RV Senden verabschiedet Trainerin
„Wir werden dich vermissen“

Senden -

Als Voltigier-Trainerin war Heike Helm 23 Jahre lang beim RV Senden tätig. Der Abschied fiel ihr und ihrer Turniergruppe nicht leicht.

Dienstag, 06.12.2016, 13:12 Uhr

Zum Abschied von Voltigier-Trainerin Heike Helm kommt die Turniergruppe des RV Senden zusammen.
Zum Abschied von Voltigier-Trainerin Heike Helm kommt die Turniergruppe des RV Senden zusammen. Foto: anw

„Und jetzt die RV 1“, kündigt die Turniersprecherin an. Und dann läuft die Turniergruppe der Voltigier-Abteilung des RV Senden in die Reithalle in der Sendener Dorfbauerschaft ein. Zusammen mit Voltigier-Pferd Rudi und ihrer Longenführerin Heike Helm . Zu rhythmischer Musik zeigen die in schwarz-weiße Turnieranzüge gekleideten Mädchen, was sie bei ihrer Trainerin Heike Helm gelernt haben. Den Grundsitz genauso wie die Fahne, die halbe Mühle oder das freihändige Stehen auf dem galoppierenden Pferd.

Der Applaus für die gelungenen Kunststücke ist den jungen Voltigiererinnen des Reit- und Fahrvereins Senden gewiss. Genauso wie für die anderen fünf Voltigier-Gruppen des RV.

Insgesamt 55 Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis 21 Jahren zeigten ihren Familien beim Voltigier-Nachmittag am vergangenen Samstag das, was den Voltigier-Sport ausmacht.

Für Heike Helm war es indes eine Abschiedsvorstellung. Zum Ende des Jahres hängt sie nach 23 Jahren ihren Trainerinnen-Job an den Nagel: „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt die 48-Jährige Lüdinghausenerin, die seit 1993 nicht nur als Trainerin in der Voltigierabteilung des Reit- und Fahrvereins arbeitet, sondern unter anderem die Organisation der Volti-Turniere übernimmt sowie die Ausbildung der Pferde.

Jetzt sei es an der Zeit, vielleicht auch etwas Anderes zu machen, meint die gelernte Erzieherin, die in einer Kita in Lüdinghausen arbeitet.

Ich mag keine halben Sachen.

Heike Helm

„Ich mag keine halben Sachen. Entweder mache ich sie ganz oder gar nicht“, begründet sie eine Entscheidung, die ihr nicht leicht gefallen ist.

Bis Ende Dezember noch trainiert Helm, die bis zu ihrem 18. Lebensjahr selbst aktive Voltigier-Sportlerin war, jeden Mittwoch und jeden Samstag ihre Volti-Mädchen. Ganz selten mischen sich auch mal Jungs darunter.

Viele Kinder habe sie im Laufe der 23 Jahre im Training gehabt. Wie viele genau, dass wisse sie nicht: „Ich habe sie nie gezählt“, schüttelt die durchtrainierte, jugendlich wirkende Frau mit der Pferdeschwanzfrisur den Kopf.

Die Voltigiererinnen akzeptieren ihren Entschluss schweren Herzens und bereiteten ihrer Heike kurz vor dem Auftritt der Turniergruppe einen herzlichen Abschied vor großem Publikum. Mit einer Ansprache von Ralph Wegener, dem ersten Vorsitzenden des RV Senden, der ihre Entscheidung nachvollziehen kann, es aber trotzdem sehr schade findet, dass sie geht. Mit einem Gedicht, vorgetragen von einer ihrer Schülerinnen, die ihr darin bescheinigt, stets „angefeuert und gelobt, aber manchmal auch getobt“ zu haben: „Wir werden dich vermissen“. Mit Geschenken, mit vielen Umarmungen und so manchen verdrückten Tränchen.

„Ihr solltet das doch nicht tun“, schimpft Heike Helm ein wenig. Sie mag den Zirkus um ihre Person nicht. „Außerdem bin ich ja nicht so ganz weg“, sagt sie, die nach wie vor das Organisatorische in der Voltigier-Abteilung erledigt.

Und das Training der Turniergruppe? Das übernimmt Helms Tochter Tara, die 21 Jahre alt, in die Fußstapfen ihrer Mutter tritt.

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