Kabarettist Martin Zingsheim präsentierte „Kopfkino“:
Die Welt augenzwinkernd mit Wortakrobatik erklärt

Senden -

Rund 500 Besucher erlebten am Freitagabend das Programm „Kopfkino“ des Kabarettisten Martin Zingsheim in der Steverhalle.

Sonntag, 27.11.2016, 17:11 Uhr

Der Kabarettist Martin Zingsheim überzeugte in der Steverhalle auch als Sänger und Pianist.
Der Kabarettist Martin Zingsheim überzeugte in der Steverhalle auch als Sänger und Pianist. Foto: srt

Kurz vor seinem Auftritt in der Steverhalle sitzt er im Backstage auf einem Stuhl vor einem großen Koffer und begutachtet seine frisch gebügelte Hose. Ein Bügeleisen hat er mit – es gehört seiner Oma. Und auch sein Opa ist im Geiste immer dabei, erklärt Martin Zingsheim .

Der Kabarettist, der am Freitagabend in Senden gastierte, lebt aus dem Koffer: Teebeutel, Omas Bügeleisen und CDs finden dort Platz, zusammen mit der Hose für die Bühne. Nach circa 180 Auftritten im vergangenen Jahr hat er Erfahrung im Koffer packen. Oder vielleicht doch nicht? Denn es fehlt ihm ein Permanent-Marker für die Autogramme.

Im Saal der Steverhalle sind mittlerweile 500 Besucher eingetroffen – alle warten gespannt auf das große Kopfkino von Martin Zingsheim. So heißt sein Programm, das er in Deutschland und Österreich präsentiert. Seine Gedanken fließen „einfach so“, erzählt er. Auf diese Art bekomme er immer neue Ideen für seine Auftritte. Zingsheim präsentiert sich als netter Mensch, toller Kabarettist, Sänger und Pianist mit einer guten Stimme, die er perfekt modulieren kann. Er spielt mit Worten und Feinheiten der deutschen Sprache, denn „Sprache kann einem das Leben retten“, sagt er.

Der Kabarettist fesselt die Zuhörer mit tiefsinnigen Gedanken und Kritiken, die auf Anhieb zum Lachen bringen. „Einigkeit und Recht und Freiheit: Macht euch die Reihenfolge nicht stutzig?“ Nicht nur Politik und Weltanschauung, sondern auch Sexualität und soziale Themen sind an der Reihe. Zwei Stunden lang erklärt er in der Steverhalle die Welt. Seine, unsere – und spricht von Gott und der Welt. Das Publikum lacht und stellt trotzdem fest, wie ernst der Hintergrund des Amüsanten ist. Seine intelligente kritische und augenzwinkernde Wortakrobatik ist eine Kunst für sich und für sie wurde Zingsheim bereits mit vielen Preisen geehrt.

Nur für eine kurze Zeit im Jahr kann der 32-Jährige mit seiner Familie in Köln Momente erleben, die ihm eine Inspiration sind. Dass sein neues Buch „Eltern haften an ihren Kindern“ heißt, dürfte daher kein Zufall sein.

Bei seinem nächsten Auftritt, auf einer anderen Bühne, wird er wieder vom Bügeleisen seiner Oma begleitet. Und vielleicht wird er dann einen Permanent-Marker dabei haben. Und sein Opa ist dann auch „irgendwie“ dabei, denn Zingsheim trägt auf der Bühne den Hut seines Großvaters – stolz und sentimentalisch.

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