Energiebericht der Gemeinde Senden veröffentlicht:
Ein Drittel des Stroms wird selbst erzeugt

Senden -

Der Energieverbrauch der Gemeinde Senden ist seit 2012 zurückgegangen; der Anteil erneuerbarer Energien ist gestiegen. Das sind zwei Kernaussagen des jetzt veröffentlichen Energieberichtes.

Mittwoch, 30.11.2016, 17:11 Uhr

Udo Thoms hat in langwieriger Kleinarbeit die Energieverbräuche der öffentlichen Gebäude zusammengetragen und in einem Bericht zusammengestellt.
Udo Thoms hat in langwieriger Kleinarbeit die Energieverbräuche der öffentlichen Gebäude zusammengetragen und in einem Bericht zusammengestellt. Foto: sff

„Wir haben in den vergangenen Jahren sehr viel in energetische Maßnahmen investiert und den Anteil regenerativer Energien deutlich erhöht“, stellt Bürgermeister Sebastian Täger die Bemühungen der Gemeinde Senden in Sachen Energieeinsparung und Klimaschutz heraus. Grundlage für dieses Resümee ist der aktuelle Energiebericht für die Gemeinde Senden, der soeben von Energieberater Udo Thoms vorgelegt wurde. Zusätzliche Einsparpotenziale erhofft sich der Bürgermeister durch das Blockheizkraftwerk (BHKW) am Sportpark, das kurzfristig den Betreib aufnehmen soll (WN berichteten).

Besonders positive Effekte in Sachen Energieeinsparung und CO-Reduzierung sind nach den Worten von Udo Thoms durch Modernisierungsmaßnahmen am Cabrio-Bad und durch die neue Sporthalle in Ottmarsbocholt in Verbindung mit der Biogas-Nutzung entstanden. So konnte der Stromverbrauch der gemeindeeigenen Gebäude seit 2012 von 1,89 Millionen Kilowattstunden (kWh) auf 1,66 Millionen kWh in 2015 reduziert werden. „Im Cabrio konnten hohe Einsparungen erreicht werden, unter anderem durch die Umstellung auf LED-Beleuchtung“, berichtet der Energieberater.

Bedingt durch die EEG Umlage für den bundesweiten Ausbau erneuerbarer Energien hat sich der Strompreis verteuert. Dadurch entlastet die Energieeinsparung die Gemeinde finanziell längst nicht so sehr, wie erhofft: Die Stromkosten sanken von rund 339 580 Euro (2012) nur auf 332 629 Euro (2015).

Deutlich höher fiel der Einspareffekt – nicht zuletzt durch die Verwendung von Biogas – bei den Heizkosten aus. Hier sanken die Kosten seit 2012 von 477 902 Euro auf 419 815 Euro. Der Energieverbrauch ging von rund 6,89 Millionen kWh auf rund 6,51 Millionen kWh zurück.

„Besonders gut schneidet die Gemeinde Senden im Vergleich zu anderen Kommunen im Bereich der Straßenbeleuchtung ab“, betont Thoms. Laut einer Untersuchung (Ages Studie) verbrauchen kommunale Leuchten im Schnitt 436 Kilowattstunden pro Jahr (kWh/a). In Senden liegt der Wert bei nur 171 kWh/a. „Wir haben die Straßenbeleuchtung bereits in den 1980er Jahren auf energiesparende zwei mal 18 Watt umgestellt“, erläutert der Energieberater. In den neuen Baugebieten und dort wo sich die Umrüstung rechnet, würden mittlerweile LED-Leuchten installiert.

Deutliche Fortschritte gab es in der Gemeinde Senden auch bezüglich des Einsatzes der erneuerbaren Energien. Hierzu hat Thoms Werte für alle Gebäude – öffentliche wie private – ermittelt. Die Gesamtleistung der im Gemeindegebiet installierten Photovoltaikanlagen betrug 2012 nur 9,47 Millionen kWh, im Jahr 2015 waren es immerhin 14,65 Millionen kWh. Im selben Zeitraum stieg die Gesamtleistung der installierten Biomasseanlagen von circa 2,84 Millionen kWh auf 7,34 Millionen kWh. „Damit werden in der Gemeinde Senden mittlerweile rund 22 Millionen Kilowattstunden Strom durch Erneuerbare Energien erzeugt. Das ist fast ein Drittel des Gesamtverbrauchs von rund 69 Millionen Kilowattstunden.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4469584?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F166%2F4849159%2F4849161%2F
Italien-Rückkehrer in Deutschland mit Coronavirus infiziert
Eine elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt das Coronavirus (SARS-CoV-2, orange), das aus der Oberfläche von im Labor kultivierten Zellen (grau) austritt.
Nachrichten-Ticker