gegenüber liegt. Milchbauer Lenfers schwang sich ins Auto, um die Verfolgung aufzunehmen, derweil Ehefrau Marie-Theres die Polizei alarmierte und gemeinsam mit Sohn Marc die eintreffenden Beamten briefte.

Der Automat wurde so beschädigt, dass er am Montag zum Hersteller gebracht werden muss.

Der Automat wurde so beschädigt, dass er am Montag zum Hersteller gebracht werden muss. Foto: di

Die Polizei schickte ein Großaufgebot in die Bauerschaft zwischen Senden und Appelhülsen: insgesamt sechs Fahrzeuge mitsamt einem Spürhund. Grund für den Aufwand: „Täter am Ort – das ist das Schönste, nachher ermitteln ist schwieriger“, erklärt Polizeisprecher Ralf Storcks die Taktik seiner Kollegen.

Häufige Beutezüge

► In der Nacht zu Rosenmontag war die Milchtankstelle Lenfers erstmals Opfer von Serientätern geworden, die im Münsterland und Niedersachsen 19 Mal auf Beutezug gingen, bis sie dabei von der Polizei geschnappt wurden.

► Der Automat bei Lenfers wurde nach dem zweiten Aufbruch nunmehr provisorisch repariert, am Montag soll er zum Hersteller gebracht und möglichst binnen eines Tages repariert werden.

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Trotz des raschen Ausrückens der Profis und der Unterstützung durch Amateure wie einen Nachbarn blieben die Ganoven wie vom Erdboden verschluckt. Daran änderte auch die vierbeinige Schnüffelnase nichts, deren Wahrnehmung wohl durch den Pladderregen getrübt wurde.

Auf ihre Beute, das Wechselgeld im Automaten, haben die unbekannten Täter verzichtet – sie ließen das Geld zurück, als sie entdeckt wurden. Mit einer Brechstange war es ihnen gelungen, das Gerät aufzuhebeln, dessen Aufbruchsschutz bereits nach einem ersten Diebstahl vom Februar dieses Jahres ertüchtigt worden war.

Die Kriminellen ließen sich einige Minuten Zeit, das Metall aufzuhebeln und setzten zur die Videoüberwachung außer Gefecht. Anton aber hielt wacker Wache. Und wurde trotz vergeblicher Verbrecherjagd belohnt: „Er hat extra eine Fleischwurst bekommen“, so Marie-Theres Kastner über den wachsamen Terrier.

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