Quartierkonzept für Senden-West
Einig in der Sache – nicht im Weg

Senden -

Der Antrag, ein Quartierskonzept für Senden-West zu entwickeln, wurde abgeschmettert. Dabei waren sich alle Fraktionen und die Verwaltung einig, dass es für diese Gebiet einer strategischen Planung bedarf.

Dienstag, 13.12.2016, 18:12 Uhr

Die verdichtete Bebauung und besondere Sozialstruktur in Senden-West mache es erforderlich, ein Entwicklungskonzept für das Quartier zu erarbeiten, lautete ein Antrag im Gemeindeentwicklungsausschuss.
Die verdichtete Bebauung und besondere Sozialstruktur in Senden-West mache es erforderlich, ein Entwicklungskonzept für das Quartier zu erarbeiten, lautete ein Antrag im Gemeindeentwicklungsausschuss. Foto: Dirk Frerichmann

Im Prinzip sind sich alle Fraktionen einig: Für das umfassende Gebiet Senden-West muss etwas getan werden. Am besten mit Konzept und Strategie. Der Antrag der Grünen, für den Bereich einen „Prozess zur Quartiersentwicklung“ zu starten, fand dennoch in der jüngsten Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses keine Mehrheit.

Nicht nur die CDU fasste den Antrag mit „spitzen Fingern“ an, auch die Verwaltung plädierte dafür, dem Vorstoß der Grünen nicht zu folgen. Zwar sei dieser „grundsätzlich zu unterstützen“, heißt es in der Vorlage aus dem Rathaus, doch dort fehlen schlicht die Kapazitäten. „Aufgrund der zahlreichen Projekte und Aufgaben sowie wegen des nicht zu vernachlässigenden ,Tagesgeschäftes‘ ist der beantragte Prozess derzeit überhaupt nicht umsetzbar.“ Einzelne Maßnahmen liefen überdies bereits ohnehin, um das Gebiet zu stärken.

So leicht ließ sich Philipp Scholz (Grüne) den Schneid aber nicht abkaufen. Er pochte darauf, dass die gewählten Volksvertreter entscheiden, wozu die vorhandenen Personalressourcen verwendet werden: „Es ist Aufgabe der Politik festzulegen, welche Arbeitsschwerpunkte gebildet werden.“ Es gelte, zunächst mit den Bewohnern ins Gespräch zu kommen, das Gebiet zu unterteilen, Bedarfe und Arbeitsfelder abzustecken. Für die „integrierte und nachhaltige Quartiersentwicklung“ stünden vor allem auf Landesebene Fördertöpfe bereit, auf die die Gemeinde zugreifen könne, führte Scholz weiter aus.

Ihm pflichteten Uwe Kasten ( FDP ) und Thomas Hageney (UWG) bei. Sie erinnerten daran, dass die Anwohner am Mühlenbach selbst ein entsprechendes Vorgehen angeregt hatten, als Ende August bei einer Versammlung im Rathaus über die geplante Bebauung der dortigen Grünfläche debattiert wurde. Man könne einen Beschluss fällen, um ein Signal auszusenden, dass Senden-West stärker in den Blick genommen werde.

Wieso ein Antrag gestellt werden soll, der erstmal in der Schublade verschwinden soll, konnte Georg Hülk (SPD) aber nicht nachvollziehen, der sich wie seine Fraktionskollegen bei der Abstimmung enthielt.

Mit Nein stimmten die CDU-Vertreter. Sie räumten aber ein: „Wir sehen grundsätzlich auch Bedarf“, sagte Prof. Dr. Martin Lühder, der jedoch die Belastung der Verwaltung betonte: „Der Antrag ist sinnvoll, aber wir müssen Geduld haben.“

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