Minijob im Friseursalon in „reguläres“ Arbeitsverhältnis umgewandet:
Chance beim Schopf gepackt

Bösensell -

Petra Postler hat ihre Chance im Friseursalon „Family Hair“ beim Schopf gepackt: Ihr Minijob konnte in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis umgewandelt werden. Für diesen Schritt werben derzeit die Jobcenter im Kreis Coesfeld.

Mittwoch, 18.01.2017, 15:01 Uhr

Im Salon „Family Hair“ hat Friseurmeisterin Nicole Eidelkamp den Minijob von Petra Postler (l.) in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis umgewandelt. Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr (vorne) hofft ebenso wie Sebastian Tegelkamp (hinten, v.l.), Stephan-Matthias Hoffmann und Detlef Schütt, dass sich mehr Betriebe zu einem solchen Schritt entschließen.
Im Salon „Family Hair“ hat Friseurmeisterin Nicole Eidelkamp den Minijob von Petra Postler (l.) in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis umgewandelt. Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr (vorne) hofft ebenso wie Sebastian Tegelkamp (hinten, v.l.), Stephan-Matthias Hoffmann und Detlef Schütt, dass sich mehr Betriebe zu einem solchen Schritt entschließen. Foto: sff

Acht Jahre lang war Petra Postler als Minijobberin im Friseursalon „Family Hair“ an der Bahnhofstraße beschäftigt. Anfang vergangenen Jahres musste sie um dieses Einkommen bangen, weil die Geschäftsaufgabe im Raum stand. Doch für die 57-jährige Sendenerin kam es ganz anders – und zwar besser als zuvor. Denn der Salon wurde im April 2016 von Nicole Eidelkamp übernommen. Und die neue Inhaberin bot der Minijobberin sogleich ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis mit 25 Wochenstunden an. Petra Postler packte diese Chance im Friseursalon sogleich beim Schopf.

Diesen Schritt hat auch ihre neue Chefin bis heute nicht bereut: „Es hat sich absolut bewährt. Die Kunden kannten das Team, die Stimmung ist super, und die Zusammenarbeit klappt fast wortlos“, betont die Friseurmeisterin. Petra Postler sei der „gute Geist“ im Salon und gehe ihr und der Kollegin Daniela Vedder bei den Arbeiten hilfreich zur Hand.

„Das hier ist sicherlich ein Paradebeispiel für den Übergang eines Minijobs in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis. Aber es ist auch kein Einzelfall“, betont Dr. Christian Schulze Pellengahr. Anlässlich der Themenwoche „Minijobs“ war der Landrat am Mittwoch gemeinsam mit Dezernent Detlef Schütt und den Mitarbeitern Stephan-Matthias Hoffmann und Sebastian Tegelkamp in Bösensell vor Ort. Ziel war es, bei kleinen und mittelständischen Betrieben die Werbetrommel zu rühren für die Umwandlung von 450-Euro-Jobs in feste Arbeitsverhältnisse und auf das Informationsangebot der Jobcenter im Kreis Coesfeld aufmerksam zu machen.

„Es gibt Minijobs, die ihre Berechtigung haben. Beispielsweise die Mutter, die bei der OGS Essen austeilt oder der Schüler, der im Lebensmittelgeschäft aushilft“, räumte Schulze Pellengahr ein. Mit Blick auf die Mängel bei der Altersversorgung, Urlaubsanspruch und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall setzten sich die Jobcenter in vielen anderen Fällen allerdings für die Umwandlung ein. Dieser Schritt sei durchaus auch für den Arbeitgeber mit Vorteilen verbunden, ergänzten Schütt und Hoffmann. Der Wechsel in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis könne sich für das Unternehmen sogar finanziell rechnen.

„Eine Münsterland-weite Studie besagt, dass zum Beispiel nur 15 Prozent der Minijobber SGB-II-Leistungen beziehen. Auch mit Erkenntnissen aus dieser Studie haben wir die Mitarbeiter im Jobcenter geschult. Wer motiviert ist, den können wir auch unterstützen“, betont der Dezernent.

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