Jan Halstrup absolviert Freiwilliges Soziales Jahr auf Schloss Senden:
Denkmalpflege liegt ihm am Herzen

Senden -

Handwerkliche Arbeiten und Bürotätigkeiten fallen gleichermaßen in den Aufgabenbereich von Jan Halstrup. Der 18-jährige angehende Architekturstudent absolviert derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) auf Schloss Senden.

Donnerstag, 12.01.2017, 12:01 Uhr

Jan Halstrup packt auf Schloss Senden mit an – sowohl im handwerklichen Bereich als auch bei der Büroarbeit. Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) sei für ihn eine gute Vorbereitung auf das Architekturstudium, sagt der 18-Jährige.
Jan Halstrup packt auf Schloss Senden mit an – sowohl im handwerklichen Bereich als auch bei der Büroarbeit. Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) sei für ihn eine gute Vorbereitung auf das Architekturstudium, sagt der 18-Jährige. Foto: sff

Das Baubüro ist im Augenblick der wärmste Ort auf Schloss Senden. Draußen herrschen winterliche Temperaturen. Und im übrigen Gebäude ist es eisigkalt. Der Raum im Mannenhaus, dort wo auch die Kunstschule untergebracht ist, hat zwar weder doppelt verglaste Fenster noch eine Zentralheizung. Dafür zwei moderne Radiatoren, die gerade ihr Bestes geben.

Jan Halstrup sitzt an seinem Schreibtisch, auf dem (natürlich) auch ein Rechner steht. Aber arbeiten kann man daran nur solange man keine Datenleitung nach draußen braucht: „Ans Internet sind wir noch nicht angeschlossen“, sagt der 18-jährige Grevener, der beim Verein Schloss Senden sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Bereich „ Denkmalpflege “ absolviert. Der Anschluss ans Internet werde aber nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen, hofft der FSJler, der 2016 sein Abi gemacht hat mit den Leistungskursen Erdkunde und Physik. Nun ist sein Ziel, Architektur zu studieren.

Doch das Studium muss zunächst warten – jetzt ist erst einmal das FSJ an der Reihe. „Die Aufgaben, die ich hier habe, sind interessant und abwechslungsreich“, sagt Halstrup. Handwerkliches wie die Betonsockel für das neue Eingangstor zu gießen, die Fugen der Schlossmauern vom Efeu zu befreien oder Riss-Monitoring mit Hilfe von Gips-Markierungen zu machen, die zeigen, ob sich die Mauern des Gebäudes noch weiter neigen, gehören genauso dazu wie die Planung und Durchführung des ersten Adventsmarktes auf dem Schlossgelände oder das Protokollieren von Sitzungen des Vereins. Jan Halstrup ist immer mitten drin.

Seit Anfang September gehört der FSJler zum Team von Schloss Senden: Mit einem Acht-Stunden-Arbeitstag, mit regelmäßigen Fortbildungen bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und mit einem monatlichen Salär. Der 18-Jährige fühlt sich wohl beim Verein. Im WN-Gespräch sagt er ganz oft „wir“, wenn er von seiner Arbeit erzählt.

Warum er ein FSJ beim Verein Schloss Senden macht? „Ein Freiwilliges Soziales Jahr stand sowieso für mich an, aber nicht im sozialen Bereich“, erzählt er. Möglichst berufsnah sollte es sein. „Und das, was ich jetzt hier mache, ist eine gute Vorbereitung auf mein Studium“, sagt Halstrup.

Durch eine Broschüre wurde er auf die Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz aufmerksam. Sie bietet in diesem Bereich FSJ-Plätze an und war bereits 2016 mit 20 jungen Erwachsenen tatkräftig für Schloss Senden aktiv (WN berichteten). Über diesen Weg entstand schließlich der Kontakt zum Verein.

„Jan ist eine wirkliche Bereicherung für unseren Verein“, sagt Dr. Martina Fleßner , Geschäftsführerin „Schloss Senden“, und blickt auf den ersten FSJler in der Geschichte des jungen Vereins.

„Der Grund, warum wir ein Freiwilliges Soziales Jahr bieten, ist, dass wir junge Menschen für das Baudenkmal Schloss Senden mit seiner spannenden Geschichte begeistern wollen. Wir wollen bei ihnen ein Bewusstsein dafür wecken, dass es Teil ihres kulturellen Erbes ist“, sagt Fleßner. Und dazu gehört zum Beispiel auch, dass das Schloss im nächsten Frühjahr Veranstaltungsort zweier Seminare der Jugendbauhütte Westfalen ist, bei denen 20 FSJler jeweils eine Woche lang fachlich betreut verschiedene Bereiche des Denkmalschutzes kennenlernen.

Jan Halstrup beendet im August sein FSJ beim Verein Schloss Senden. Aber das ist noch weit weg. Jetzt erledigt er erst mal seine Arbeit am Schreibtisch im Baubüro – dem im Augenblick wärmsten Ort von Schloss Senden.

Wir wollen junge Menschen für das Baudenkmal Schloss Senden mit seiner spannenden Geschichte begeistern.

Dr. martina Fleßner, Geschäftsführerin des Vereins Schloss Senden
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4554506?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F166%2F4849155%2F4849158%2F
Münsterländer Musiker haben es drauf
Henning Wehland war der Stargast bei der Veranstaltung „Landwirtschaft rockt“ am Samstagabend auf dem Agravis-Gelände.
Nachrichten-Ticker